Die geplante Zuckersteuer sollte Gesundheit und Krankenkassen entlasten. Warum Friedrich Merz das Vorhaben nun ausbremst? Es riecht nach klebrigem Lobbyismus.
Die geplante Zuckersteuer sollte Gesundheit und Krankenkassen entlasten. Warum Friedrich Merz das Vorhaben nun ausbremst? Es riecht nach klebrigem Lobbyismus. In anderen europäischen Ländern ist sie längst Standard: Eine Steuer für besonders süße Getränke sorgt dafür, dass Hersteller ihren Limos weniger Zucker beimischen.
Das macht sich auf Dauer bei der Fettleibigkeit und damit auch bei den Kosten im Gesundheitssystem bemerkbar. Um die Finanzen der Krankenkassen zu verbessern, hatte sich Schwarz-Rot auch auf ein solches Modell geeinigt. Nun bremst das Kanzleramt das Vorhaben kurz vor der Ziellinie überraschend aus. Man darf klebrigen Lobbyismus dahinter vermuten.
Zugegeben: Besonders geschickt ist Finanzminister Lars Klingbeil nicht vorgegangen. So war zunächst vorgesehen, selbst Getränke wie Cola Zero zu besteuern. Das hat den Eindruck erweckt, als ginge es weniger um Gesundheit als vielmehr darum, Bürgern und Unternehmen in die Tasche zu greifen. Immerhin hat Klingbeil diesen absurden Fehler inzwischen behoben.
Zero-Getränke, reine Fruchtsäfte oder alkoholfreie Biere kamen in seinem jüngsten Gesetzentwurf nicht mehr vor. Trotzdem hat Friedrich Merz die Zuckersteuer nun gestoppt. In der CDU regt sich schon länger Widerstand dagegen. Deutsche Hersteller fürchten um ihre Gewinne und finden bei konservativen Abgeordneten offene Ohren.
Der Fall ist bezeichnend. Denn ähnlich wie bei der Energieversorgung nährt er den Verdacht, dass die CDU im Zweifel die Interessen von Lobbyisten ernster nimmt als Sachpolitik, die der Allgemeinheit zugutekommt. Dann braucht man sich über schlechte Wahlergebnisse auch nicht mehr zu wundern. Liebe Leserinnen und Leser, wir freuen uns über Ihren Beitrag und einen respektvollen Austausch.
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