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MFE und ProSiebenSat.1: Gespräch zwischen Weimer und Berlusconi

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MFE und ProSiebenSat.1: Gespräch zwischen Weimer und Berlusconi
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Nach dem Tod von Silvio Berlusconi führt seine Familie das Medienimperium Media for Europe (MFE) weiter. MFE strebt die Übernahme von ProSiebenSat.1 an und hatte dafür starke Bedenken bei Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und dem Deutschen Journalisten-Verband hervorgerufen. Nach einem Gespräch mit Pier Silvio Berlusconi versichert Weimer, bereit für die Verantwortung, die MFE in Deutschland übernimmt.

Silvio Berlusconi , der ehemalige italienische Staatspräsident und Medien mogul, war bekannt für seine schillernden Abenteuer und die unverhohlene Verflechtung von Medien und Politik. Mit seinen Fernsehsendern unterstützte er seine Partei Forza Italia und festigte seine Macht. Nach seinem Tod führen seine Kinder sein Medien imperium weiter, das heute unter dem Namen Media for Europe ( MFE ) firmiert. In letzter Zeit wurde spekuliert, ob MFE die Mehrheit an ProSiebenSat.1 übernehmen wird.

Zu dem Medienkonzern mit Sitz in Unterföhring bei München gehören auch die TV-Sender Kabel 1, Sixx oder die Streamingplattform Joyn. Wolfram Weimer, der parteilose Kulturstaatsminister, hatte von Anfang an große Bedenken gegenüber dem Übernahmevorhaben geäußert. Er war besorgt, dass der Eigentümerwechsel zu einer Einschränkung der journalistischen Unabhängigkeit führen könnte. Der Deutsche Journalisten-Verband äußerte sich noch deutlicher und befürchtete, dass der deutsche Sender schleichend auf eine populistische Linie, wie sie Berlusconi vertrat, getrimmt werden könnte. Nun fand ein Gespräch zwischen Wolfram Weimer und Pier Silvio Berlusconi, dem Chef von MFE und Sohn von Silvio Berlusconi, statt. Nach dem Treffen betonten beide Seiten, dass sie sich einig seien. Über das Treffen selbst wurde wenig bekannt gegeben, nur eine kurze Pressemitteilung wurde veröffentlicht. Darin bestritt Pier Silvio Berlusconi, der deutlich zurückhaltender auftritt als sein Vater, alle Bedenken. MFE bekräftigte im Gespräch ihr deutliches Bekenntnis zum Standort Deutschland und zur Wahrung redaktioneller Unabhängigkeit. MFE erklärte außerdem, dass sie weiterhin Steuern in Deutschland bezahlen werde, wo Sender betrieben und Inhalte produziert werden. Diese Aussagen wurden vom ursprünglichen Kritiker Wolfram Weimer positiv aufgenommen. Er lobte, dass MFE diese Verantwortung in Deutschland, ebenso wie in Italien und Spanien, übernimmt. Welche Pläne MFE eigentlich mit ProSiebenSat.1 verfolgt, blieb jedoch unklar. Pier Silvio Berlusconi kündigte jedoch große Investitionen und die Stärkung der Verankerung von ProSiebenSat.1 in Bayern, in Deutschland und im gesamten deutschsprachigen Raum an. Zudem möchte man das lokale Angebot ausbauen, mit mehr Nachrichten, mehr Unterhaltungssendungen und mehr Fernsehserien – und im Laufe der Zeit weniger zugekauften Formaten. Wie aber lassen sich diese Pläne mit dem größeren, überregionalen Ziel vereinbaren, ein pan-europäischer Medienkonzern zu werden? MFE betont, mit dieser Übernahme ein Gegengewicht zu Streamingkonzernen wie Netflix oder Internetgiganten wie Google und Meta schaffen wolle. In den vergangenen Monaten tobte ein regelrechter Übernahmekampf um ProSiebenSat.1. Seit vergangenem Woche steht so gut wie fest, dass Media for Europe bald die Mehrheit erhalten wird. Der Konkurrent, der tschechische Investor PPF, hat angekündigt, seine Anteile an ProSiebenSat.1 an die Italiener zu verkaufen. Dadurch wird MFE voraussichtlich über mehr als die Hälfte der Aktien von ProSiebenSat.1 verfügen. Am kommenden Donnerstag wird bekanntgegeben, wie viele Aktionäre das Angebot von MFE angenommen und ihre ProSiebenSat.1-Anteile verkauft haben.

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