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Schwarzes Leder, Springerstiefel, Stacheln: Das ist die modische Antwort auf Rechtspopulismus, globale Konflikte und künstliche Intelligenz. Eindrücke von der FashionWeek in Mailand.

Wer glaubt, in Mailand ging es durchwegs trist zu, der irrt: Dolce & Gabbana zelebrierten den Farbenrausch und die Lebenslust einer Frida Kahlo.Manches sah am Bügel fantastisch gefertigt aus, wirkte am Model jedoch seltsam unförmig.

Besser funktionierten die Strickoberteile und Jacken mit goldenen Ketten oder Schließen, Kleider mit Trapez-Ausschnitt und die Männer-Looks mit subtilen, smarten Details."Wer auch immer diese Idee aufgebracht hat - wir sind nicht Céline und wir wollen es auch nicht sein", stellte der frühere Boss- und aktuelle Bottega-Geschäftsführer Claus-Dietrich Lahrs einen Tag nach der Show noch einmal klar. Dann fügte er schnell hinzu:"Aber falls wir die Kundin kriegen, haben wir natürlich nichts dagegen." Zumindest bei Taschen und Schuhen dürfte sie sich fast wie zu Hause fühlen.Headbanging im Publikum bei einer Modenschau - das hat man länger nicht gesehen, diese Saison dafür gleich mehrmals. Bei Prada dröhnte Marilyn Manson aus den Boxen, bei Marni gruseliger Katzenjammer, bei Versace"Smells like Teen Spirit" von Nirvana. Dass die grellgrünen und orangefarbenen Kleider und Pullover mit Sicherheitsnadeln Luxus-Grunge nach Donatella-Art sein sollten, musste man dann praktischerweise niemandem mehr erklären. Harter Sound für harte Zeiten: Miuccia Prada sagte nach ihrer Show, sie sei sehr besorgt über den aktuellen Zustand der Welt, über den Erfolg rechtspopulistischer Parteien, die globalen Konflikte und die Risiken künstlicher Intelligenz. Ihre Antwort darauf waren Militaryjacken, Springerstiefel mit seitlichen Taschen daran, Wednesday-Addams-Zöpfe und - wie schon bei ihrer Männershow im Januar - Frankenstein-Prints. Diesmal bekam Frankenstein allerdings seine Braut zur Seite gestellt. Horror vs. Romantik: Bei Prada ist Mode nie eindimensional, sondern immer ambivalent. So werden die Stoffbahnen der eleganten Filzkleider mit Karabinerhaken an der Taille eingehängt oder mit selbigen wie eine Stola an der Schulter festgemacht, Kleider mit Blumenprint bekommen zusätzlich dreidimensionale Blüten aufgesetzt - die allerdings auch nur halbfrisch vom Friedhof stammen könnten. Selbst Gucci zeigte sich deutlich düsterer, aggressiver als sonst. Die Show eröffnete mit Kampfhundegebell, viele Models trugen Masken oder Halsbänder mit langen Dornen, einige hatten Tränen aufgemalt. Alessandro Michele erklärte, jedes Wesen trage eine gewisse Wildheit in sich, er spüre sie in sich selbst, wann immer er das Schöne, die Kultur, das gesammelte Wissen bedroht sehe und diese verteidigen wolle. Die gute Nachricht lautet also: Die Mode befasst sich mit der Realität. Die schlechte Nachricht: Auch damit wird nicht jeder klarkommen, es wird auch nicht jeder wahrhaben wollen.

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