Mohamed Sanhadji: Anklage gegen Sicherheitschef von Mbappé

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Mohamed Sanhadji: Anklage gegen Sicherheitschef von Mbappé
Mohamed Sanhadji, Kylian Mbappé, Französische Nationalmannschaft

Mohamed Sanhadji, langjähriger Sicherheitschef der französischen Nationalmannschaft, ist wegen Bestechung, Betrug und Geldwäsche angeklagt. Kylian Mbappé zahlte 180.300 Euro.

Der langjährige Sicherheitschef der französischen Nationalmannschaft, Mohamed Sanhadji, steht im Zentrum eines Ermittlungsverfahrens. Am 16. September wurde offiziell Anklage gegen den ehemaligen Polizisten erhoben. Ihm werden Bestechung, Betrug und Geldwäsche im Zusammenhang mit Steuerhinterziehung vorgeworfen. Das Gericht ordnete eine Kaution von 80.000 Euro, ein Kontaktverbot zu aktuellen und ehemaligen Spielern, Trainern und Funktionären sowie ein Berufsverbot im Sportbereich an. Für Sanhadji gilt die Unschuldsvermutung.

Ermittlungen und Zahlungen von Kylian Mbappé

Auslöser der Ermittlungen waren Hinweise der französischen Finanzermittlungsstelle Tracfin. Die Justiz prüft unter anderem, ob Zahlungen von Nationalspielern tatsächlich freiwillige Zuwendungen waren oder als verschleierte Entlohnung für private Sicherheitsdienste dienten. Auch Kylian Mbappé, 27, zahlte an Sanhadji: Insgesamt flossen 180.300 Euro. Darunter waren 60.300 Euro aus einem WM-Bonus, den der Superstar nach der Weltmeisterschaft 2022 an sein Sicherheitsteam verteilte. Weitere 120.000 Euro erhielt Sanhadji über Mbappés Mutter und Agentin Fayza Lamari als Darlehen für einen Hauskauf.

Mbappés Umfeld erklärte, die Zahlungen seien eine Anerkennung für Sanhadjis Arbeit gewesen und ohne Gegenleistung erfolgt. Der Verdacht verfestigte sich jedoch unter anderem durch Privatreisen, darunter eine Reise nach Kamerun im Juli 2023. Gegen Mbappé selbst liegt keine Anklage vor.

Weitere Spieler und hohe Summen

Auch andere aktuelle und ehemalige Nationalspieler sollen Sanhadji zwischen 2020 und 2024 insgesamt mehr als 300.000 Euro gezahlt haben. Zu den genannten Namen gehören unter anderem Raphaël Varane, Laurent Blanc und Matteo Guendouzi. In einer Nachricht an Guendouzi soll Sanhadji am 25. Oktober 2024 geschrieben haben, dass es mit ihm aus sei, wenn diese Angelegenheit ans Licht komme.

Sanhadji war über viele Jahre eine wichtige Figur im Umfeld der französischen Nationalmannschaft. Trotz seiner vorzeitigen Pensionierung wurde er anschließend vom Verband bis Juli 2026 beschäftigt und begleitete die Auswahl zur Weltmeisterschaft.

Hintergrund und offene Fragen

Die Ermittlungen werfen ein Schlaglicht auf die finanziellen Verflechtungen zwischen Spielern und ihrem Sicherheitspersonal. Die Frage, ob die Zahlungen als versteckte Gehälter für private Sicherheitsdienste zu werten sind, steht im Mittelpunkt. Sanhadji selbst hat sich bislang nicht öffentlich geäußert. Die Unschuldsvermutung gilt weiterhin.

Der Verband hatte Sanhadji trotz seiner Pensionierung weiterbeschäftigt. Die Justiz prüft nun, ob die Zahlungen der Spieler strafrechtlich relevant sind. Für Mbappé und andere genannte Spieler liegen keine Anklagen vor. Die Ermittlungen dauern an.

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