Müller und Hummels wollen Amadora zu europäischem Top-Klub machen

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Müller und Hummels wollen Amadora zu europäischem Top-Klub machen
CF Estrela Amadora, Fußball, Portugal

Ein internationales Konsortium unter der Führung des Deutschen Johannes Mösmang hat 90 Prozent der Anteile am portugiesischen Erstligisten CF Estrela Amadora gekauft. Mit dabei sind die deutschen Weltmeister von 2014, Thomas Müller und Mats Hummels. Die neuen Eigentümer wollen die Infrastruktur des Klubs verbessern und ihn langfristig in die europäischen Wettbewerbe führen.

Die treueste Fan-Gruppierung des portugiesischen Erstligisten CF Estrela Amadora ist auf dem Weg zum Liga-Spiel gegen Académico de Viseu. Eigentlich sollte die Partie im vereinseigenen Stadion in der 190.000-Einwohner-Vorstadt Amadora im Norden Lissabons ausgetragen werden.

Spielauswärts und neuer Eigentümer

Doch der Rasen im Estádio José Gomes ist seit fünf Jahren nicht mehr ordentlich gepflegt worden und nun so zerfleddert, dass an diesem September-Sonntag im 88 Kilometer entfernten Rio Maior gespielt werden muss. Was Mats Hummels (37) und Thomas Müller (37) damit zu tun haben? Die deutschen Weltmeister von 2014 sind seit Ende August Eigentümer von Estrela (Portugiesisch für Stern). Ein internationales Konsortium hat 90 Prozent der Anteile am Klub gekauft.

Weil der Rasen im vereinseigenen Stadion unbespielbar war, musste Estrela sein Liga-Heimspiel am 20. September gegen Viseu (0:2) in einem fremden Stadion austragenMüller und Hummels sind wie ihre ehemaligen Bayern-Mitspieler Yann Sommer (37/jetzt Brügge) und Lucas Hernández (30/jetzt Paris Saint-Germain) sogenannte strategische Mitbesitzer. Der genaue Übernahmepreis wurde nicht öffentlich gemacht. In Portugal ist von rund 50 Mio.

Euro die Rede. Bekannt ist, dass "ADvantage" involviert ist, ein Investment-Unternehmen, das von Alex Bente mitgeführt wird - einem Urgroßenkel des Adidas-Gründers Adi Dassler. Ein Deal, der auf den ersten Blick überrascht. Ex-Bayern-Keeper Yann Sommer (37/aktuell beim Club Brügge) ist ebenfalls ein strategischer Mitbesitzer von Estrela AmadoraAls BamS als erstes deutsches Medium beim Müller-Hummels-Klub vorbeischaut, wird nämlich schnell deutlich, dass die neuen Eigentümer viel Aufbauarbeit leisten müssen.

Eine der Tribünen des Stadions in der Nähe des Bahnhofs ist gesperrt, aus Sicherheitsgründen. Und weil derzeit auch kein klubeigenes Trainingsgelände zur Verfügung steht, müssen fremde Plätze angemietet werden - in fast einstündiger Busfahrt-Entfernung.

Pepas Aufbruchstimmung und Ausbaupläne

Aber: Niemand meckert über die Bedingungen, es herrscht Aufbruchstimmung: "Ich vertraue darauf, dass die neuen Eigentümer all das umsetzen, was sie vorhaben", erklärt Trainer Pepa (45) und sagt: "Bis es so weit ist, arbeiten wir alle mit dem, was wir aktuell haben - und geben dabei alles, was wir haben. Wir alle haben riesige Lust, ein Teil dieser Entwicklung zu sein.

"Was Pepa meint: Müller, Hummels und ihre Mitinvestoren wollen die Infrastruktur und die Qualität des Kaders so verbessern, dass Estrela dauerhaft zu einem der besten acht Klubs in Portugal wird. Für die meisten Fans wirkt das noch wie ein ferner Traum. 2011 war ihr Verein insolvent und wurde aufgelöst.

Wenige Monate später gründeten 13 treue Anhänger einen Nachfolgeklub - ebenfalls mit dem Namen Estrela, der zunächst nur im Jugend- und Amateurfußball aktiv sein konnte. 2020 stieg Amadora wieder in die 3. Liga auf und kehrte drei Jahre später in die 1. Liga zurück - damals gepusht von amerikanischen Investoren. Und jetzt sind die Deutschen da und wollen Estrela noch heller leuchten lassen - und mittelfristig sogar in die europäischen Wettbewerbe führen!

Präsident Johannes Mösmang und seine Vision

Ein extrem ambitionierter Plan, hinter dem ein ambitioniertes Mastermind steckt: Präsident Johannes Mösmang (35), der Patensohn von Ex-Bayern-Stürmer Claudio Pizarro (47). Seine Mutter stammt wie Pizarro aus Peru, der Vater aus Bayern. Wie Müller und Hummels hat Mösmang, der einst Jura studierte, beim FC Bayern Karriere gemacht: Nach einem Praktikum in der Rechtsabteilung 2016 arbeitete er sich in den sportlichen Bereich hinein, zunächst als Scout.

Dabei half ihm, dass er früher selbst Fußball spielte, eine Weile sogar in der Jugend des brasilianischen Topklubs FC São Paulo. Der neue Estrela-Präsident Johannes Mösmang (35) ist einer der jüngsten Vereinschefs im europäischen SpitzenfußballIrgendwann machte ihn die sportliche Führung zum Spieler-Betreuer. Mösmang spricht unter anderem Englisch, Spanisch, Portugiesisch und Französisch, konnte also mit allen Spielern kommunizieren und wurde ein Bindeglied zwischen Kabine und Vorstandsetage.

Später kam seine Sprachbegabung auch bei Transfergesprächen zum Einsatz, einige Deals fädelte er sogar selbst ein. Mit den Jahren hatte sich Mösmang nämlich ein großes, internationales Netzwerk aufgebaut. Diese Rundum-Ausbildung gibt ihm heute das Selbstvertrauen, selbst einen Klub zu führen. Wie es Mösmang gelang, Müller und Hummels, mit denen er sich in München angefreundet hatte, von seiner Vision für Amadora zu überzeugen?

"Portugiesische Klubs gehören zu den spannendsten Investment-Möglichkeiten in der gesamten Fußballwelt", erklärt der neue Boss, der zu den jüngsten Vereinschefs in den europäischen Topligen zählt.

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