Die Bahn plant eine Ausdünnung der täglichen Zugverbindungen zwischen Schwaben und Oberbayern. In München befürchten Kritiker mehr Stau – denn auch auf der Straße droht ein problematischer Engpass. data-manual=googleTeaserText
Die Deutsche Bahn plant ab 2028, die Regionalzugverbindungen zwischen Augsburg und München von bis zu vier auf zwei Züge pro Stunde und Richtung zu reduzieren.
Münchens Oberbürgermeister, die CSU, die Grünen und die Bayerische Eisenbahngesellschaft warnen vor einem Verkehrschaos im Münchner Westen, da gleichzeitig ab 2028 der Allacher Tunnel saniert wird. Auslöser der Ausdünnung ist eine Entscheidung der Bundesnetzagentur, die dem italienischen Anbieter Italo ab Frühjahr 2028 Kapazitäten im deutschen Schienennetz freihält. Die Bahn plant eine Ausdünnung der täglichen Zugverbindungen zwischen Schwaben und Oberbayern. In München befürchten Kritiker mehr Stau – denn auch auf der Straße droht ein problematischer Engpass.und München auszudünnen.
Denn in der Stadt nimmt die Sorge vor einem Verkehrschaos im Münchner Westen zu. Die Befürchtung: Würden mehr Menschen von der Bahn auf das Auto umsteigen, könnte dies zu noch mehr Verkehrsbelastungen im ohnehin staugeplagten Großraum führen.
Parallel dazu wird, ebenfalls von 2028 an, mit dem Allacher Tunnel einer von Bayerns wichtigsten Autobahntunneln saniert Im Zentrum der Kritik aber stehen die umstrittenen Pläne der DB, auf einer der wichtigsten Regionalbahnverbindungen Süddeutschlands nur noch zwei Züge je Richtung in der Stunde fahren zu lassen – statt bislang jeweils bis zu vier in den Hauptverkehrszeiten zwischen Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause geht mit den Plänen der DB hart ins Gericht: „Die angekündigte Ausdünnung des Regionalverkehrs zwischen Augsburg, Ingolstadt und München wäre ein verkehrspolitischer Skandal.
“ Bereits gegenwärtig, so der OB, seien die Züge gerade in den Hauptverkehrszeiten sehr stark ausgelastet und für die Achse Augsburg – München werde in den kommenden Jahren einer der stärksten Fahrgastzuwächse in ganz Deutschland prognostiziert.kontrolliert, finanziert und organisiert, stellt sich gegen die Pläne der Deutschen Bahn. Der Freistaat, teilt eine Sprecherin auf Nachfrage mit, fordere eine Aufrechterhaltung des Status quo und somit mehr Züge als in den vorgestellten Plänen.
Diese konnten in einem von der Bundesnetzagentur veröffentlichten Dokument eingesehen werden. Die BEG betont dabei die enorme Bedeutung der Trasse Augsburg – München – sowohl für den Fern- als auch den Nahverkehr. Die Verbindung gehöre zu den Top fünf der nachfragestärksten Regionalzugstrecken in Bayern, teilt die BEG mit. Derzeit nutzen laut deren Statistik an einem durchschnittlichen Schultag etwa 20 000 Pendlerinnen und Pendler die Regionalzüge zwischen der Landeshauptstadt und Bayerns drittgrößter Stadt.
In der Hauptverkehrszeit kommen bis zu 1600 Menschen pro Stunde in München an – die am stärksten nachgefragten Regionalzüge transportieren durchschnittlich bis zu 700 Fahrgäste am Tag. Welche Auswirkungen es hätte, wenn das Angebot von 2028 drastisch zurückgefahren würde, will die Eisenbahngesellschaft aber nicht bewerten.
„Das Entwerfen hypothetischer Szenarien ist zum jetzigen Zeitpunkt wenig zielführend“, so die Sprecherin. Sollten tatsächlich von 2028 an mehr ICE-Züge im Fernverkehr auf der Magistrale Augsburg – München und weniger Regionalzüge eingesetzt werden, befürchtet indes CSU-Stadtrat Sebastian Kriesel enorme Nachteile für die Menschen – in Oberbayern wie in Schwaben.
„Diese Strecke ist so wichtig, und wir haben mittlerweile in München fast genauso viele Auspendler wie Einpendler“, sagt der Vorsitzende des Bezirksausschusses Aubing-Lochhausen-Langwied. „Und die Züge sind heute schon oft sehr voll oder gar überfüllt. “ Angesichts der steigenden Nutzerzahlen bei der Bahn und auch der hohen Spritpreise müsse die Attraktivität des Regionalzugverkehrs gesteigert statt reduziert werden, sagt Kriesel.
Auch deshalb hat seine Fraktion im Stadtrat einen Antrag eingebracht, der OB Krause dazu auffordert, sich zumindest für den Erhalt des derzeitigen Angebots einzusetzen. Denn die Christsozialen befürchten einen weiteren negativen Effekt durch die Ausdünnung des Regionalzugverkehrs. Ebenfalls von 2028 an beginnt die mehrjährige Sanierung des Allacher Tunnels, den täglich mehr als 135 000 Fahrzeuge durchfahren. Weniger Regionalzüge würden wieder mehr Menschen zum Umstieg auf das Auto bewegen, befürchtet CSU-Stadtrat Kriesel.
Und dies könne der ohnehin staugeplagte Münchner Westen mit den chronisch überlasteten Autobahnen A99-West und A8 nicht verkraften.
„Das könnte zum mehrjährigen Kollaps führen. “ Den befürchtet auch Markus Büchler, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im bayerischen Landtag. „Die Verkehrssituation ist schon beim bestehenden Zugangebot schwierig. Aber mit einer Ausdünnung droht das Chaos im Münchner Westen“, sagt Büchler.
Pendler im Auto würden sich im Umland und der Stadt andere Routen suchen – und eine Infrastruktur, die bereits am Limit ist, vollkommen überlasten.zu einem Umdenken auf. Den Grund, warum überhaupt über die Reduzierung des Regionalzugverkehrs nachgedacht wird, sieht Büchler in der Konkurrenz durch den Fernverkehr – und einem Fehler im System. Denn das italienische Zugunternehmen Italo drängt auf den deutschen Markt und will von Frühjahr 2028 an auf entscheidenden Magistralen ein gehöriges Wörtchen mitreden.
Darunter befindet sich die Trasse München – Berlin – Hamburg, aber auch München – Köln – Dortmund, die über Augsburg führt. Den Italo-Einstieg in den deutschen Markt ermöglichte eine Entscheidung der Bundesnetzagentur. Im Juli hatte die Behörde verfügt, dass im deutschen Schienennetz mehr Kapazitäten für Konkurrenten der DB Fernverkehr freigehalten werden müssen. Die Bundesnetzagentur erhofft sich durch die Marktöffnung höhere Qualität im System und niedrigere Ticketpreise für die Fahrgäste – Kritiker befürchten, dass der Regionalverkehr unter die Räder kommt.
„Wegen des Einstiegs von Italo muss auf den Trassen Platz gefunden werden“, sagt Büchler – denn der italienische Anbieter wolle von 2028 an stündlich von München aus Köln und alle zwei Stunden Berlin bedienen. „Da war dann die Frage, nehme ich Regionalzug-, Güter- oder Fernverkehr raus. “ Die Entscheidung, den Regionalzugverkehr ausdünnen zu wollen, konterkariere aber das Ziel der bayerischen Staatsregierung, die Passagierzahlen verdoppeln zu wollen, so Büchler – hinter dem auch die Grünen ausdrücklich stünden.
Und sie gefährde den Wirtschaftsstandort; Menschen müssten pünktlich zur Arbeit oder Studierende aus Augsburg in die Uni nach München kommen. Der Fehler im System besteht aus Büchlers Sicht darin, dass jeder Anbieter, der auf gewissen Strecken fahren möchte, dort auch fahren dürfe. Das unterstreiche auch, dass immer mehr private Anbieter wie auch die österreichische Westbahn oder Flixtrain in den Markt drängten – die Kapazitäten im deutschen Netz aber begrenzt seien.
„Daher muss der Bund die Regeln ändern und stärker den Fernverkehr steuern“, fordert der Grüne. „Die Bundesnetzagentur jedenfalls fordere ich auf, die Entscheidung im Fall Augsburg –München zurückzunehmen. “Die Deutsche Bahn will indes nicht ins Detail gehen, wie Fern- und Nahverkehr künftig in Einklang gebracht werden sollen. Eine Sprecherin betonte lediglich, dass derzeit ein Plan zur „Erhöhung der Schienenwegkapazität“ erarbeitet werde – auch vor dem Hintergrund, dass der Bahnknoten München komplett überlastet ist.
In diesem Plan seien sowohl langfristige Infrastrukturmaßnahmen als auch kurzfristige Projekte enthalten. Der Prozess aber laufe noch, dementsprechend könne die Bundesnetzagentur noch Änderungen vornehmen. Dennoch hat auch Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter die Pläne der DB massiv kritisiert und gemeinsam mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Ulrich Lange unlängst zu einem runden Tisch eingeladen – mit dabei sein sollen Vertreter der Deutschen Bahn.
Das dürfte auch im Sinne von Münchens OB Krause sein, der betont, dass das Mobilitätsreferat zu der Thematik in Kontakt mit dem bayerischen Verkehrsministerium stehe und sehr deutlich auf die negativen Auswirkungen von Angebotseinschränkungen hingewiesen habe. Auch Krause hebt die ökonomische Bedeutung eines funktionierenden Nahverkehrs hervor: „Die geplanten Zugstreichungen sind nicht nur ein Schlag ins Gesicht von Zehntausenden Pendlerinnen und Pendlern, sondern wären auch fatal für die Münchner Wirtschaft“, so der OB.
„Wir brauchen deshalb nicht weniger Nahverkehr, sondern mehr. “Die Bewerbung verspricht einen Infrastruktur-Boost. Doch bei Olympischem Dorf, U-Bahn-Ausbau und Bahnprojekten ist längst nicht sicher, was rechtzeitig fertig wird.
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