Ihre Aussagen zu MeToo und Corona sorgten für heftige Kritik – mit Folgen für ihre Karriere und ihr Umfeld. Jetzt erzählt die Schauspielerin Nina Proll, warum sie inzwischen zurückhaltender agiert.
Ihre Aussagen zu MeToo und Corona sorgten für heftige Kritik – mit Folgen für ihre Karriere und ihr Umfeld. Jetzt erzählt die Schauspielerin Nina Proll, warum sie inzwischen zurückhaltender agiert.
-Pandemie zu den wenigen in ihrer Branche, die sich maßnahmenkritisch äußerten. Sie nahm unter anderem auch an der Aktion #allesdichtmachen teil. Nina Proll hatte in ihrem Video satirisch bespöttelt, wie schön es sei, dass Virologen nun über das Leben bestimmten und dass Einsamkeit ja auch Geselligkeit sein könne.
„Das Leben kann tödlich sein. Bleiben Sie für immer zu Hause und unterstützen Sie die Corona-Maßnahmen“, sagt die Österreicherin am Schluss ihres kurzen Clips mit einem gezwungenen Lächeln in die Kamera. Im Gegensatz zu anderen Kollegen hat Nina Proll im Angesicht des Shitstorms, der über die Aktion hineinbrach, ihr Video nicht zurückgezogen. Die 52-Jährige bereut ihre Teilnahme bis heute nicht, wie sie jetzt im Dennoch habe sich für sie im Umgang mit der Öffentlichkeit etwas geändert.
Was politische Aussagen angeht, agiere sie inzwischen vorsichtiger und äußere sich zurückhaltender, sagt Nina Proll.
„Das ist eine bewusste Entscheidung, dass ich an ganz vielen Debatten oder auch Scheindebatten nicht teilnehmen möchte, so lange sich an dieser Form des öffentlichen Diskurses nichts ändert. “ Die Schauspielerin, die 1999 in Barbara Alberts Spielfilmdebüt „Nordrand“ ihren ersten großen Filmerfolg feierte und für diese Rolle bei denals beste Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet wurde, hatte auch in der MeToo-Debatte eine kontroverse Sichtweise vertreten. „Warum bestehen eigentlich immer die Feministinnen darauf, dass Frauen Opfer sind?
“, hatte Proll 2017 in einem provokanten Facebook-Posting gefragt und unter anderem geschrieben, dass das in dieser Kampagne vorherrschende Bild „Frauen sind Opfer, Männer Täter“ differenziert gehöre. Dass sie sich mittlerweile in Zurückhaltung übe, habe mehrere Gründe.
„Auf der einen Seite, dass man das Gefühl hat, man erreicht nicht das, was man möchte, nämlich einen offenen, ehrlichen Diskurs“, so Proll. „Und dann hat man auch noch Probleme deswegen auf anderem Wege. “Vergangenes wolle sie nicht ungeschehen machen, sie bereue das Gesagte auch nicht, so die Schauspielerin weiter.
„Weil es andere Türen geöffnet und andere Begegnungen ermöglicht hat“, aber natürlich hätten sich durch ihre Statements auch Türen verschlossen.an sich gewesen, denn der sei ja inzwischen fast täglich anzutreffen und auch nach drei Tagen wieder vorbei. Es gehe eher um das, was danach komme: „Dass du das Gefühl hast, es gibt Partner, Arbeitgeber, Kollegen, die sich von dir distanzieren müssen, weil sie nicht mit dir in Verbindung gebracht werden wollen.
Dass du Jobs oder Auftritte verlierst, dass Werbepartner glauben, nicht mit dir werben zu können.
“, die davon abhängig seien, dass ein bestimmtes Weltbild vermittelt würde. Sie versuche seit acht Jahren, eine Förderung zu bekommen, könne ihr Projekt aber bis heute nicht finanzieren. Man habe ihr gesagt, dass ihre Message fragwürdig sei. Im Film solle es darum gehen, dass der Kampf der Geschlechter eine Lose-Lose-Situation herbeiführt und dass Frauen, wenn sie in Machtpositionen sind, auch nicht davor gefeit sind, von dieser Macht korrumpiert zu werden.
Mit Einlassungen wie diesen bleibt es im Podcast dann doch nicht gänzlich unpolitisch oder zurückhaltend. Nina Proll sagt, sie habe sich nicht verbiegen müssen für ihre Karriere. Ihre Followerzahlen hätten sich nach jeder der heftig geführten Debatten verdoppelt. Sie versuche aber nur ehrlich in der Auseinandersetzung zu sein.bezeichnet Proll als vergiftet.
Sie habe das Gefühl, sie werde medial und politisch permanent manipuliert: „Es wird mir ständig etwas erzählt und immer wird etwas weggelassen. Es wird mir auch ständig etwas verkauft, jede Ideologie wird irgendwann zum Geschäftsmodell.
“ Als Beispiele führt die Schauspielerin die Wärmepumpe, die Impfung oder das E-Auto an. „Letztlich geht es immer um Konsum und nie wirklich um die Sache. “
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