Nach Testspiel-Enttäuschung: Diese Probleme muss Köln-Trainer René Wagner jetzt lösen

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FC-Trainer René Wagner geht unter Druck in die Derby-Woche. Dabei werden die Probleme des FC-Trainers ausgerechnet jetzt noch größer.

Die Diskussionen um René Wagner begleiten den 1. FC Köln in die Derby-Woche. Ausgerechnet jetzt muss der Trainer zahlreiche sportliche Baustellen bearbeiten. Der schwache Test bei Viktoria Köln und die Verletzungen von Thijs Dallinga und Ragnar Ache verschärfen die Situation vor dem Bundesliga-Spiel gegen Gladbach zusätzlich.

René Wagner steht mit verschränkten Armen und konzentrierter Miene an der Seitenlinie. Ab und zu wandern die Hände in die Hosentaschen. Gelegentlich gibt er ein Kommando oder ruft eine Aufmunterung auf den Platz, häufiger ist der Austausch mit seinem Trainerteam. Es sind Szenen, die sich beim Test desbei Viktoria Köln am Samstag immer wiederholen - und die man vom Auftreten Wagners aus seinen bis dato zwölf Pflichtspielen als FC-Trainer kennt.

Wagner ist keiner, der 90 Minuten wild gestikulierend durch seine Coachingzone läuft. Er beobachtet viel, analysiert, greift punktuell ein. Nun muss ein erfolgreicher Trainer nicht zwingend permanent lautstark auf seine Mannschaft einwirken - prominente Gegenbeispiele gibt es genug. An diesem Nachmittag fällt Wagners Ruhe trotzdem auf.

Denn das Stadtduell auf der anderen Rheinseite gibt auch abseits von Verletzungs-Hiobsbotschaften Anlass zur Sorge: Sein FC tut sich gegen einen Drittligisten extrem schwer, ermöglicht dem Gegner durch dicke Patzer mehrere gute Chancen". Viel mehr gab Wagner an bilanzierenden Worten nicht preis, zumindest nicht nach außen. Intern dürften die Analysen deutlich weniger ruhig und positiv ausfallen, denn die ohnehin schon lange Problemliste ist durch den wackligen Test nicht kürzer geworden. Im Gegenteil.

-Start verlief mit nur vier Punkten aus vier Spielen deutlich holpriger als erhofft, nur das erste Saisonspiel gegen die TSG Hoffenheim konnte gewonnen werden. Besonders defensive Standards wurden zum Problem, individuelle Fehler häuften sich. Gleichzeitig fehlte trotz teilweise ordentlicher Auftritte der Ertrag vor dem gegnerischen Tor. Wagner selbst bemängelte zuletzt fehlende Laufwege, Intensität und die fehlende Umsetzung von Vorgaben.

Auch offensiv greifen trotz hochtalentierter Spieler wie Said El Mala oder Mikey Moore noch nicht alle Rädchen ineinander. Die logische Folge im bekanntlich unruhigen Vereinsumfeld: Der Trainer wird infrage gestellt. Sportdirektor Thomas Kessler hatte Wagner in der Sommerpause noch klar das Vertrauen ausgesprochen, doch in Fankreisen wachsen die Zweifel am gebürtigen Dresdner.

"" wurde Wagner in der vergangenen Woche vom"Geissblog" zitiert. "Maximal aufgeladen: Köln trifft im Derby auf Gladbach Ausgerechnet in dieser angespannten Situation wartet nun das Derby gegen Borussia Mönchengladbach. Bis Sonntag muss Wagner Antworten auf offene Fragen in mehreren Mannschaftsteilen finden. Seit dem Test im Sportpark Höhenberg sind einige hinzugekommen, auch wenn dem FC neun Nationalspieler fehlten und diese Elf so wohl nicht mehr zusammenspielen wird.

Das womöglich drängendste Problem liegt plötzlich im Sturmzentrum. Thijs Dallinga, vor der Saison als Konkurrent für Ragnar Ache verpflichtet, erlitt eine Verletzung am Kreuzband und fällt mehrere Monate aus. Ache wurde für Dallinga eingewechselt und musste zur Pause ebenfalls in der Kabine bleiben. Diagnose: Muskelverletzung am Oberschenkel.

Gegen die Viktoria kam schießlich Imad Rondic als Ersatz des Ersatzes. Der Bosnier stand bei den Kölnern längst auf dem Abstellgleis, könnte nun aber aus der Not geboren gefragt sein. Das liegt auch daran, dass der Rest der"zweiten Reihe" im Testspiel keine überzeugenden Bewerbungsschreiben abgab. Marius Bülter war zwar an beiden Kölner Treffern beteiligt und köpfte selbst zum 2:2 ein, offenbarte in vielen Situationen aber Schwächen im Kombinationsspiel.

Luca Waldschmidt und Jan Thielmann hatten einzelne gute Momente, blieben insgesamt aber zu blass. Ich glaube, jeder hat versucht, eine Performance zu zeigen .

" Worte, die doch eher nach"bemüht" und weniger nach"überzeugend" klingen. Auch von den etlichen U21-Spielern, die angesichts der Länderspiel-Kaderlücke des FC zu Spielminuten kamen, konnte sich im Testspiel keiner nachdrücklich empfehlen. Vielmehr reihten sich beispielsweise die flattrigen Auftritte der Innenverteidiger-Talente Assad Kotya-Fofana und Luis Stapelmann in eine wie zuletzt auch in der Bundesliga fehleranfällige Defensivleistung der Kölner ein. Neuzugang Borna Sosa unterliefen auf der linken Abwehrseite neben einigen ordentlichen Aktionen teilweise haarsträubende Aussetzer.

Auf der Doppelsechs gaben Tom Kraus und Ellyes Skhiri kein souveränes Bild ab. Auch mit verändertem Personal sah Wagner damit altbekannte Probleme: individuelle Abwehrfehler sowie fehlende Kontrolle im Zentrum. Hoffnung wird man beim FC jetzt in die Nationalspieler setzen, die zu Beginn der Woche nach und nach ans Geißbockheim zurückkehren. Und das mit Rückenwind: Mikey Moore überzeugte als Kapitän für Englands U20, Isak Jóhannesson zeigte sich für Island formverbessert und Said El Mala feierte sein Debüt für die deutsche A-Nationalmannschaft.

Es freut mich einfach, dass er jetzt deutscher Nationalspieler ist. Es freut mich, dass er beim 1. FC Köln spielt. Dass wir einen deutschen Nationalspieler haben, der er mit einer breiten Brust wieder zurückkommt.

Zudem weiß man in Köln ganz genau, dass ein Erfolg gegen angeschlagene Gladbacher das Stimmungs-Ruder mit einem Schlag herumreißen könnte. Spürt Wagner schon das Kribbeln vor seinem ersten Derby gegen Gladbach? Nein, sagt er. Das werde mit Beginn der Spielvorbereitung auf die Borussia kommen.

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