Während die USA und der Iran weiterhin Militäraktionen gegeneinander führen, äußert sich US-Präsident Trump optimistisch über eine bevorstehende Einigung. Gleichzeitig verschärft sich die humanitäre Lage im Libanon durch israelische Angriffe, und die Hisbollah zeigt sich verhandlungsbereit für eine Feuerpause.
Die Spannungen im Nahen Osten sind erneut eskaliert, nachdem die USA und der Iran gegenseitige Militäraktionen durchgeführt haben. Mit der Krise einher geht eine komplexe Verhandlungsdynamik um einen möglichen Waffenstillstand und die Wiedereröffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus.
Während US-Präsident Donald Trump optimistisch äußert, binnen weniger Tage eine Einigung mit dem Iran zu erzielen, meldet die iranische Nachrichtenagentur Tasnim eine Aussetzung der indirekten Gespräche. Die Hisbollah-Miliz im Libanon hat unterdessen einen US-Vorschlag für eine beidseitige Feuerpause angenommen, die eine sofortige Einstellung der israelischen Angriffe auf die südlichen Vororte von Beirut vorsieht. Parallel dazu haben iranische Streitkräfte mehrere ballistische Raketen auf Nachbarstaaten am Persischen Golf abgefeuert.
Nach Angaben des US-Regionalkommandos Centcom wurden zwei auf Kuwait gerichtete Raketen abgefangen oder verfehlten ihr Ziel, drei weitere auf Bahrain zielende Geschosse wurden von US und bahrainischen Luftverteidigungskräften abgefangen. Beide Länder beherbergen wichtige US-Militärstützpunkte. Die US-Streitkräfte hatten zuvor nach eigenen Angaben Radar- und Drohnenkontrollzentren im Iran bombardiert, als Reaktion auf die iranische Abschießung einer amerikanischen MQ-1-Drohne über internationalen Gewässern, wie Centcom betont.
Die iranischen Revolutionsgarden erklärten ihrerseits, einen Vergeltungsschlag gegen den Stützpunkt ausgeführt zu haben, von dem der US-Angriff gestartet worden sei. Die humanitäre Lage im Libanon hat sich unterdessen dramatisch verschlechtert. Bei anhaltenden israelischen Luftangriffen wurden nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums seit Beginn der aktuellen Eskalation Anfang März bereits 3433 Menschen getötet und mehr als 10.000 verletzt. Insbesondere die dicht besiedelten südlichen Vororte Beiruts, die als Hochburg der Hisbollah gelten und als Dahija bekannt sind, leiden unter massivem Beschuss.
Unmittelbarer Anlass für die jüngste Eskalation war ein iranischer Angriff mit Hunderten ballistischer Raketen und Drohnen auf israelische Ziele vor einigen Wochen, der wiederum eine US-amerikanische und israelische Gegenoffensive auslöste. In diesem Kontext meldet die iranische Nachrichtenagentur Tasnim, dass Teheran eine Wiederaufnahme der Verhandlungen über den seit drei Monaten andauernden Konflikt bis zur Erfüllung bestimmter Forderungen aussetze: Dazu gehören ein sofortiges Ende der israelischen Militäreinsätze im Gazastreifen und im Libanon sowie der vollständige Abzug Israels aus den besetzten Gebieten im Libanon.
Die USA und Israel haben diese Bedingungen bisher nicht akzeptiert. Trotz der anhaltenden Feindseligkeiten bemüht sich die US-Regierung weiter um eine diplomatische Lösung. Trump bekräftigte auf seiner Plattform Truth Social, dass die Gespräche mit dem Iran fortgesetzt würden, und widersprach damit dem Tasnim-Bericht über eine Aussetzung. Seine Äußerung gegenüber ABC News deutet darauf hin, dass eine Einigung über eine Verlängerung des Waffenstillstands und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus in Sicht sei.
Diese Wasserstraße ist für den globalen Öltransport von entscheidender Bedeutung. Gleichzeitig hat die israelische Armee nach einer Phase relativer Ruhe ihre Angriffe auf die Hisbollah-Stellungen in den südlichen Vororten Beiruts wieder aufgenommen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz begründeten diesen Schritt mit den fortgesetzten Attacken der Miliz auf israelisches Territorium. Die israelische Luftabwehr ist nach eigenen Angaben im Dauereinsatz, um anfliegende Geschosse abzufangen.
Die Hisbollah-Abgeordnete Hassan Fadlallah erklärte, die Gruppe unterstütze einen vollständigen Waffenstillstand als Vorstufe zu einem israelischen Truppenabzug, werde aber in den kommenden Tagen prüfen, ob die Waffenruhe tatsächlich halte. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklung mit großer Sorge, da eine weitere Eskalation weite Teile der Region in einen offenen Krieg ziehen könnte
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