Die Donau führt zu wenig Wasser: Eine für Oktober geplante Schifffahrt des BUND Naturschutz muss daher ausfallen. Für den Verband ein Zeichen dafür, wie stark sich der Wasserhaushalt verändert.
ANZEIGE Die Donau führt zu wenig Wasser: Eine für Oktober geplante Schifffahrt des BUND Naturschutz muss daher ausfallen. Für den Verband ein Zeichen dafür, wie stark sich der Wasserhaushalt verändert.
Eigentlich sollte es eine besondere Fahrt werden: Am 11. Oktober wollte der BUND Naturschutz in Bayern mit Interessierten auf der Donau von Vilshofen nach Straubing fahren. Hubert Weiger, Ehrenvorsitzender des Verbandes und langjähriger Kämpfer für die frei fließende Donau, wollte an Bord über die Ökologie des Flusses, Ausbaupläne und Hochwasserschutz sprechen. Doch daraus wird nichts.
Der BN hat die Fahrt wegen des niedrigen Wasserstands abgesagt.
„Wir bedauern die Absage sehr“, sagt Irene Weinberger-Dalhof vom BN. Die Fahrt sei bereits seit fast einem Jahr vorbereitet worden. Nach Angaben des Verbandes ist es das erste Mal seit rund 25 Jahren, dass die jährlich veranstaltete Donauschifffahrt wegen Niedrigwasser ausfallen muss. Besonders kritisch ist die Situation demnach an den Pegeln Pfelling und Hofkirchen.
Für die kommenden Tage werde dort ein Wasserstand erwartet, der rund 20 Zentimeter unter dem bislang gemessenen niedrigsten Wert liegen könnte, teilt der BN mit. Auf der Schifffahrtsstraße steht aktuell nach Angaben des Verbandes eine Fahrrinnentiefe von etwa 1,4 Metern zur Verfügung. Das sei zwar noch , wo derzeit nur knapp 1,2 Meter zur Verfügung stünden. Für viele Schiffe reiche das aber nicht mehr für eine sichere Fahrt aus.
Die Konsequenz betrifft nicht nur die geplante BN-Veranstaltung. Niedrige Wasserstände können auch die kommerzielle Binnenschifffahrt erheblich einschränken, weil Schiffe weniger Ladung aufnehmen können oder Fahrten ganz ausfallen müssen. Für Weiger ist die Entwicklung ein Beispiel für die Folgen der Erderhitzung.
„Grund für die niedrigen Pegel in ganz Deutschland ist die Klimakrise und die damit verbundene Dürrephase in diesem Sommer, die immer noch anhält“, sagt er. Der BN verweist darauf, dass niedrige Wasserstände nicht nur die Schifffahrt betreffen. Auch Landwirtschaft, Wasserwirtschaft und Gesundheit könnten durch zunehmende Wetterextreme belastet werden. Der Klimawandel lässt sich nicht als alleinige Ursache eines einzelnen Ereignisses angeben, verändert aber langfristig die Wetterlage.
Regen wird zum Beispiel seltener, fällt dafür aber intensiver. Häufigere Dürre-Perioden sind nur eine der Folgen. Der Naturschutzverband warnt zugleich davor, auf niedrige Wasserstände vor allem mit einem weiteren Ausbau der Flüsse zu reagieren. Die Klimakrise könne man „nicht einfach wegbaggern“, so die Botschaft des Verbandes.
Stattdessen fordert der BN mehr natürlichen Wasserrückhalt in Böden und Landschaft sowie die Renaturierung von Flüssen und Auen. Bei der Schifffahrt könnten zudem flachgehende Schiffe und eine stärkere Verlagerung von Transporten auf die Schiene helfen.
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