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Neue Infrastruktur: Wie die Golfstaaten die Straße von Hormus umgehen

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Neue Infrastruktur: Wie die Golfstaaten die Straße von Hormus umgehen
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Der Iran-Konflikt treibt die Golfstaaten zu Milliardeninvestitionen in Pipelines, Bahnen und Häfen, um die strategisch wichtige Meerenge zu umgehen. Dies könnte die Energie-Logistik der Region nachhaltig verändern.

Die Straße von Hormus war über Jahrzehnte hinweg der zentrale Flaschenhals für den globalen Energietransport am Persischen Golf. Doch die jüngsten Spannungen und der Konflikt zwischen Iran und den Golfstaaten haben eine tiefgreifende und möglicherweise irreversible Veränderung in der regionalen Logistik ausgelöst.

Die Ölländer der Region investieren massiv in den Bau neuer Infrastrukturen, um die Abhängigkeit von dieser strategisch verwundbaren Wasserstraße zu reduzieren. Milliarden von Dollar fließen in den Ausbau von Ölpipelines, Eisenbahnlinien und Energiespeichern, die es ermöglichen sollen, die Straße von Hormus zu umgehen und die Energieexporte auf alternative Routen zu verlagern. Diese Anstrengungen könnten sich als eine der nachhaltigsten Konsequenzen des aktuellen Konflikts erweisen, da sie die gesamte Handelslandschaft der Region neu gestalten.

Schon jetzt zeichnet sich ab, dass diese Entwicklung unumkehrbar sein könnte, selbst wenn die Straße von Hormus in naher Zukunft wieder vollständig geöffnet werden sollte. Laut Hamad Hussain, Rohstoffexperte bei Capital Economics in London, wird die Krise den Bau einer Infrastruktur vorantreiben, die eine dauerhafte Umgehung der Meerenge ermöglicht. Selbst wenn Washington und Teheran eine Öffnung der Straße aushandeln und der Transport über Wasser wieder anläuft, wird dieser strategische Wandel hin zu einem völlig neuen Exportnetzwerk fortgesetzt.

Der Konflikt habe unwiderruflich gezeigt, dass widerstandsfähige Notfallpläne unverzichtbar sind. Ein konkretes Beispiel hierfür ist Saudi-Arabien, das bereits vor Jahrzehnten nach einem früheren Konflikt eine Pipeline baute, die Öl vom Persischen Golf ans Rote Meer transportiert. Von dort wird das Öl auf Schiffe verladen und weitertransportiert. Der Irak plant ebenfalls den Ausbau seines Pipeline-Netzwerks, während die Vereinigten Arabischen Emirate sowohl neue Pipeline-Verbindungen als auch ein umfangreiches Eisenbahnnetzwerk planen, das mehrere Golfstaaten miteinander verknüpfen soll.

Ein strategischer Vorteil der VAE ist ihre Ostküste, die auf der anderen Seite der Straße von Hormus liegt. Vom Hafen Fudschaira aus können Öltransporte über den Golf von Oman direkt nach Asien gelangen, ohne die gefährliche Meerenge passieren zu müssen. Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Meerengen der Welt, durch die täglich etwa ein Viertel des weltweiten See-Ölhandels sowie große Mengen an Gas und Düngemitteln transportiert werden.

Die Blockade durch den Iran hat dazu geführt, dass Asien diese wichtigen Rohstoffe jetzt fehlen, was wiederum den gesamten Weltmarkt beeinflusst. Auch die USA blockieren die Straße, um iranische Schiffe abzufangen. Parallel dazu haben die Golfstaaten nach Beginn der Krise hohe Beträge in den Ausbau erneuerbarer Energien investiert. Saudi-Arabien und die VAE stecken Milliarden in Solar- und Windkraftprojekte, während Oman sich als Wasserstoff-Powerhouse positionieren will.

Darüber hinaus entstehen weltweit neue Kanäle, um die Abhängigkeit von engen Meerengen zu verringern: Die Blockade im Suezkanal vor einigen Jahren und die aktuelle Sperre am Persischen Golf haben viele Länder davon überzeugt, dass mehr Wasserwege für Frachtschiffe benötigt werden. So treibt die Türkei einen neuen Kanal voran, Ägypten und China haben große Projekte angestoßen, und in Israel plant man seit Jahren den Ben-Gurion-Kanal.

Trotz dieser Alternativen gehen Analysten davon aus, dass die Straße von Hormus langfristig die wirtschaftlichste Exportroute bleibt und wieder an Bedeutung gewinnen wird. Die Umgehung erfordert Zeit, Investitionen und diplomatische Abstimmung über mehrere Grenzen hinweg. Der Irak zum Beispiel kann seine Pipeline-Projekte ohne Zustimmung aus Jordanien, Syrien und der Türkei kaum vervollständigen. Dennoch kann der Bau von Alternativen die Wirkung der Wasserstraße als Waffe drastisch abschwächen, wie Robin Mills von der in Dubai ansässigen Beratungsfirma Qamar Energy betont.

Wenn erst die Umgehungsrouten existieren, verringert sich die Bedrohung durch weitere Blockaden. Irgendwann sei der Punkt erreicht, an dem der Iran keinen Grund mehr hat, die Straße zu sperren, da ihre strategische Bedeutung dann schwindet. Die Region steht somit vor einer grundlegenden Neuordnung ihrer Handelswege, die weit über den aktuellen Konflikt hinausreichen wird

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