New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul beruft Generalstaatsanwältin Letitia James als Sonderermittlerin im Fall einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung an der Cornell-Universität.
New York s Gouverneurin Kathy Hochul hat am Freitag die Generalstaatsanwältin des Bundesstaates, Letitia James, zur Sonderermittlerin im Fall einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung an der Cornell-Universität ernannt. Eine frühere Studentin hatte angegeben, im Oktober 2024 von sieben Mitgliedern der Studentenverbindung Chi Phi mit dem Narkosemittel Ketamin betäubt und anschließend vergewaltigt worden zu sein. Hochul sagte vor der Presse, sie wolle gesetzliche Schlupflöcher schließen, damit Täter in solchen Fällen nicht davonkämen.
Hintergrund: Vorwürfe an der Cornell-Universität
Die damals 20-jährige Studentin, die in den Akten als Jane Doe geführt wird, hatte nach eigenen Angaben vor dem mutmaßlichen Missbrauch freiwillig größere Mengen Alkohol getrunken. Sie erklärte, sie sei zum Sex mit zwei Männern einverstanden gewesen. Später beschuldigte sie sieben Mitglieder der Verbindung Chi Phi, sie mit Ketamin betäubt und dann vergewaltigt zu haben.
Die Universität Cornell hatte die Studentenverbindung nach den Vorwürfen verboten und einige der beteiligten Studenten suspendiert. Einige von ihnen wurden später von der Universität verwiesen.
Nach einer Zivilklage des mutmaßlichen Opfers gegen die Universität im September entschied die Bezirksstaatsanwaltschaft am Montag, die Ermittlungen wieder aufzunehmen.
Gesetzeslücke in New York und anderen Bundesstaaten
Hochul zufolge liegt der Grund für die zunächst eingestellten Ermittlungen in einer Gesetzeslücke in New York, die es in ähnlicher Form in rund 19 US-Bundesstaaten gibt. Danach können Staatsanwälte nur schwer Anklage erheben, wenn sich das mutmaßliche Opfer freiwillig so stark berauscht hat, dass seine Fähigkeit zur Einwilligung in Sex massiv beeinträchtigt ist.
Die Gouverneurin erklärte, dadurch sei das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Justiz untergraben worden. Sie unterstütze die Schließung dieser Gesetzeslücke, betonte die Politikerin der Demokraten. Hochul sagte, es sollte keine Rolle spielen, ob das Opfer vorher Drogen oder Alkohol konsumiert habe. Ein freiwilliger Rausch sei keine Lizenz für sexuelle Übergriffe oder eine Gruppenvergewaltigung.
Auftrag an Generalstaatsanwältin James
Generalstaatsanwältin James soll die Angelegenheit nun unter die Lupe nehmen und gegebenenfalls alle aus dieser Untersuchung resultierenden Straftaten verfolgen, wie Hochul im Onlinedienst X erklärte. Die anonyme Klägerin, die in den Akten Jane Doe genannt wird, verdiene Gerechtigkeit.
Die Ernennung einer Sonderermittlerin fällt in eine Zeit, in der die Diskussion über den Umgang mit mutmaßlichen Sexualdelikten an US-Universitäten und die Rechte der Betroffenen anhält. Der Fall an der Cornell-Universität hatte über die Region hinaus Aufmerksamkeit erregt, nachdem zwei studentische Journalistinnen der Universität über die Vorwürfe berichtet hatten.
Die Staatsanwaltschaft von New York steht nun vor der Aufgabe, die Ereignisse vom Oktober 2024 aufzuklären und zu prüfen, ob strafrechtliche Konsequenzen möglich sind. Die von Hochul angestrebte Gesetzesänderung könnte künftig ähnliche Fälle in New York beeinflussen.
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