Die UBS-Aktionärin Artisan Partners kritisiert die Schweizer Kapitalregulierung scharf und fordert den Verwawltungsrat zur Sitzerlegung auf.
Die UBS-Aktionärin Artisan Partners kritisiert die Schweizer Eigenmittelregulierung scharf und fordert den UBS-Verwaltungsrat zur Sitzverlegung auf. Das Vorgehen hat Kalkül. Befeuert wird die Diskussion diesmal von der UBS-Aktionärin Artisan Partners, die nach eigenen Angaben in zwei Investmentfonds über 1,8% aller UBS-Aktien hält.
Die Investmentfirma geißelt in einem Brief an den UBS-Verwaltungsrat die geplanten Schweizer Kapitalvorschriften als „übermässig, strafend und unnötig“. Der „offene“ Brief, den Artisan auf der eigenen Website nicht publiziert hat und über dessen Inhalt Nachrichtenagenturen nur in Auszügen berichten, fordert den Umzug der Schweizer Großbank in ein nicht genanntes anderes Land mit einer weniger strengen Regulierung. Die Forderung untermauert Artisan mit schwarzgemalten Zahlen: Für eine vollständige Unterlegung der Auslandstöchter mit hartem Kernkapital müsse UBS zusätzliche 16 Mrd.
Dollar beiseiteschaffen, was für die Aktionäre Kosten in Höhe von 36 Mrd. Dollar in der Form von entgangenem Börsenwert zur Folge hätte. Der Verwaltungsrat müsse handeln und sich von einem Land und seinem Regulierungssystem trennen, das ihm „keine echte Wahl“ lasse, heißt es in dem Schreiben. Dazu sagte die UBS auf Anfrage: „Wie wir stets gesagt haben, ist es unser Ziel, weiterhin erfolgreich als globale Bank aus der Schweiz heraus tätig zu sein.
“ Aber man schütze auch die Interessen der eigenen Aktionäre und werde sich weiter für eine Regulierung einsetzen, die „wirklich zielgerichtet, verhältnismässig und international abgestimmt ist und die Ursachen der Credit-Suisse-Krise adressiert. “Die Vermutung liegt nahe, dass sich Artisan und UBS in ihrer Kommunikation abgestimmt haben. Beweisen lässt sich das nicht. Aber beiden Seiten dürfte klar sein, dass auch ein Wegzug der UBS aus der Schweiz auch mit hohen Kosten verbunden wäre.
Lobbying kann sich deshalb lohnen. Vor einem Jahr hatte sich auch die Investmentgesellschaft Cevian ähnlich geäußert wie jetzt Artisan Partners. Cevian-Partner Lars Förberg sagte im Interview mit der NZZ am Sonntag, es sei die Aufgabe jedes Verwaltungsrates sicherzustellen, dass die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens bewahrt sei.
„Und auch eine Pflicht gegenüber den Kunden. “ Wolle UBS ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten, sei ihre einzige Möglichkeit, den Regulator zu wechseln. In der Schweizer Regierung, in der Nationalbank und in der Finanzmarktaufsicht säßen „gescheite Leute“. Sie wüssten genau, dass die vorgeschlagenen extremen Kapitalanforderungen für die UBS bedeuten, dass sie wegziehen muss.
„Sie wollen es einfach nicht aussprechen. “ Cevian und Artisan hatten vor einigen Jahren auch schon für die Aufspaltung des Elektrotechnikkonzerns ABB geworben. Die Investmentfirmen haben die Schweiz schon vor geraumer Zeit als ein bevorzugtes Territorium für ihre Jagd nach unterbewerteten Aktien auserkoren. ESG-Risiken gewinnen im Firmenkundengeschäft an Gewicht, doch die Banken ziehen daraus unterschiedliche Konsequenzen.
Gerade bei Mittelständlern erschweren fehlende Daten klare Kreditentscheidungen. Jörg Hessenmüller übernimmt das Deutschland-Geschäft von Standard Chartered. Nach dem Ärger mit der Bafin soll er den wichtigen Wachstumsmarkt der britisch-asiatischen Bank stärken. Kurz vor dem Start des staatlich geförderten Altersvorsorgedepots fühlen sich viele Deutsche schlecht informiert.
Laut einer Umfrage hat gut ein Drittel noch nichts davon gehört, vier von zehn Befragten wollen 2027 aber wahrscheinlich ein Depot eröffnen.28 Bill. Dollar, 13% Wachstum – die größten Pensionsfonds der Welt erreichen 2025 neue Rekordmarken. Besonders auffällig: Asien gewinnt an Gewicht, während KI bei führenden Fonds vom Experiment zum Arbeitsalltag wird. Die Unicredit zieht die Schlinge bei der Commerzbank immer enger.
Nun wird darüber gesprochen, wer Noch-CEO Bettina Orlopp Anfang nächsten Jahres beerben könnte. Ex-HVB-Chef Michael Diederich gilt als ein Favorit. Die brasilianische Nu Holdings strebt keine Übernahme von Monzo an. Damit verpuffen Spekulationen, die britische Neobank könnte für bis 10 Mrd. Pfund die Eigentümer wechseln.
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