Nach seinem ersten Länderspieltor gegen Serbien drängt sich Tom Bischof im DFB-Mittelfeld auf. Nun wartet in Griechenland die nächste Bewährungsprobe.
Die Artikel-URL wurde erfolgreich in Ihrer Zwischenablage gespeichert. Tom Bischof hat seine Chance gegen Serbien genutzt und Bundestrainer Jürgen Klopp gezeigt, dass er künftig mit dem Mittelfeldspieler des FC Bayern München planen kann.
So sehen Sie häufiger Artikel von Berliner-Zeitung.de in ihren Google Ergebnissen-Trikot erst einmal wieder auf den Boden zurück. Beim 2:0 gegen Serbien erzielte der 21-Jährige sein erstes Länderspieltor, zwei Tage später stand er beim Oktoberfest am Fass. In Thessaloniki wartet nun die nächste Bühne: Gegen Griechenland kann Bischof am Sonntagabend zeigen, dass sein Auftritt gegen Serbien für Jürgen Klopp mehr war als nur ein gelungener Abend. Denn Klopp sucht noch.
Der neue Bundestrainer hat für seine ersten vier Spiele einen ungewöhnlich großen Spielerkreis nominiert und verschiedene Konstellationen ausprobiert. Auch im Mittelfeld geht es darum, herauszufinden, welche Mischung seine Vorstellungen am besten umsetzt. Bischof gehörte zunächst zu den vielen Kandidaten. Gegen Serbien rückte er in den Mittelpunkt.
Dass dabei ausgerechnet Joshua Kimmich zum Thema wurde, ist kein Zufall. Der Kapitän ist weiterhin, fehlt in diesem Lehrgang aber. Damit entstand plötzlich die Frage, ob das Mittelfeld ohne Kimmich möglicherweise anders aussehen könnte – und ob die Kombination aus Aleksandar Pavlovic, Bischof und Florian Wirtz eine Alternative für den Bundestrainer sein könnte. Klopp versucht, diese Debatte inzwischen abzuwürgen.
Bischof selbst hat diese Diskussion nicht ausgelöst. Er hat sie mit seiner Leistung aber befeuert. Gemeinsam mit Pavlovic und Wirtz bildete er gegen Serbien ein Mittelfeld, das unterschiedliche Qualitäten zusammenbrachte. Pavlovic sicherte ab, Wirtz gab dem Spiel Kreativität und Bischof bewegte sich dazwischen, schaltete sich nach vorne ein und arbeitete gleichzeitig gegen den Ball.
Pavlovic sprach anschließend davon, dass es ihm viel Spaß gemacht habe, mit Bischof und Wirtz zu spielen. Für Bischof ist das entscheidender als sein Tor. Der Treffer gegen Serbien machte ihn zum Gesprächsthema, seine Spielweise macht ihn künftig für Klopp interessant. Denn: Der Bayern-Profi muss nicht Kimmich kopieren, um für die Nationalmannschaft wichtig zu werden.
Gerade seine Vielseitigkeit macht ihn zu einer möglichen Ergänzung. Bischof kann tiefer spielen, sich in die Offensive einschalten und nach Ballverlusten sofort Druck ausüben. Gegen Serbien zeigte er zudem, dass er sich auch in einer Doppelsechs behaupten kann. Das macht die Partie gegen Griechenland besonders interessant.
Deutschland trifft in Thessaloniki auf einen Gegner, der. Für Klopp geht es deshalb nicht nur um die Revanche und wichtige Punkte in der Nations League. Er bekommt zugleich die Gelegenheit zu prüfen, ob die gegen Serbien gefundene Mittelfeldlösung auch unter anderen Bedingungen funktioniert. Für Bischof ist die Aufgabe dabei eine andere als gegen Serbien.
Er muss nicht noch einmal zwingend treffen. Aussagekräftiger wäre, ob er auch gegen einen Gegner Einfluss nehmen kann, der Deutschland vor andere Probleme stellt. Kann er sich zwischen den Linien behaupten? Findet er Lösungen, wenn weniger Räume entstehen?
Und funktioniert sein Zusammenspiel mit Pavlovic und Wirtz erneut? Genau darin liegt für Klopp der Wert dieses Spiels. Der Bundestrainer muss nicht entscheiden, wer Kimmich ersetzt. Er muss entscheiden, welche Spielertypen und welche Kombinationen seine Mannschaft flexibler machen.
Kimmich bleibt dabei eine wichtige Option. Bischof hat aber gezeigt, dass es neben ihm und hinter ihm weitere Möglichkeiten gibt. Das ist auch deshalb bemerkenswert, weil Bischof beim FC Bayern selbst noch um seinen festen Platz kämpft. In München ist der 21-Jährige Teil eines hochkarätig besetzten Mittelfelds, zu dem auch Kimmich gehört, und nicht automatisch gesetzt.
In der Nationalmannschaft hat er nun innerhalb weniger Tage eine andere Art von Aufmerksamkeit bekommen. Sein erstes Länderspieltor war der sichtbare Höhepunkt. Der Auftritt als solcher dürfte für Klopp aber mindestens genauso wichtig gewesen sein. Bischof zeigte, dass er Intensität, Technik und taktische Flexibilität miteinander verbinden kann – Eigenschaften, die zu dem Fußball passen, den der neue Bundestrainer etablieren will.
Noch wäre es deshalb zu früh, aus einem starken Abend eine neue Hierarchie abzuleiten. Bischof ist nicht plötzlich der neue Kimmich. Und Klopp hat seine Mannschaft noch lange nicht gefunden. Aber der 21-Jährige hat seinem Bundestrainer einen ziemlich guten Grund geliefert, ihn bei der weiteren Suche nicht mehr zu übersehen.
Das Spiel in Thessaloniki kommt deshalb zur richtigen Zeit. Nach dem ersten Länderspieltor, dem Auftritt gegen Serbien und dem kurzen Abstecher auf die Wiesn geht es für Bischof zurück auf den Fußballplatz. Dort muss er zeigen, dass er mehr sein kann als der Spieler eines starken Abends.
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