Novartis schließt nächsten Milliardendeal mit chinesischem Biotech-Startup

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Der Schweizer Pharmakonzern Novartis ist zur Stärkung seiner Medikamentenpipeline erneut bei einem chinesischen Biotech-Startup fündig geworden.

Der Run westlicher Pharmakonzerne auf Wirkstoffkandidaten „Made in China“ setzt sich fort. Nun hat der Pharmakonzern Novartis einen bis zu 7,8 Mrd. Dollar schweren Lizenzdeal mit dem chinesischen Startup Abogen geschlossen.

Die Summe übersteigt das Gesamtvolumen, das die Schweizer in diesem Jahr für Übernahmen „westlicher“ Firmen auf den Tisch gelegt haben. Novartis tütet nächsten Milliardendeal in China einDer zuletzt von mehreren Forschungsrückschlägen geplagte Pharmakonzern Novartis ist zur Stärkung seiner Medikamentenpipeline erneut bei einem chinesischen Biotech-Startup fündig geworden. Die Schweizer haben sich in einem bis zu 7,8 Mrd. Dollar schweren Deal exklusive und weltweite Vermarktungsrechte an einem experimentellen mRNA-Wirkstoff gegen Autoimmunerkrankungen gesichert, wie das chinesische Unternehmen Abogen Biosciences mitteilt.

Das 2019 gegründete Startup mit Sitz im ostchinesischen Suzhou entwickelt unter anderem den nun von Novartis einlizenzierten Wirkstoff „ABO2203“. Dieser soll körpereigene Zellen beseitigen, die an Autoimmunreaktionen beteiligt sind. Der eigentliche Wirkstoff wird dabei mithilfe von mRNA im Körper selbst produziert. Der erste große, kommerzielle Durchbruch mit der mRNA-Technologie war Biontech und Pfizer mit dem Covid-19-Impfstoff Comirnaty gelungen.

ABO2203 wird gerade in ersten klinischen Studien an Menschen mit Autoimmunerkrankungen getestet. Novartis hat sich im Rahmen des Deals mit Abogen auch eine Option für Lizenzrechte an weiteren Medikamentenkandidaten gesichert. Die Schweizer stehen derzeit wie viele große Pharmakonzerne vor der Herausforderung, ihre Medikamentenpipeline mit neuen Hoffnungsträgern zu füllen, da wichtige Umsatzbringer langsam aber sicher ihren Patentschutz verlieren.

Bei Novartis betrifft das vor allem das Herzmedikament Entresto, das zuletzt mehrere Jahre hintereinander der größte Blockbuster im Portfolio von Novartis war, vergangenes Jahr aber den Patentschutz in den USA verloren hat. Die Erlöse mit dem Mittel brachen vor dem Hintergrund im ersten Halbjahr um 46% auf 2,5 Mrd. Dollar ein. Auf der Suche nach neuen Kassenschlagern setzt Novartis neben Lizenzgeschäften auch auf Übernahmen.

In diesem Jahr kamen auf dem Weg die Krebsspezialisten Myricx Bio aus Großbritannien und Pikavation Therapeutics aus den USA als neue Töchter hinzu, genauso wie das erst 2025 gegründete und auf allergische Erkrankungen spezialisierte US-Biotech-Startup Excellergy. Zusammengerechnet legen die Schweizer für diese drei Akquisitionen bis zu 6,5 Mrd. Dollar auf den Tisch – und damit weniger als für den Lizenzdeal mit der chinesischen Abogen.

Die chinesische Biotechbranche hat sich in den vergangenen Jahren generell zu einer Art Wirkstoffkandidaten-Fundgrube für westliche Pharmakonzerne entwickelt. Die Regierung in Peking betrachtet die Biotechnologie – also die industrielle Nutzung lebender Organismen zur Herstellung verschiedener Produkte wie eben Medikamente – als eine von mehreren strategischen Zukunftsbranchen, in der die Volksrepublik künftig eine weltweit führende Rolle einnehmen soll. Das Ziel ist im aktuellen Fünfjahresplan, der sich von 2026 bis 2030 erstreckt, verankert.

Die Bank of China hatte im Mai mitgeteilt, der chinesischen Biopharma-Branche in diesem Zeitraum mindestens 1 Bill. Yuan an finanzieller Unterstützung zukommen zu lassen. Pharmakonzerne weisen zudem oft darauf hin, dass sich neue Medikamente in China oft schneller und günstiger entwickeln lassen.

Lizenzdeals zwischen westlichen und chinesischen Pharmaunternehmen in Milliardenhöhe sind vor dem Hintergrund heute keine Seltenheit mehr. Novartis selbst hatte vor Abogen im September vergangenen Jahres eine dritte Kooperationsvereinbarung mit dem 2021 gegründeten Startup Argo Biopharma aus Schanghai geschlossen. Argo forscht an sogenannten siRNA-Medikamenten, die verhindern, dass der Körper krankheitsverursachende Proteine bildet. Inklusive Meilensteinzahlungen hat die Vereinbarung ein Volumen von bis zu 5,2 Mrd.

Dollar. Neben den Schweizern hat in diesem Jahr unter anderem noch der US-Konzern Bristol Myers Squibb einen bis zu 15 Mrd. Dollar schweren Lizensierungsdeal mit dem chinesischen Pharmakonzern Hengrui geschlossen. Astrazeneca aus Großbritannien ging Anfang des Jahres sogar eine bis zu 18,5 Mrd.

Dollar schwere Entwicklungs- und Lizenzvereinbarung mit dem chinesischen Pharmakonzern CSPC Pharmaceutical ein, die sich auf verschiedene Wirkstoffkandidaten zum Gewichtsmanagement bezog. Laut einer Analyse von EY hat sich das potenzielle Investitionsvolumen von Biopharma-Konzernen in Partnerschaften mit chinesischen Wettbewerbern vergangenes Jahr mehr als verdoppelt – auf über 94 Mrd. Dollar. Der Finanzinvestor Warburg Pincus prüft einen Einstieg bei der Panzerschmiede KNDS, wie Bloomberg berichtet.

Auch mit poetnziellen Co-Investoren stehe das Private-Equity-Haus in Kontakt. Tesla liefert zwar weniger aus als im Vorquartal, aber deutlich mehr als von Analysten erwartet. Zu Börsenstart in New York sorgt das für gute Laune. Der verstaatlichte Gaskonzern Sefe soll jetzt wieder in private Hände übergehen.

Die Bundesregierung hat den Bewerbungsprozess für Kanzleien und Investmentbanker gestartet. Lazard bereitet die Kapitalerhöhung von bis zu 2 Mrd. Euro für Sefe vor. Das für die Energiesicherheit zentrale Unternehmen wird mit ungefähr 6 Mrd.

Euro bewertet. Bilanzmanipulationen haben den Elektromotorspezialisten Nidec über 6 Mrd. Euro gekostet. Eine neue Strategie und ein neuer CEO sollen das Vertrauen am Kapitalmarkt wiederherstellen.

Nike streicht die Kosten zusammen. Damit reagiert der Sportartikelkonzern auf den sinkenden Umsatz. Die Anleger wurden auf dem falschen Fuß erwischt. Amazon prüft nach einem Medienbericht, Hochleistungschips an eine neu zu gründende Zweckgesellschaft abzugeben und sie danach zurückzumieten.

Die Konstruktion würde 8 Mrd. Dollar bei Investoren abladen und die Bilanz entsprechend entlasten.

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