Eine US-Studie mit 371.038 Erwachsenen zeigt: Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen essen seltener ganze Früchte als Menschen ohne diese Diagnosen. Obst statt Saft könnte dem Herzen guttun.
Eine große US-Untersuchung mit 371.038 Erwachsenen deutet darauf hin, dass Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen seltener ganze Früchte essen als Menschen ohne solche Diagnosen. Die Daten stammen aus einer Gesundheitsbefragung des Jahres 2019. Wer morgens zur Banane greift statt zum Glas Orangensaft, könnte seinem Herzen damit etwas Gutes tun. Die Ergebnisse stützen die Empfehlung, ganze Früchte gegenüber Saft zu bevorzugen.
Studie mit 371.038 Erwachsenen
Die Forscher werteten Daten einer Gesundheitsbefragung aus dem Jahr 2019 aus. Die Teilnehmer gaben an, wie häufig sie ganze Früchte und hundertprozentigen Fruchtsaft konsumierten. Außerdem machten sie Angaben zu Diagnosen wie Bluthochdruck, erhöhtem Cholesterin oder bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Insgesamt umfasste die Analyse 371.038 Erwachsene.
Die Auswertung zeigte, dass Menschen mit Herzproblemen seltener ganze Früchte aßen als Personen ohne. Menschen mit Bluthochdruck kamen zum Beispiel auf 1,01 Portionen ganze Früchte pro Tag, Menschen ohne Bluthochdruck auf 1,09. Dieser Zusammenhang blieb auch bestehen, nachdem Faktoren wie Alter, Einkommen, Bildung und Rauchverhalten berücksichtigt wurden. Nur beim Schlaganfall verschwand der statistische Zusammenhang nach dieser Anpassung.
Warum ganze Früchte gesünder sind
Ganze Früchte liefern Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und weitere Pflanzenstoffe. Ballaststoffe sind unverdauliche Bestandteile der Nahrung, die länger satt machen und den Blutzuckeranstieg bremsen können. Beim Entsaften geht ein großer Teil davon verloren. Deshalb empfehlen Ernährungsexperten inzwischen, ganze Früchte gegenüber Saft zu bevorzugen.
Anders sah es bei Fruchtsaft aus. Zwar tranken Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen in ersten Auswertungen etwas häufiger Saft. Nach Berücksichtigung weiterer Einflussfaktoren blieben jedoch nur zwei Zusammenhänge bestehen: Personen mit erhöhtem Cholesterin konsumierten etwas seltener Saft, Menschen nach einem Schlaganfall tranken etwas häufiger Saft. Die Ergebnisse sprechen nicht dafür, Saft komplett zu meiden. Sie stützen aber die Empfehlung, häufiger zur ganzen Frucht zu greifen.
Grenzen der Untersuchung
Die Aussagekraft der Untersuchung bleibt begrenzt, da es sich um eine Querschnittsstudie handelt, die Gesundheitszustand und Ernährung nur zu einem Zeitpunkt erfasste. Zudem beruhen alle Angaben auf den Erinnerungen der Teilnehmer. Ob Obst oder Saft Herz-Kreislauf-Erkrankungen verhindert oder verursacht, lässt sich daraus nicht ableiten.
Die Studie legt dennoch nahe, dass ganze Früchte für Menschen mit Herzproblemen besonders wichtig sein könnten. Weitere Forschung ist nötig, um die genauen Zusammenhänge zu verstehen. Für den Alltag bleibt die Empfehlung, öfter zur ganzen Frucht zu greifen statt zum Saft.
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