Friedensnobelpreisträgerin Oleksandra Matwijtschuk spricht im Interview über die Dokumentation russischer Kriegsverbrechen und das Vergessen von Menschenrechten in der Politik. Ukraine Krieg avalaina
In Ihrer Rede zur Nobelpreisverleihung sprachen Sie davon, den Menschenrechten wieder Bedeutung zu verleihen. Wie erklären Sie sich, dass es dazu kommen konnte, dass russische Soldaten solche schrecklichen Verbrechen begehen und große Teile der Welt einfach nur zusehen?
Das ist eine ganz deutliche Kritik des deutsch-russischen Projekts Nord Stream 2. Welche Botschaft wollen Sie mit Ihrem Besuch in Berlin vermitteln? Ich bin mir sicher, dass die Menschen in Deutschland das nicht so sehen. Ich bin keine Politikerin, ich bin keine Diplomatin, ich bin nicht sehr mit der Politik verbunden. Ich bin Menschenrechtlerin und glaube an die menschliche Solidarität. Alle meine Erfahrungen zeigen, dass ganz gewöhnliche Menschen einen viel größeren Einfluss haben, als sie sich überhaupt vorstellen können, und dass menschliche Solidarität nicht an den Staatsgrenzen endet.
Aber wir haben versucht, den Ukrainern zu erklären, dass es sich nicht um einen Preis für Länder handelt, sondern um einen Preis für Menschen, die viele Jahre lang gemeinsam für die Menschenwürde gekämpft haben und nun gemeinsam versuchen, dem gemeinsamen Übel zu widerstehen, das wieder versucht, in unserer Region zu dominieren.
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