Olympia 2022: Corona-Ausbruch im deutschen Team - sechs Fälle bekannt

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Olympia in Peking: Tiefpunkt für die Olympia-Vorfreude

Möglicherweise waren es nur Trainer, Physiotherapeuten oder andere Mitarbeiter. Alle hätten keine Symptome gezeigt, hieß es, und waren vom Rest des Teams isoliert worden. Im übrigen blieb man weiterhin diskret und vorsichtig:"Die Teammitglieder sind symptomfrei und wurden zunächst vom Rest des Teams separiert", so eine Stellungnahme vom Deutschen Olympischen Sportbund :"Es werden weitere PCR-Tests zur Bestätigung durchgeführt.

In Abhängigkeit vom Ergebnis wird das weitere Prozedere festgelegt."Schon vor dieser für das DOSB-Team negativen Nachricht war der Donnerstag ein Tiefpunkt für die internationale Olympiafreude, weil das Virus weitere Mannschaften getroffen hatte, zum Beispiel die der Norweger. Die sind bekanntlich führend im nordischen Skisport, im Skispringen und Langlauf hatten sie bereits coronabedingt Einbußen in der Vorbereitung und auch für die kommenden Wettbewerbe hinnehmen müssen. Nun traf es einen der Weltbesten, den nordischen Kombinierer Jarl Magnus Riiber, Weltmeister, Gesamtweltcupsieger, aktuell Führender. Wie lange er ausfällt ist noch nicht klar, nur so viel: Ohne ihn wird jeder erste Kombinations-Wettkampf an Niveau verlieren.Am Donnerstag wurden zunächst 55 neue Fälle gemeldet, davon 26 Athleten oder Teammitglieder, später kamen weitere hinzu, mit den sechs Deutschen, die am späten Abend Ortszeit in Peking gemeldet wurden, verzeichneten diese Spiele seit dem 23. Januar somit mehr als 300 Coronafälle. Und klar war auch, das Virus trifft die Hochleistungssportwelt auf ganz unterschiedliche Weise. Längst hatte sich herausgestellt, dass die sportliche Wirkung der Corona-Gefahr nicht nur Mannschaften reduziert und die Physis der Betroffenen beeinträchtigt, sondern vielen Olympia-Teilnehmenden auch auf die Psyche geht. Sportler sind empfindsam, sie achten peinlich genau auf Cholesterin, Flüssigkeit und kennen jeden Muskel, jede Sehne ihres Körpers. Den Höhepunkt,, planen sie haargenau und überlassen nichts dem Zufall, weshalb es auch kein Hypochonder-Gehabe darstellt, dass Langläufer Johannes Hösflot Klaebo im Flugzeug von Oslo nach Peking eine Slalom-Brille zum Schutze seiner Augenflüssigkeit trug. Denn Klaebo ist auch einer wie Riiber: Hoch favorisiert für norwegische Medaillen. Neben der tatsächlichen Ansteckung kann Corona nun auch die mentale Verfassung der Winterspiele-Sportler beeinträchtigen. Manche von ihnen sind von Haus aus empfindlich, weil ohnehin auch Influenza-anfällig, sie trinken fortwährend Wasser, meiden trockene Räume und hüstelnde Fans oder Reporter. Und manche wissen vielleicht auch, dass sie sensibel sind, dass die Enge einer Isolierung ihr Gemüt bedrängen und ihre Form verschlechtern könne, kurzum, dass sie nicht so etwas erleben möchten, wie die belgische Skeletoni Kim Meylemans.Sie war bei der Einreise positiv getestet worden, wurde unterschiedlich getestet, mehrmals negativ aber auch positiv, dann isoliert, wieder entlassen, jedoch zu einem weiteren Quarantäne-Hotel gefahren. Dort setzte sie sich vor ihr Smartphone, drückte auf"go" und ließ bei Instagram ihrer Verzweiflung freien Lauf. Gut möglich könnte es sein, dass die tränenreiche Zeugenaussage aus der Isolation später einmal zu einem der Dokumente dieser Spiele wird. Denn Meylemans wähnte sich vermutlich einem fremden kalten Apparat ausgesetzt, und befürchtete wohl eine weitere Odyssee durch weitere Hotels statt endlich dorthin zu kommen, wo sie sich sicher wähnte: ins Athletendorf. Immerhin, Meylemans hat Aufsehen erregt, am nächsten Tag schaltete sich das IOC ein, und die junge Belgierin war schließlich auch im Dorf angekommen. Und auch in vermeintlich unwesentlichen Situationen gab es Ärger, diesmal wieder für die Norweger. Als Teile der Teamführung in diesen Tagen zurück ins Hotel kehrten, traf sie ein weiterer Rückschlag in Sachen Corona-Management. Chef de Mission Tore Övrebö erzählte, nicht offiziell habe er vom Kontaktstatus seiner Biathleten Johannes Thingnes Bö und Ingrid Landmark Tandevold erfahren, sondern vom Angestellten am Hotelempfang. Der sei zwar sehr höflich gewesen,"dennoch hätte er das nicht wissen dürfen.", so Övrebö. Zustände seien dies"wie im Wilden Westen".

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