1.283 Treiberfehler im Vergleich: PCGH zeigt, wie schnell AMD, Nvidia und Intel dokumentierte Probleme beheben – mit überraschenden Unterschieden.
. Doch wie lange bleiben solche Fehler eigentlich bestehen? PCGH hat die öffentlich dokumentierten Windows-Grafiktreiber der drei Hersteller über einen Zeitraum von mehr als dreieinhalb Jahren ausgewertet.
Erfasst wurden neu dokumentierte Fehler zwischen dem 1. Januar 2023 und dem 30. September 2026. Der Fix- und Status-Stichtag ist ebenfalls der 30.
September 2026. Insgesamt umfasst die Datenbasis 1.283 dokumentierte Fehlerfamilien: 346 bei AMD, 397 bei Nvidia und 540 bei Intel. Dabei geht es ausdrücklich um die Dokumentation der Hersteller und nicht um sämtliche Fehler, die Nutzer in der Praxis erleben können. Die Auswertung basiert ausschließlich auf öffentlich zugänglichen Release Notes und Fehlerlisten von AMD, Nvidia und Intel.
Erfasst werden damit nur Probleme, die ein Hersteller selbst dokumentiert und später gegebenenfalls ausdrücklich als behoben kennzeichnet.können nicht berücksichtigt werden. Die Zahlen erlauben daher keinen direkten Rückschluss auf die allgemeine Treiberqualität. Mehr dokumentierte Fehler bedeuten nicht zwangsläufig mehr tatsächliche Probleme. Unterschiede können auch daraus entstehen, wie ausführlich Hersteller Fehler erfassen, zusammenfassen und veröffentlichen.
Neu dokumentierte Fehler vom 01.01.2023 bis 30.09.2026 in Windows-Grafiktreiberpaketen von AMD, Nvidia und Intel, einschließlich integrierter GPUs und Begleitsoftware. Chipsatz- und NPU-Meldungen sind ausgeschlossen. Zusammengehörige Meldungen zählen als Fehlerfamilie. Nvidia nutzt vorrangig die Hersteller-Bug-ID; AMD-Spielmeldungen und Intel-Hardwaregruppen werden getrennt erfasst.
Die Hersteller dokumentieren unterschiedlich detailliert. Median und 30-Tage-Quote verwenden nur behobene Fälle mit belegtem Bekanntdatum vor dem Fixdatum. Erst unter „Fixed Issues“ genannte Fälle liefern keine Fixdauer. Das Verschwinden aus einer Fehlerliste gilt nicht als Fix.
Quellen sind Herstellerangaben und gekennzeichnete Abschriften.
„Offen über 90 Tage“ umfasst nur zuletzt noch gelistete Fälle. Quellenlücken begrenzen den Vergleich; Fallzahlen messen Dokumentation, keine Fehlerhäufigkeit bei Nutzern. Die offiziellen Release Notes zeigen auch aktuell, wie unterschiedlich die Hersteller ihre Known Issues strukturieren. AMD nennt beispielsweise betroffene Spiele und Hardware samt konkretem Symptom, während Intels aktuelle Release Notes bekannte Probleme getrennt nach GPU-Familien aufführen.
Von den 346 bei AMD erfassten Fehlerfamilien wurden 275 später ausdrücklich als behoben dokumentiert. Nvidia kommt auf 388 von 397 Fällen, Intel auf 335 von insgesamt 540. Intel dokumentiert beispielsweise deutlich mehr Fehlerfamilien als die beiden Konkurrenten, gleichzeitig unterscheiden sich Umfang und Detailgrad der Release Notes. Interessanter wird deshalb die Zeit bis zu einem belegten Fix.
Dafür berücksichtigt PCGH ausschließlich Fälle, bei denen sowohl der Beginn als auch die spätere Fehlerkorrektur zeitlich nachvollziehbar sind. Bei AMD umfasst diese Stichprobe 105 Fälle, bei Nvidia 45 und bei Intel 82. Der Median liegt bei AMD bei 33 Tagen. Nvidia benötigt in der Stichprobe 22 Tage, Intel 41 Tage.
Innerhalb von 30 Tagen wurden 49 Prozent der entsprechend belegten AMD-Fälle behoben. Nvidia erreicht 58 Prozent, Intel 40 Prozent. Der Median ist dabei robuster als ein einfacher Durchschnitt: Einzelne Fehler, die ungewöhnlich lange offenbleiben, verschieben ihn deutlich weniger. Er beschreibt allerdings ausschließlich die ausgewerteten Fälle mit belegbarer Fixdauer und nicht jeden dokumentierten Treiberfehler.
PCGH hat die Meldungen zusätzlich nach ihrer dokumentierten Auswirkung eingeordnet. Als schwer gelten unter anderem Abstürze, Treiber-Timeouts, Hänger, vollständige Bild- oder Signalausfälle, Datenverlust und beschädigte Ausgabedateien.. Schwer + Mittelschwer ergibt Schwer. Redaktionelle Bewertung der Auswirkungen; unklare Angaben bleiben separat.
Pro Fall-ID zählt die höchste belegte Stufe im erfassten Verlauf. Gemischte schwere und mittelschwere Auswirkungen ergeben Schwer. Workarounds senken die Einstufung nicht. Es gelten derselbe Zeitraum und Fix-Stichtag wie in der Gesamtauswertung.
Median und Quote beruhen nur auf Fällen mit belegter Fixdauer. Die Einstufung ist redaktionell; betroffene Nutzeranteile und Reproduzierbarkeit sind meist unbekannt. AMD dokumentierte im untersuchten Zeitraum 140 solche schweren Fehlerfamilien, Nvidia 117 und Intel 218. Für die Fälle mit belegter Fixdauer ergibt sich bei AMD erneut ein Median von 33 Tagen.
Nvidia liegt bei 20,5 Tagen und Intel bei 41 Tagen. Innerhalb von 30 Tagen wurden 49 Prozent der schweren AMD-Fälle mit belegter Fixdauer korrigiert. Bei Nvidia sind es 71 Prozent, bei Intel 36 Prozent. Zum Stichtag waren drei der als schwer eingestuften AMD-Probleme weiterhin offiziell als offen gelistet, bei Nvidia eines und bei Intel elf.
Anders sieht das Bild bei leichteren Fehlern aus. Hier liegt AMD mit einem Median von 26 Tagen vor Intel mit 29,5 Tagen. Nvidia kommt dagegen auf 48 Tage. Gerade dieser Unterschied zeigt, warum eine einzelne Gesamtzahl nur einen Teil der Treiberpflege abbildet.
Zusätzlich wurden belegte Hotfix- und Korrekturveröffentlichungen betrachtet. Nvidia kommt in der Erfassung auf mindestens 22 entsprechende Treiber, AMD auf vier. Für Intel lässt sich aus den ausgewerteten Quellen kein ausreichend belastbarer Vergleichswert bilden. Bei den Fällen mit einer nachvollziehbaren Referenzdauer liegt der Median bei AMD bei acht und bei Nvidia bei 14 Tagen.
Die Stichprobe ist mit einem beziehungsweise elf Fällen allerdings klein. Aus diesem Teil der Auswertung sollte deshalb kein allgemeiner Rückschluss auf die Reaktionsgeschwindigkeit der Hersteller gezogen werden. Die Zahlen beantworten bewusst nicht die Frage, welcher Hersteller die „besten“ oder fehlerfreisten Treiber anbietet. Ein Hersteller kann einen Fehler sehr detailliert dokumentieren, während ein anderer mehrere ähnliche Symptome zusammenfasst.
Ebenso tauchen Probleme mitunter nicht mehr in späteren Release Notes auf, ohne dass ausdrücklich ein Fix genannt wird. Solche Fälle wertet PCGH nicht nachträglich als behoben. Bei AMD betrifft das 66 Fehlerfamilien, bei Nvidia sechs und bei Intel 188. Neu dokumentiert und zum Stichtag noch offen waren vier AMD-, ein Nvidia- und 14 Intel-Fälle.
Weitere sechs Einträge ließen sich wegen widersprüchlicher Zuordnungen nicht sauber auswerten.von AMD und Nvidia nochmal deutlich. Damals wurden 171 Fehlerfamilien aus einem kürzeren Zeitraum untersucht. Dass auch außerhalb dieser Auswertung Treiberprobleme über längere Zeit systematisch verfolgt werden, zeigt beispielsweisePCGH hat 1.283 dokumentierte Fehlerfamilien aus Windows-Grafiktreibern von AMD, Nvidia und Intel zwischen Januar 2023 und September 2026 ausgewertet. Bei Fällen mit belegter Fixdauer beträgt der Median 33 Tage bei AMD, 22 Tage bei Nvidia und 41 Tage bei Intel.
Die PCGH-Redaktion freut sich über Ihre fundierte Meinung in den Kommentaren zu dieser Meldung. Sollten Sie noch keinen Extreme-Account haben, laden wir Sie zu einerWie schnell verschwinden bekannte Fehler aus Grafiktreibern? PCGH hat mehr als drei Jahre Release Notes von AMD, Nvidia und Intel ausgewertet. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede – und ein wichtiger Haken beim Vergleich.
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