Pierre Gasly: «Das werde ich Honda nie vergessen»

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GP-Sieger Pierre Gasly ist am 7. Februar 26 Jahre alt geworden. Der Franzose über eine besondere Beziehung zu den Fachkräften der Firma Honda: «Ich bin tief beeindruckt von den Werten, die in Japan gelebt werden.»

GP-Sieger Pierre Gasly ist am 7. Februar 26 Jahre alt geworden. Der Franzose über eine besondere Beziehung zu den Fachkräften der Firma Honda: «Ich bin tief beeindruckt von den Werten, die in Japan gelebt werden.

»Bon anniversaire, Pierre Gasly! Der französische AlphaTauri-Pilot ist an diesem 7. Februar 26 Jahre alt. Gasly erfreut sich nicht nur in Frankreich einer wachsenden Fangemeinde, sondern er hat auch viele Anhänger im fernen Japan. Das liegt daran, dass er 2017 in der Super Formula gefahren ist und seit Jahren eng mit Motorentechnikern von Honda zusammenarbeitet. Gasly erinnert sich in einem Gespräch mit SPEEDWEEK.com so an seine Anfänge in Japan: «Eigentlich war damals gar nicht geplant, dass ich an der Super Formula-Meisterschaft teilnehme. Ich wurde ins kalte Wasser geworfen. Ich weiss noch, wie ich an den Flughafen fuhr und keinen Schimmer hatte, was mich in diesem Land erwarten würde. Meine Familie hatte mir ein paar Bücher über Japan geschenkt, damit ich erahne, was mich kulturell erwartet und wie ein Europäer den Japanern begegnen soll.» «Japan wurde für mich zu einer wunderbaren Erfahrung, in allen Belangen. Nicht nur, dass ich es bereichernd fand, in dieser Rennserie zu fahren. Ich fand es auch für mich als Mensch spannend, so eine faszinierende Kultur kennenzulernen. Ich bin tief beeindruckt von den Werten, die in Japan gelebt werden. Und als ich zurückkam nach Europa, habe ich meiner Familie und meinen Freunden gegenüber davon geschwärmt, welche Aspekte des japanischen Lebens wir hier übernehmen sollten.» Was Gasly besonders zu schätzen wusste: «Mir wurde sehr viel Respekt entgegen gebracht. Die Japaner empfanden es als Ehre, dass der GP2-Champion bei ihnen antritt und dass Red Bull einen Junior nach Japan schickt, um ihn dort weiter auszubilden.» Natürlich gab es auch Stolpersteine. Gasly weiter: «Der schwierigste Aspekt bestand darin, mich verständlich zu machen. Ich merkte schnell, dass viele Leute Englisch gar nicht oder mangelhaft sprechen. Ich hatte einen Übersetzer in der Box. Zum Glück beherrschte mein Renningenieur Englisch. Für mich war das komplett neu – dass es nicht einfach ist, dem Team zu vermitteln, was genau ich vom Auto brauche, und dass umgekehrt die Techniker mir nur umständlich klarmachen können, was sie von mir erwarten.» «Ich habe sogar angefangen, ein wenig Japanisch zu lernen. Aber irgendwann habe ich aufgegeben – weil mir klar war, dass ich nach Europa zurückkehren würde. Hätte ich wie andere Fahrer vor mir die Gelegenheit ergriffen und meine Karriere in Japan fortgesetzt, wäre das etwas Anderes gewesen.» «Wenn ich heute auf meine Zeit in Japan zurückblicke, dann bedauere ich nur eines – dass wir den Titelgewinn verpasst haben. Wegen eines Taifuns konnte das Finale von Suzuka nicht gefahren werden, und ich verpasste den Titel um einen lausigen Punkt.» «Die Tatsache, dass wir für Honda fast den Titel erobert hatten, wirkte auf die Fachleute im japanischen Rennmotorenwerk elektrisierend. Sie hatten seit Jahren nicht um einen Titel gekämpft. Später begann die Zusammenarbeit zuerst zwischen Toro Rosso und Honda, dann kam Red Bull Racing dazu. Nachdem aus Toro Rosso AlphaTauri geworden war, konnte ich in Monza 2020 für Honda gewinnen.» «Ich habe bei der Zusammenarbeit mit den Japanern gelernt: Hingabe, Know-how und Leidenschaft sind bei Honda enorm. Aber die Kommunikation ist eine andere. Du kannst mit Japanern manchmal nicht so direkt sein wie mit einem Franzosen, Engländer oder Italiener. Sobald du aber begriffen hast, wie man mit Japanern umgeht, ist die Kooperation von Effizienz und Professionalität geprägt.» Was Pierre Gasly auch betont: «Für mich spielen Herkunft und Kultur von Motorentechnikern keine Rolle, was den Einfluss des Piloten angeht. Ich sehe mich wie ein Fussballspieler – mit zehn Mitspielern. Ich muss sicherstellen, dass ich mich in die Mannschaft einfüge, damit jeder von ihnen gut spielen kann. Es ist ganz wichtig, ein positives Umfeld zu erzeugen, in welchem jeder den anderen unterstützt. Ein Fahrer muss die Moral des Teams stützen.» «Für die Japaner spielt Respekt eine elementare Rolle. Sie wollen spüren, dass ihre Arbeit geschätzt wird und dass man sie in alle Schritte einbindet. Das kann ich alles nachvollziehen. Vielleicht geniesse ich die Zusammenarbeit deshalb so.» «Mein schönster Moment mit Honda war der Sieg in Monza 2020. Es war der 50. Grand Prix unserer Truppe mit Honda. Egal, was in meiner Karriere noch passiert, ich habe meinen ersten Grand Prix mit Honda gewonnen, das macht mich stolz, und das kann mir keiner mehr nehmen. Das war fabelhaft.»Exklusiv auf SPEEDWEEK.com: Dr. Helmut Marko, Motorsport-Chef von Red Bull, analysiert den jüngsten Grand Prix. Diesmal: Max Verstappens Macht-Demonstration beim Saisonstart in Bahrain.

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