Preis-Schock in München: MVG und MVV wollen Ticketpreise um 6,9 Prozent anheben
München - Politisch ist es auf allen Ebenen längst Konsens, dass der Öffentliche Personennahverkehr günstiger werden muss. In Berlin beispielsweise werden Vertreter der Ampel und der Länder an diesem Freitag offenbar über ein bundesweites Billig-Ticket beraten. Details sind offen, beispielsweise auch die Frage, ob die Bundesländer mitziehen. Ebenfalls am Freitag tagt die Gesellschafterversammlung des Münchner Verkehrsverbundes .
Die Münchner Verkehrsgesellschaft und auch die Bayerische Eisenbahngesellschaft wollen zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember eine Steigerung von durchschnittlich 6,9 Prozent. Das hat unsere Zeitung übereinstimmend aus Teilnehmerkreisen der Aufsichtsratssitzung erfahren. Das Gremium tagte am Dienstag. Die MVV-Gesellschafter, also Freistaat, Bahn und MVV-Landkreise, müssen dem noch zustimmen.
Ab Mittwoch werden in Bussen, Straßenbahnen und Zügen der Deutschen Bahn nicht mehr nur Fahrkarten, sondern auch die 3-G Nachweise der Fahrgäste kontrolliert © imago stock Wie ferner aus Teilnehmerkreisen zu erfahren war, gibt es selbst mit der enormen Steigerung von 6,9 Prozent eine Unterdeckung des Bedarfs für die gestiegenen Kosten bei Energie und Material. Um all das zu kompensieren, müsste die Verkehrsgesellschaft die Preise um stolze 22 Prozent anheben. Die nun avisierte Erhöhung umfasst zudem nicht weitere Angebotsausweitungen, sie diene lediglich dazu, die Preise für Energie und Material zu decken.
Wird die Preisanpassung so beschlossen, sollen sich die 6,9 Prozent dem Vernehmen nach einigermaßen gleichmäßig auf alle Tickets verteilen, teilweise würden sogar mehr als der Durchschnittswert von 6,9 Prozent aufgerufen, bei anderen Tickets ist die Erhöhung aber auch weniger hoch. Legt man nun den Durchschnittswert zugrunde.