Während die Tennis-Spitze bei Grand-Slam-Turnieren abkassiert, kämpfen viele Profis um ihr finanzielles Überleben. Eine Analyse der Preisgeld-Strukturen und der wirtschaftlichen Realität für Nachwuchsspieler.
Tennis ist der lukrativste Einzelsport der Welt, doch während die Spitzenprofis Millionen verdienen, kämpfen viele andere um ihre wirtschaftliche Existenz. Bei den French Open 2024 erhielt der Sieger 2,8 Millionen Euro, eine Steigerung von 9,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Im Vergleich: 2000 betrug die Gesamtsumme der Preisgelder bei den French Open noch zehn Millionen Euro, während sie 2024 bei 61,7 Millionen Euro lag. Auch die US Open und das Golf-Masters zahlen hohe Summen, doch die Tennis-Stars wie Alexander Zverev, Jannik Sinner, Novak Djokovic und Aryna Sabalenka fordern dennoch mehr. Sabalenka warnte sogar vor einem Boykott, letztlich gab es nur einen Mini-Medienboykott mit 15-minütigen Interviews.
Die Zahl 15 ist symbolisch: Nur etwa 15 Prozent des Gesamtumsatzes der French Open fließen an die Spieler. Die meisten Profis außerhalb der Top 100 haben jedoch massive finanzielle Herausforderungen. Veronika Rücker vom Deutschen Tennis Bund erklärt, dass Nachwuchsspieler jährlich 100.000 bis 120.000 Euro benötigen, wobei der Verband maximal ein Drittel bis ein Viertel übernehmen kann. Die restlichen Kosten für Reisen, Trainer und Physiotherapie müssen die Spieler selbst tragen.
Daher ist Tennis für viele ein Zuschussgeschäft, das nur mit Unterstützung wohlhabender Familien oder talentierten Eltern, die selbst trainieren, machbar ist. Max Schönhaus, 18 Jahre alt und Weltranglistenplatz 332, hat bisher nur 78.213 US-Dollar an Preisgeld gewonnen. Seine Familie trug initially alle Kosten, später half der DTB, doch es bleibt eine finanzielle Belastung. Ein Erstrunden-Aus bei einem Grand Slam bringt zwar rund 87.000 Euro, doch der Weg dorthin ist steinig.
Nur die Top 100 kommen direkt ins Hauptfeld, Platz 100 bis 250 muss durch die Qualifikation, und die noch weiter hinten Rangieren hoffen auf Wildcards. Selten gelingt einer Qualifikantin wie Emma Raducanu 2021 der US-Open-Sieg oder Maja Chwalinska 2024 das Finale in Paris, was ihr 1,4 Millionen Euro einbrachte. Zuvor war Chwalinska jedoch knapp bei Kasse und äußerte Sorgen, ob sie genug Geld für zusätzliche Hotelnächte habe. Nun hat sich ihre Lage durch den Finaleinzug deutlich verbessert.
Die Diskrepanz zwischen den Superstars und der großen Masse der Profis bleibt jedoch ein zentrales Thema im Tennissport
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