Immer wieder sperrt der Meta-Konzern Accounts, löscht Content, blendet Inhalte aus – oft im Sinne der Nutzer, oft aber auch ohne Begründung. Warum das ein Problem ist und welche Vorwürfe im Raum stehen: Das Beispiel Instagram.
daneben benimmt, fliegt raus. Klingt auf den ersten Blick gut. Nur: Was es genau bedeutet, sich daneben zu benehmen, das definiert dernach eigenem Ermessen. Ob die Regeln eingehalten werden, das prüfen inzwischen weitgehend KI-Agenten.
Und die blockieren Profile immer wieder – selbst dann, wenn der Content nach den netzwerkeigenen Regeln nicht zu beanstanden ist. Protestieren die Influencer oder klagen sie sogar gerichtlich, schalten die Netzwerke die Profile oft wieder frei oder stellen den Content wieder her – in vielen Fällen ohne Begründung. Das macht den Prozess für viele Nutzer unberechenbar, nach dem Instagram Content löscht, ausblendet oder auch ganze Profile blockiert.
Einige Communitys wie die LGBTQ-Szene kritisieren, Meta blockiere sieMeta betont auf Anfrage, auf all seinen Plattformen die unterschiedlichsten Ansichten und Perspektiven berücksichtigen zu wollen – auch die von Menschen, die ansonsten übersehen oder marginalisiert werden könnten. Ein Beispiel ist die deutsche Influencerin Marie Joan Schmidt. Ihr folgen allein auf Instagram rund 800.000 Profile. Schmidt spricht offen über Sex und weibliche Selbstbestimmung.
Am 23. April sperrte Instagram ihren Account wegen eines Verstoßes gegen die . Dort schreibt Meta, dass Konten eingeschränkt oder entfernt würden, wenn sie "der Community schaden.
" Womit Schmidt der Community geschadet hat, sagt Meta auf Anfrage nicht. Nur: Man benachrichtige die betroffene Person. Jeder könne sich über die Regeln informieren. : "Die meisten Entscheidungen zur Inhaltsmoderation werden mittlerweile von Maschinen und nicht mehr von Menschen getroffen.
" Die Systeme entschieden, "was online bleiben, entfernt oder zur menschlichen Überprüfung weitergeleitet werden soll". Ein weiterer Grund für fälschliche Sperrungen sei zudem das sogenannte Mass-Reporting. Dabei melden viele Nutzer einen bestimmten Inhalt oder ein Profil bei Meta mit der Absicht, es sperren zu lassen. Gezielt eingesetzt, können solche Kampagnen die automatisierten Systeme manipulieren.
Meta hat das bereits 2023 im Zusammenhang mit der Wahl in Bolivien erwähnt der Konzern koordinierte Versuche zum Missbrauch der Systeme, um Menschen "zum Schweigen zu bringen". Neben der vollständigen Sperrung von Profilen greifen die Netzwerke auch auf das sogenannte Shadowbanning zurück, um die Reichweite des Contents einzuschränken. Dabei bleibt das Profil zwar online, die Beiträge aber erscheinen nicht mehr in der Suche oder in den Empfehlungen. Die Account-Inhaber wissen davon nichts und können deshalb auch keinen Einspruch einlegen.
Betroffen sind "grenzwertige" Inhalte, die zwar nicht gegen die Richtlinien verstoßen, "aber dennoch nahe dran sind". Dazu gehört das "sexuell anzügliche" Posen ebenso wie grenzwertige Hassrede oder blutige Bilder. Beleidigungen gegen eine Politikerin. Instagram löschte den Beitrag wegen "sexueller Ausbeutung von Erwachsenen" und schränkte das Profil für einen Monat ein.
Das System bestrafte damit die Dokumentation, nicht den eigentlichen Angriff. Die EU-Parlamentarierin Alexandra Geese hat angekündigt, bei der EU-Kommission eine Untersuchung zu beantragen. Regeln für soziale Netzwerke sind natürlich sinnvoll. Wenn aber einzelne Influencer oder ganze Gruppen nicht nachvollziehen können, warum sie blockiert werden, stehen schnell Zensur-Vorwürfe im Raum.
Wenn zudem KIs und Algorithmen darüber entscheiden, wer maximale Reichweite erhält, weckt das nicht unbedingt Vertrauen – sondern verunsichert umso mehr. Wie verändert KI unser Leben? Und welche KI-Programme sind in meinem Alltag wirklich wichtig?
Antworten auf diese und weitere Fragen diskutieren Gregor Schmalzried, Marie Kilg und Fritz Espenlaub jede Woche in ""Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach.
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