Putin-Plan: Russland will Ukraine-Energiesystem mit 1000 Raketen zerstören

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Putin-Plan: Russland will Ukraine-Energiesystem mit 1000 Raketen zerstören
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Ein abgefangener Plan zeigt: Russland will die Ukraine mit bis zu 1000 Raketen und Drohnen angreifen, um Strom, Heizung und Wasser in Städten zu kappen.

Die Ukraine steht vor einem weiteren Kriegswinter mit massiven russischen Angriffen auf ihre Energieinfrastruktur. Nach einem Bericht der New York Times liegt ein abgefangener Plan vor, der das Ziel verfolgt, das Energiesystem der Ukraine durch systematische Angriffe zum Zusammenbruch zu bringen. Am Mittwoch und Donnerstag schlugen bereits wieder Raketen und Drohnen ein, unter anderem in ein großes Wärmekraftwerk in Kyjiw und weitere Energieanlagen. Mehrere Stadtviertel der Hauptstadt waren ohne Strom und Wasser. Auch Energienetze in Charkiw im Osten und Sumy im Norden wurden angegriffen.

Putins Plan für den Energiekollaps

Der ukrainische Energieminister Denys Schmyhal hat den europäischen Partnern vor zwei Wochen den abgefangenen Plan erläutert, berichtet die New York Times unter Berufung auf zwei Quellen. Demnach sei das Ziel Russlands, das Energiesystem der Ukraine durch systematische Angriffe zum Zusammenbruch zu bringen. Geplant sei eine Angriffswelle mit bis zu 1000 Raketen, Drohnen und Bomben. Im Visier: Umspannanlagen, Wasserkraft- und Wärmekraftwerke sowie Heizkesselhäuser, die in Osteuropa ein Herzstück der zentralen Wärmeversorgung sind.

Besonders alarmierend sei, dass Putin die Ukraine mit den Angriffen dazu bringen wolle, die drei noch in Betrieb befindlichen Atomkraftwerke des Landes abschalten zu müssen. Diese sind das Rückgrat der Stromversorgung. Dazu sollen Raketen auf die Schaltanlagen abgefeuert werden, über die die AKW mit dem Stromnetz verbunden sind. Diese Anlagen liegen demnach nur etwas mehr als 1,5 Kilometer von den Reaktoren entfernt.

Ebenso brisant: Moskaus Truppen sollen auch das ukrainische Wassersystem ins Visier nehmen, darunter Pumpstationen und Abwasseraufbereitungsanlagen. Dafür sollen Dutzende ballistische Raketen und Gleitbomben eingesetzt werden. Russland habe solche Anlagen bisher noch nie in großem Maßstab angegriffen. Ukrainische Regierungsvertreter haben intern ihre Sorge geäußert, dass das Land nur begrenzte Notfallpläne für den Fall schwerer Ausfälle der Wasserversorgung hat. Das übergeordnete Ziel sei, große ukrainische Städte von Strom, Heizung und Wasser abzuschneiden – was eine humanitäre Krise auslösen könnte.

Drei Angriffsphasen und das Ausmaß

Putins Plan sieht dem Bericht zufolge drei Angriffsphasen vor. In der ersten sollen Umspannwerke nahe der Westgrenzen der Ukraine ausgeschaltet werden, über die das Land Strom aus Europa importiert. In der zweiten sollen Wasserkraftwerke außer Betrieb gesetzt werden. Phase zwei ziele auf die drei AKW ab. Das vierte Kernkraftwerk nahe Saporischschja wurde zu Beginn des Krieges von russischen Streitkräften eingenommen. Ziel der Angriffe sei es, fast 15 Gigawatt an Erzeugungskapazität auszuschalten – etwa so viel, wie der Ukraine am Ende des Sommers zur Verfügung stand.

Dort soll die Stromversorgung dem Bericht zufolge um 90 Prozent gekappt, die Heizleistung um bis zu 90 Prozent reduziert und die Abwasserentsorgung massiv beeinträchtigt werden. Vor dem Krieg zählte die Ukraine etwa 41 Millionen Menschen, rund 29 Millionen leben derzeit in den von der Regierung in Kyjiw kontrollierten Gebieten. Das ist eine Schätzung des ukrainischen Statistikamts und des Instituts für Demografie; eine genaue Zahl ist wegen des Krieges und der Flüchtlinge schwer zu ermitteln.

Zweifel an der Verifizierbarkeit und Vorbereitungen

Wie auch die New York Times schreibt, lässt sich die Echtheit des von Schmyhal vorgestellten Putin-Plans nicht unabhängig verifizieren. Schmyhal habe allerdings vor einer Woche gegenüber ukrainischen Medien vage über das Dokument gesprochen. Unsere Partner waren ebenso wie wir erschüttert von seinem Zynismus, von dieser kalten, terroristischen Berechnung, wie unser Energiesektor zerstört werden soll, sagte er demnach. Die Zeitung weist darauf hin, dass die Regierung in Kyjiw das Land in den vergangenen Monaten auf den Winter vorbereitet habe und Schutzbauten über kritischen Anlagen errichten ließ, etwa über Umspannwerken, die Strom im ganzen Land verteilen. Die ukrainischen Behörden haben zudem Hunderte Millionen Dollar für die Reparatur von Kraftwerken und Umspannwerken ausgegeben.

Die Taktik, im Winter die Energieinfrastruktur anzugreifen, hat Putin zwar schon in den vergangenen Kriegswintern einsetzen lassen. Doch der ukrainischen Armee fällt es immer schwerer, die Luftangriffe abzuwehren, was an der großen Zahl der Raketen und den neuerdings vermehrt eingesetzten düsengetriebenen Drohnen liegt. Für die Ukrainerinnen und Ukrainer könnte dies nur ein bitterer Vorgeschmack auf die nächsten Monate gewesen sein.

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