Starker Typ mit viel Gefühl: Riccardo Simonetti über Rollenklischees, wer in seiner Ehe am Herd steht und Verständnis für seinen verstorbenen Vater.
Starker Typ mit viel Gefühl: Riccardo Simonetti über Rollenklischees, wer in seiner Ehe am Herd steht und Verständnis für seinen verstorbenen Vater. , 33, mit Autos und mit Puppen.
Als Ministrant in der katholischen Kirche fand er es toll, "Kleider" zu tragen. Auch heute stellt der Entertainer und Aktivist klassische Geschlechterrollen infrage, wofür er oft angefeindet wird. Mit GALA spricht er über Erwartungen und wichtige Männer in seinem Leben: seinen Vater Italo und Steven, seinen Ehemann. GALA: Sie wuchsen bei Ihrer Mutter auf.
Ihr neues Buch widmen Sie Ihrem Vater, der Anfang des Jahres verstorben ist. Warum? Als ich mich von ihm verabschieden musste, hat es mir geholfen, mit einem empathischen, statt einem vorwurfsvollen Blick auf sein Leben zu schauen. Durch die Recherche habe ich verstanden, wie sehr es helfen kann, die eigenen Eltern als Kinder ihrer Eltern zu betrachten, um sie zu verstehen.
Wir müssen Jungs beibringen, dass es in Ordnung ist, über Gefühle zu sprechen. Mir hilft es, meinem Umfeld zu sagen, was ich gerade brauche, statt eine Fassade aufzusetzen. Niemand will einen Mann ohne Gefühle. Sie stellten schon immer Männlichkeitsbilder infrage.
Wie war das für Ihren Vater? Er störte sich nie daran. Früher kaufte er mir sowohl Autos als auch Puppen und drängte mich nie in eine Ecke. Ich war sein Sohn – alles andere spielte für ihn keine Rolle.
Viele Werte, die andere Kinder vielleicht von Männern lernen, habe ich von Frauen gelernt: Mut, Fürsorge und die Bereitschaft, füreinander einzustehen. Für mich waren es immer Frauen, die die Initiative ergriffen und sich schützend vor mich stellten. Jeden Freitag wirft unser Glam-WG-Team einen ganz persönlichen Blick auf die Woche mit den Stars - lesen Sie exklusive Storys direkt in Ihrem Postfach.
Mein Mann sieht konventionell maskuliner aus als ich: Er hat kurze Haare und einen Schnauzer, ich lange Haare und trage Make-up. Deshalb vermuten viele, dass ich die Rolle "der Frau" einnehme. Aber die gibt es nicht – wir sind beide Männer. Im Restaurant bekommt trotzdem oft er die Rechnung, obwohl ich bezahle.
Das ist unser Deal: Im Restaurant zahle ich, zu Hause kümmert er sich ums Essen. Steven nimmt sehr viel Rücksicht auf meine Bedürfnisse: Pizza, Chicken Nuggets, Kuchen oder Kekse. Ich habe den Gaumen eines Vierjährigen.
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