Afrika-Reise: Robert Habeck warnt vor 'grünem Energie-Imperialismus'
wähle bewusst einen anderen Weg. Alles, was in Namibia passiert, geschehe in erster Linie für die Menschen, erklärte Habeck. Deutschland wolle, dass sich das Land stärker entwickele, dass die Menschen qualifiziert würden, Jobs fänden und die Arbeitslosigkeit sinke. Die Energieversorgung für Namibia und das Nachbarland Südafrika könne robuster und klimafreundlicher werden. Und was dann, ganz am Ende noch übrigbleibe, wolle Deutschland gern nehmen.
Habeck war danach ins benachbarte Unabhängigkeits-Museum gegangen, einem Monumentalbau, den ausgerechnet Nordkorea für Namibia errichtet hat, für eine geraffte Führung durch die letzten 150 Jahre namibische Geschichte. Er schaute den Freiheitskämpfern der verschiedenen Generationen ins Gesicht. Von Jan Jonkers über Henrik Witbooi bis hin zu Sam Nujoma, dem ersten Präsidenten. Vor einer Wand mit Fotos der deutschen Verbrechen blieb Habeck lange stehen.
Das Thema ist nicht neu für ihn. Dieser erste deutsche Genozid sei ihm im Leben immer wieder mal begegnet, sagte Habeck. Es habe immer wieder Phasen gegeben, in den er sich damit befasst, Studien und Bücher gelesen habe. "Herero", den dicken Wälzer von Gerhard Seyfried, "Morenga", den Roman von Uwe Timm. Als das Buch im Jahr 2000 zu Timms 80.
"Ich weiß das alles", sagt Habeck leise, er kennt die Fotos und Geschichten, "aber es ist schon noch mal etwas anderes, wenn man dann hier so davorsteht." Er weiß auch, dass das alles zuhause in Deutschland viel zu selten Thema ist. Namibia steht nicht gerade im Mittelpunkt deutscher Politik. Und so ist Habeck, es hat ihn selbst gewundert, der ranghöchste deutsche Regierungspolitiker, der das Land besucht hat – seit Bundeskanzler Helmut Kohl.
Der Minister ist samt Tross inzwischen weitergereist ins benachbarte Südafrika. Hier will er am Mittwoch eine Wirtschaftskonferenz eröffnen.
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