Als in der Firma unserer Autorin Mitarbeitern gekündigt werden soll, herrscht Stille. Dabei ist es wichtig, Gefühle auszusprechen – auch in der Führungsetage.
Mal eben die Welt retten und ein paar Mails checken. Ich versuchte, die Ausgangslage zu erfassen, und fragte die Manager über die internen Social-Media-Kanäle, was sie gedenken, zur Transformation beizutragen und ob jemand mitmachen möchte. Ein großes, allumfängliches Schweigen brüllte mich auf diese Frage hin an.
Irgendwann schoss das Management mit den Zahlen um die Ecke. Man wollte 300 Menschen an einen Subcontractor verkaufen, übergeben, überlassen. Wurscht, wie das genannt wurde, es hatte Wirkung auf die Mitarbeiter. Und dann hatte man sich etwas Geschicktes ausgedacht: Das Management wollte Arbeit weggeben. Nearshoring und Offshoring. Near war Portugal und off war Indien oder Thailand oder beides. Egal. Ich erinnere mich nicht mehr.
Dieses würde die Auswirkung haben, dass diverse Mitarbeiter in Deutschland keine Arbeit mehr hätten. Mensch muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Liebe Mitarbeiter, eure Arbeit ist weg, dann habt ihr leider keine Arbeit mehr in Deutschland. Also nix zu tun. Und damit ihr Euch nicht langweilt, könnt ihr entweder in Altersteilzeit gehen oder ihr unterschreibt einen Aufhebungsvertrag und sucht euch einen neuen Job. Gegen die Zahlung einer Abfindung, versteht sich.
Ich schickte noch ein paar Fragen ins soziale Netzwerk an die Manager. Etwas dringlicher und etwas provokanter. Es passierte nichts. Ich fragte auch unseren obersten Manager, was er zu sagen hätte. Aber auch von dort herrschte Schweigen. Niemand wollte mit mir über seine Gefühle und seine Gedanken reden. Über unsere Transformation, die immerhin rund 6000 Menschen betraf.
Irgendwann erreichte mich ein anonymer Brief. Von einem Manager. Auf weißem Papier gedruckt und per Hauspost an mich geschickt. Und dieser Brief steckte voller Gefühle. Wut und Angst und Frust. Ich nahm den Brief und veröffentlichte ihn im internen sozialen Netzwerk mit @oberster Manager, der CIO der Firma. Er meldete sich dann schließlich auch zu Wort.
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