Rosa Ostern: Wo sich in der Pralinenauslage zartes Pink breitmacht, geht es oft um Ruby. Die neue Schokoladensorte verdankt ihre Farbe einer Kakaobohne. Aber wie schmeckt sie?
Auf diese"Einzigartigkeit" setzt man auch bei Barry Callebaut, mit einem Jahresumsatz von 6,9 Milliarden Euro einer der weltgrößten Schokoladenproduzenten. An jedem vierten Kakaoprodukt weltweit verdient Barry Callebaut zumindest mit.
Die Entwicklung der Ruby-Schokolade dauerte der Firma zufolge zehn Jahre. Die näheren Umstände sind geheim. Barry Callebaut gibt zu Ruby nur ein paar mythenumwehte Eckpfeiler preis: Basis der Schokolade sind demnach die Ruby-Kakaobohnen, die auf Plantagen in Brasilien, Ecuador und an der Elfenbeinküste wachsen. Diese haben spezifische Eigenschaften. Und Dank eines angeblich einzigartigen Verfahrens gelingt es, den Ruby-Bohnen ihren natürlich vorhandenen Geschmack und Farbton zu entlocken. Ohne Zugabe von Aromen oder Farbstoffe -"Ein Geschenk der Natur", heißt es auf der Firmenseite. Schokoladenexperten haben da aber ihre eigenen Theorien."Ich denke, dass vielleicht Zitronensäure bei der Fermentation der Kakaobohnen hinzugegeben wird und dadurch die rote Farbe entsteht oder verstärkt wird", sagt Kevin Lühmann,"aber das ist nur eine Vermutung." Ruby setzt sich bei uns nur sehr langsam durch. Im Frühjahr 2018 tauchte das erste Ruby-Produkt in deutschen Supermärkten auf - ein rosafarbenes Kitkat. Doch die postulierte Schokoladen-Revolution blieb aus. Kein Wunder, der deutsche Schokoladenmarkt ist so konservativ wie ein niederbayerischer CSU-Ortsverein. Zwar isst jeder Deutsche an die neun Kilo Schokolade pro Jahr, und wegen des Lockdowns meldeten die Süßwarenhersteller gerade zweistellige Absatzsteigerungen. Doch greifen die Deutschen vor allem zu altbewährten Sorten. Vollmilchschokolade gehört mit etwa 47 Prozent Marktanteil zu den beliebtesten Geschmacksrichtungen, dann folgen Nugat und Zartbitter. Für Experimentierfreudigere darf es auch schon mal Pfefferminz oder Schokolade mit Chili sein. Zudem unterteilen Experten die Schokoladenwelt in"Beißer" und"Lutscher", erklärt Sommelier Lühmann, und Deutschland sei ein Land der"Beißer". Das heißt, die meisten Deutschen kauen Schokolade am liebsten und mögen harte Sorten wie Ritter Sport oder Schogetten. Die"Lutscher" dagegen lassen Schokolade genüsslich im Mund zergehen."Zerkauen Sie mal ein Stück Schokolade, trinken dann einen Schluck Wasser und lassen anschließend die gleiche Sorte im Mund schmelzen", empfiehlt Lühmann,"bei guter Schokolade entwickeln sich dann ganz andere Aromen." Er würde es nie so ausdrücken, aber aus kulinarischer Perspektive bleibt zunächst festzuhalten: Die Deutschen sind ein Volk von Schokobanausen!
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