Russische Drohnenangriffe treffen Brücken in Kiew und stören den Verkehr. Litauen schließt den Flughafen Vilnius nach einer Drohnensichtung. USA verhandeln mit Russland über Ölgeschäfte.
Bei den jüngsten russischen Drohnenangriffe n auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind mehrere Brücken über den Dnipro getroffen und für den Verkehr gesperrt worden. Bürgermeister Vitali Klitschko teilte am Telefon mit, die Südbrücke sei am Donnerstag viermal von russischen Drohnen angegriffen worden, und am Samstagmorgen sei auch die Nordbrücke von einer russischen Kampfdrohne getroffen worden. Berichte über Opfer gab es zunächst nicht. Die Brücken bleiben nach Angaben von Klitschko sowohl für den Autoverkehr als auch für U-Bahnen gesperrt. Viele Einwohner der Dreimillionenstadt leben östlich des Flusses und pendeln täglich zur Arbeit auf die Westseite.
Angriffe auf die Infrastruktur von Kiew
Russland hat seine Drohnen- und Raketenangriffe auf Kiew in den vergangenen Monaten verstärkt. Moskau setzt dabei zunehmend neuartige Drohnen ein, die schneller fliegen und schwieriger abzufangen sind. Ein Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj erklärte am Mittwoch, Russland habe begonnen, eine Drohne mit Jetantrieb einzusetzen, um Strommasten und Stahlbrückenkonstruktionen zu beschädigen. Die Angriffe zielen offenbar darauf ab, die Infrastruktur der Hauptstadt zu treffen und den Alltag der Bevölkerung zu beeinträchtigen.
Flughafen Vilnius nach Drohnensichtung geschlossen
Nach einer möglichen Drohnensichtung ist der Flughafen der litauischen Hauptstadt Vilnius am Samstag vorübergehend geschlossen worden. Das Nationale Zentrum für Krisenmanagement teilte mit, die Behörden hätten die Einwohner der Region aufgefordert, sich darauf vorzubereiten, bei Bedarf Schutz zu suchen. Später wurde die Sperrung des Flughafens wieder aufgehoben. Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund wiederholter Drohnenzwischenfälle in der Region und der anhaltenden Bedrohung durch Russland.
Parlamentswahl in Lettland unter dem Eindruck der Bedrohung
In Lettland wird unter dem Eindruck wiederholter Drohnenvorfälle und der Bedrohung durch Russland ein neues Parlament gewählt. Trotz Zugewinnen für populistische und Protestparteien wird erwartet, dass die Mitte-rechts-Partei Vereinte Liste von Ministerpräsident Andris Kulbergs die Wahl bestätigt wird. In Umfragen führt die Partei von Kulbergs. Eine Koalition unter seiner Leitung hatte Ende Mai die Regierungsgeschäfte übernommen, nachdem die Vorgängerregierung infolge eines Drohnenvorfalls auseinandergebrochen war. Auslöser waren zwei ukrainische Drohnen, die von Russland aus die Grenze überquert hatten und in Lettland abgestürzt waren. Der baltische Staat mit 1,8 Millionen Einwohnern sieht sich seit dem russischen Angriff auf die Ukraine verstärkt Bedrohungen ausgesetzt.
US-Gespräche mit Russland über Ölgeschäfte
Die Gespräche der US-Regierung mit Russland über ein Ende des Krieges in der Ukraine haben sich einem Zeitungsbericht zufolge auf milliardenschwere Ölgeschäfte ausgeweitet. Bei dem möglichen Deal, der von der Zustimmung der US-Regierung und des Kremls abhänge, gehe es um ein weltweites Netz aus Ölfeldern, Raffinerien und Tankstellen des russischen Energiekonzerns Lukoil. Zu der Gruppe, die das Geschäft anstrebe, gehören neben dem US-Milliardär Todd Boehly zwei Konzerne aus dem Nahen Osten, die bereits mit Kushner oder Witkoffs Familie Geschäfte getätigt hätten, so die Zeitung. Das Weiße Haus, das US-Finanzministerium und Lukoil reagierten nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme.
Russland plant Rekord-Militärausgaben
Moskau stellt sich nach Einschätzung der Nachrichtenagentur Bloomberg auf einen noch jahrelangen Krieg gegen die Ukraine ein. Darauf deuten vor allem die geplanten Militärausgaben hin. Für das kommende Jahr sind demnach 17,1 Billionen Rubel (rund 182 Milliarden Euro) für militärische Zwecke vorgesehen. Das wäre der höchste Wert seit Beginn des russischen Angriffskrieges. Auch Reuters bestätigt für 2027 Militärausgaben in dieser Größenordnung. Für 2028 sollen die Ausgaben bei 16,6 Billionen Rubel liegen, 2029 bei 16,3 Billionen. Damit würde Russland über mehrere Jahre einen außergewöhnlich hohen Anteil seiner Staatsausgaben für den Krieg und den Sicherheitsapparat reservieren.
Selenskyj wirft Putin Zerstörungskurs vor
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warf dem russischen Militär vor, auf Anordnung von Kremlchef Wladimir Putin die Städte der Ukraine zu zerstören. Aus Geheimdienstinformationen und von einigen Personen aus Putins Umfeld wisse man, dass Putin Anfang September gesagt habe, es gebe jetzt keine Regeln mehr, schrieb Selenskyj auf der Plattform X. Russland habe die Ukraine nicht besetzen können. In der Region Charkiw wurden nach Angaben des regionalen Militärverwalters Oleh Synjehubow bei russischen Angriffen Menschen getötet. Möglicherweise befänden sich noch weitere Opfer unter den Trümmern getroffener Wohnhäuser.
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