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Russischer Einfluss in Afrika erschüttert

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Russischer Einfluss in Afrika erschüttert
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Der russische Präsident Putin unterstützt den malischen Juntachenef Goïta seit 2021 mit Ausrüstung und Truppen, aber die Beziehungen zwischen den beiden Ländern sind angespannt.

Regelmäßig empfängt der Präsident russische Delegationen, vor einem Jahr besuchte er Präsident Wladimir Putin in Moskau.

„Wir pflegen gute bilaterale Beziehungen und hoffen, diese weiter auszubauen“, sagte Goïta bei dem Treffen. Putin unterstützt Goïta seit 2021 mit Ausrüstung und Truppen im Kampf gegen Aufständische und Islamisten. Auf Russland alleine will sich der Junta-Chef aber offenkundig nicht verlassen: Seine Armee bezieht einen Teil ihrer Waffen aus China. Für seinen Personenschutz hat der 42-Jährige statt russischer Söldner eine türkische Sicherheitsfirma angeheuert.

Trotzdem gilt das westafrikanische Mali als Moskaus Hochburg auf dem Kontinent. Rund 1000 Mann des „Afrikakorps“ – es ist dem russischen Verteidigungsministerium unterstelltDie haben Ende April eine schwere Niederlage eingesteckt: Eine Allianz aus Tuareg-Milizen und Dschihadisten des Al-Qaida-Ablegers JNIM attackierte Stützpunkte der malischen Armee,Videos im Internet zeigen, wie sie unter Aufsicht von Tuareg-Kämpfern aus der Stadt Kidal abziehen – eine Demütigung auch für Putin, der sich gerne als Schutzpatron jener Regierungen in Afrika darstellt, die dem Westen kritisch gegenüberstehen.

Bei denen dürften nach der jüngsten Niederlage des „Afrikakorps“ die Zweifel wachsen, ob der Kremlchef noch der richtige Partner für mehr „Sicherheit und Stabilität“ ist. Wie ist es um den russischen Einfluss auf dem Kontinent bestellt?in Mali hat das Vertrauen in das Versprechen des russischen ‚Afrikakorps‘ schwer erschüttert“, sagt die Politikwissenschaftlerin Afua Agyeiwaa Lamptey von der Uni Leipzig. Der Geheimdienst hat es ihrer Einschätzung nach versäumt, rechtzeitig vor den Anschlägen zu warnen.

„Dies verdeutlicht eine enorme Lücke und Unzulänglichkeit sowohl des malischen Staates als auch der russischen Truppen in Mali“, sagt Lamptey. Der Fall erinnert an Mosambik, wo Söldner der „Wagner-Gruppe“ 2019 von Islamisten überrannt wurden – und darauf das Land verließen. Könnte das auch in Mali geschehen?

„Es gibt im Land eine große Enttäuschung über die Russen“, sagt Sahel-Experte Ulf Laessing von der Konrad-Adenauer-Stiftung. „Der Staatszerfall geht weiter. Nun wird Russland zumindest die Hauptstadt Bamako verteidigen müssen, um seinen Ruf als Militärmacht in Afrika zu rettenBislang hält Machthaber Goïta am Bündnis mit Moskau fest. Nach den Angriffen im April zeigte er sich demonstrativ mit dem russischen Botschafter.

Der sagte bei dem Treffen: „Ich bin sicher, dass unsere Kräfte siegen werden.

“Auch in Malis Nachbarländern Niger und Burkina Faso, beide ebenfalls von Militärs regiert, ist Russland mit mehreren Hundert Soldaten aktiv. Nur sind auch dort die Islamisten auf dem Vormarsch. Die Terrorgruppe JNIM sei inzwischen die „Hauptmacht im Sahel“, sagt Laessing. Entsprechend groß ist die Sorge, dass die Extremisten ihren Einfluss bis an die Atlantikküste ausdehnen.

Viele Regierungen in der Region suchen deshalb militärische Hilfe im Ausland – jedoch eher nicht in Russland.

„Die Staaten Westafrikas haben in Bezug auf politische Bündnisse dazugelernt“, sagt Lamptey. „Sie legen den Schwerpunkt auf Partnerschaften, die ihren strategischen und politischen Interessen dienen. Alle externen Akteure, die konkrete und attraktive Angebote unterbreiten, kommen grundsätzlich als Partner infrage.

“ Dazu zählen auch Russlands Gegner wie die Ukraine, die seit 2022 ihre Beziehungen zu Afrika massiv ausbaut. Die USA verstärken derzeit ihre sicherheitspolitische Zusammenarbeit mit Nigeria und Benin. Vor wenigen Wochen führte die US-Armee eine internationale Militärübung in Libyen an – in direkter Nachbarschaft zum dortigen „Afrikakorps“. Auch China und die Türkei drängen zunehmend auf den Kontinent.

Allerdings schicken sie lieber Waffen statt Kampftruppen.

„China und die Türkei wollen in Afrika keine eigenen Soldaten verlieren“, sagt Lamptey. Sie hätten aus den Fehlern der Russen gelernt. Das gilt womöglich auch für Putin-Fan Assimi Goïta. Dass Malis Staatschef statt russischer Leibwächter lieber türkische Personenschützer beschäftigt, könnte mit Erfahrungen aus der Zentralafrikanischen Republik zu tun haben.

Dort beschäftigt Präsident Faustin-Archange Touadéra seit 2018 „Wagner“-Söldner als Personenschützer. Heute ist nicht ganz klar, ob die wirklich in seinem Dienst stehen – oder ob sie Touadéra im Auftrag Moskaus als eine Art Geisel halten.

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