Rutronik Stars Keltern starten mit Ambitionen in die neue Saison

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Rutronik Stars Keltern starten mit Ambitionen in die neue Saison
Rutronik Stars Keltern, Eigner Angels Nördlingen, Damen-Basketball-Bundesliga

Die Rutronik Stars Keltern treffen am Sonntag in der 1. Damen-Basketball-Bundesliga auf die Eigner Angels Nördlingen. Nach fünf Meistertiteln und zwei Pokalsiegen will der Traditionsverein erneut um Titel kämpfen. Die Vorbereitung verlief laut Teammanager Dirk Steidl holprig, dennoch setzt der Klub auf die individuelle Qualität der Mannschaft. Mit der US-Spielerin Booker wurde zudem eine zusätzliche Guard-Position besetzt, um das Scoring-Problem der letzten Saison zu lösen. Ein weiterer Spielerinzug könnte jedoch durch eine Verletzung für die gesamte Saison ausfallen.

Nach fünf Titeln wollen die Rutronik Stars Keltern jetzt erneut"nach den Sternen greifen". Am Sonntag startet das Team gegen die Eigner Angels Nördlingen in die Saison.

Dabei soll sich auch zeigen, wie viel vom Hype der Heim-WM im Vereinsbasketball angekommen ist. Der letzte Test gegen die Angels aus Nördlingen war kein leichter: Nach einem engen Kopf-an-Kopf-Rennen konnten die Rutronik Stars das Vorbereitungsspiel nur knapp mit einem 71:68 für sich entscheiden. Am kommenden Sonntag soll das anders aussehen.

"Das erste Spiel ist immer eine Wundertüte. Da weiß man nie, was einen erwartet. Aber ich hoffe schon, dass sie das Spiel gewinnen werden", sagt Dirk Steidl, Teammanager der Rutronik Stars Keltern, im Gespräch mit SWR Sport. Das Team der Frauen-Basketballabteilung des FC Nöttingen 1957 spielt inzwischen seit elf Spielzeiten in der 1.

Damen-Basketball-Bundesliga . In dieser Zeit holten die Rutronik Stars fünf deutsche Meistertitel und gewannen zweimal den DBBL-Pokal. Zur Saison 2024/25 übernahm die ehemalige Spielerin Matea Tavic das Amt der Cheftrainerin, die auch in dieser Saison wieder an der Seitenlinie steht. Die Vorbereitung auf die kommende Saison sei laut Steidl eher holprig gewesen, trotzdem bleibt er positiv:"Die Mechanismen müssen sich einspielen und das braucht Zeit.

Aber ich denke, dass wir so viel individuelle Klasse haben, dass wir die Spiele über diese vorhandene Qualität für uns entscheiden können.

"besetzt Keltern dabei auch den offenen US-Spot auf der Guard-Position. Die 26-jährige US-Amerikanerin war bereits in der letzten Saison die Wunschkandidatin von Trainerin Tavic. Laut Steidl habe man Booker jetzt verpflichtet, damit sie Punkte mache und das Scoring-Problem der letzten Saison löse.konnte sich das Team eine weitere Top-Spielerin sichern - unwissend, dass diese jedoch verletzungsbedingt für die ganze Saison ausfallen könnte.

Laut Steidl sei der Transfer an sich gut, doch eine Spielerin weniger bedeutet zugleich auch eine Belastung für den Kader. Werth habe eine sehr schwere Verletzung, die man nicht habe absehen können. Jetzt ginge es in erster Linie darum, wie man ihr am besten helfen könne. Ein klarer Erfolg für die"Sterne" aus Keltern: Nationalspielerin Alexandra Wilke bleibt trotz Interesse europäischer Top-Klubs weiterhin im Team.

"Wir sind stolz, dass sie bei uns spielt und sie hat dem ganzen Verein einen Push verliehen. Sie ist eine Identifikationsfigur bei uns", betont Steidl. Wilke spielt seit 2022 bei den Rutronik Stars und gewann im Folgejahr mit dem Team die Deutsche Meisterschaft. In diesem Sommer stand die 30-Jährige im Kader für die Heim-WM in Berlin, die rund 200.000 Fans in die Hallen lockte.

Bis ins Halbfinale ging die Reise für Wilke und ihr Team in der Hauptstadt, am Ende gelang ihnen der vierte Platz. Ihren Alltag bestreitet Alex Wilke aber nicht hauptsächlich als Profi, sondern als Gymnasial-Lehrerin für Mathematik und Sport. Bei der Heim-WM in Berlin erreichte Wilke gemeinsam mit ihrem Team das Halbfinale und belohnte sich schließlich mit dem vierten Platz.

Sie ist neben Britta Daub und Emma Eichmeyer eine von drei Spielerinnen des DBB-Kaders, die aktuell bei einem deutschen Verein unter Vertrag stehen. Ihre Kolleginnen aus der Nationalmannschaft zieht es oft ins Ausland. Die meisten wechseln in die USA, um Karriere zu machen und Geld zu verdienen, aber auch Spanien ist hoch im Rennen. Das ist und bleibt in Deutschland schwierig, wie Steidl erklärt.

Steidl nennt den Frauenfußball als Beispiel und betont, dass auch dieser sich nur dank Geld im System über die letzten Jahre hinweg entwickelt habe. Trotzdem ist Alex Wilke bis heute in der deutschen Liga geblieben und hofft, dass ein wenig von dem WM-Hype auch in der am Sonntag beginnenden Bundesliga ankommt. Eine, die sich ebenfalls weiterhin für Keltern und die deutsche Liga entschieden hat, ist Anastasia Schlipf.

Die 22-Jährige spielt seit Sommer 2024, zunächst mit Sonderberechtigung, bei den Rutronik Star und unterschrieb im vergangenen Sommer einen Zweijahresvertrag.

"Der Anspruch, die Leistung und das Niveau hier in Keltern sind extrem hoch. Das hilft einem im Training natürlich auch super viel, wenn man möglicherweise gegen die besten Spielerinnen aus der gesamten Liga jeden Tag im Training steht und sich dadurch einfach verbessert. Deswegen habe ich mich auch entschieden, zu bleiben", erklärt Schlipf gegenüber SWR Sport. Vor Saisonstart am Sonntag sei die Stimmung im Team auf jeden Fall gut.

Man wolle gegen die Eigner Angels Nördlingen nochmal ein Zeichen setzen, denn das Vorbereitungsturnier sei nicht optimal gelaufen. Auch in dieser Saison ist das Ziel eindeutig: Ein weiteres Mal die Meisterschaft zu holen, so wie man es zuletzt zweimal in Folge geschafft hat. Die 22-Jährige hofft, dass der Hype der Heim-WM auch über die Hauptstadt hinaus bis in die Liga kommen wird.

Vor allem jüngere deutsche Spielerinnen zieht es zunehmend ins Ausland, unter anderem aufgrund der dort besseren sportlichen und professionellen Bedingungen. Zehn Mannschaften treten ab diesem Wochenende wieder in der höchsten Spielklasse des deutschen Frauenbasketballs gegeneinander an. Für Schlipf ist das zu wenig:"Wir haben jetzt in der ersten Liga wieder nur 10 Mannschaften. Eigentlich geht es immer die ganze Zeit darum, dass die Liga erweitert wird und dass mehr Mannschaften auf dem Erstliga-Niveau spielen können.

" Das war bisher aufgrund fehlender Gelder nicht möglich. Die Situation um den deutschen Frauenbasketball habe sich ihrer Meinung nach in den letzten Jahren jedoch bereits gebessert. Der Unterschied zwischen Heim-WM-Kulisse und Liga-Alltag ist nach wie vor riesig. Schlipf erhofft sich durch den Hype mehr Aufmerksamkeit:"Ich hoffe, dass sich das auf jeden Fall bessert im Vergleich zu den letzten Jahren und dass mehr Aufmerksamkeit auf den Frauenbasketball kommt.

“Die Weltmeisterschaft in Berlin hat den Frauen-Basketball in den Fokus gerückt. Nun warten der Ligaalltag und die schwere Aufgabe, die WM-Euphorie nachhaltig zu nutzen. Für die Zukunft wünsche sie sich mehr Wertschätzung, erklärt die 22-Jährige.

"Ich würde mir wünschen, dass man nicht klein gehalten wird, sondern dass es auch als etwas Tolles angesehen wird. " Auch die Bedeutung von Vorbildern wie Team-Kollegin und Nationalspielerin Wilke hebt sie hervor. Wie nachhaltig der Hype um den deutsche Frauenbasketball nach der Heim-WM wirklich sein wird, bleibt abzuwarten. Jetzt beginnt für die Rutronik Stars die neue Saison.

Ob Keltern dem Anspruch des erneuten Meistertitels auch mit einer nicht optimal verlaufenen Vorbereitung gerecht werden kann, zeigt sich erstmals am Sonntag in Nördlingen.

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