Tausende Menschen flüchten von Afrika nach Saudi-Arabien. Doch dort erschießen und foltern Grenzschützer viele von ihnen, berichtet Human Rights Watch.
KAIRO taz | „They Fired On Us Like Rain“ lautet der Titel des neuen Berichts der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch . Saudi-Arabiens Grenzpolizei hat demnach zwischen März 2022 und Juni 2023 Hunderte Migranten an der Grenze zu Jemen erschossen – mindestens 655, es könnten aber auch Tausende sein, sagt die leitende Autorin Nadia Hardmann.
„Sie haben immer wieder auf uns gefeuert. Ich habe mich unter einem Felsen versteckt und bin eingeschlafen. Als ich aufwachte, dachte ich, die Menschen um mich herum schlafen auch, bis ich realisiert habe, dass sie alle tot waren. Ich bin alleine aufgewacht“, zitiert der Bericht die 14-jährige Hamdiya. Andere Zeugen erzählen von Leichen und Körperteilen, die sie gesehen haben.
Schwerwiegende Vorwürfe Ein 17-Jähriger erzählt: „Als sie das Feuer einstellten, nahmen uns die Grenzwächter mit. Wir warten zu siebt: fünf Männer und zwei Mädchen. Die Grenzwächter haben uns gezwungen, uns auszuziehen, dann mussten wir vor ihren Augen die Frauen vergewaltigen. Die Mädchen waren 15 Jahre alt. Einer der Männer weigerte sich und wurde sofort erschossen. Ich habe es getan. Ich habe vergewaltigt, um zu überleben.
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