Der tote Wal „Timmy“ ist an der dänischen Küste entdeckt worden. Neue Peilsenderdaten enthüllen nun seine dramatischen Tauchgänge von bis zu 150 Metern nach seiner Freilassung.
Ein trauriger Anblick an der dänischen Küste. Der leblose Körper von Buckelwal „Timmy“ liegt am Strand der Insel Anholt. Nach einigen missglückten Versuchen konnte der Kadaver am Samstag an Land gebracht werden. Alle fragen sich: Woran ist das Tier verendet? Eine für Donnerstag angesetzte Autopsie des Meeressäugers soll diese quälende Frage endlich beantworten. Ein Peilsender könnte Licht ins Dunkel bringen, was mit „Timmy“ seit seiner Befreiung am 2.
Mai passierte. Das kleine Gerät befindet sich seit über zwei Wochen im Besitz der dänischen Behörden. Und obwohl die offiziellen Ergebnisse noch ausstehen, sind nun erste brisante Einzelheiten an die Öffentlichkeit gelangt. Jeffrey Foster, der Teil des Rettungsteams war, lieferte dazu erste Informationen.
Bei dem Sender handle es sich um ein Modell des Typs Splash 10-F-296 der Firma Wildlife Computers. Laut den Spezifikationen des Herstellers kann dieser Tracker für die Dauer von 490 Tagen Daten wie den Standort und die Tauchtiefe aufzeichnen und übermitteln. Foster berichtete der „Bild“-Zeitung sogar, dass ihm schon erste Analysen der Daten vorliegen. Und die sind dramatisch: „Timmy“ soll demnach einmal bis auf 150 Meter in die Tiefe getaucht sein.
Mehrere Male erreichte er außerdem rund 50 Meter. Seit seiner Befreiung am 2. Mai legte der Wal bis zu seinem Tod eine Strecke von über 240 Kilometern zurück. Der Sender, der früher am Wal angebracht war, wird bald an das Umweltministerium in Mecklenburg-Vorpommern zur Analyse übergeben.
Aus dem Ministerium verlautete: „Der Tracker wird gerade aus Dänemark abgeholt und dann an uns ausgehändigt“. Weiter hieß es: „Anschließend sollen die Daten ausgewertet werden.
“ Wie viel Zeit die Auswertung in Anspruch nehmen wird, ist derzeit noch offen. Die dänische Umweltschutzbehörde und das dänische Strandungsnetzwerk warnen auf einem Schild am Strand der dänischen Insel Anholt davor, sich dem toten Wal zu nähern. Der nächste Schritt ist die für Donnerstag vorgesehene Untersuchung des Tierkadavers. Morten Abildstrøm vom dänischen Amt für Naturverwaltung äußerte sich dazu am Sonntag: „Die Obduktion wird am Nachmittag beginnen und etwa sechs Stunden dauern“.
Damit fand die wochenlange Irrfahrt von Wal „Timmy“ entlang der deutschen Küste an der Ostsee einen dramatischen Abschluss. Mitte April hatte eine private Rettungsaktion dem mehrfach gestrandeten Tier noch Hoffnung gegeben. Es war gelungen, den Wal einzufangen und auf das offene Meer zu ziehen. Doch die Freude währte nur kurz: Nur einen Monat danach wurde sein lebloser Körper vor der Küste Dänemarks entdeckt.
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