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Schwarze Autorin über die Nachkriegszeit: „Ich wurde regelmäßig auf der Straße beschimpft“

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Schwarze Autorin über die Nachkriegszeit: „Ich wurde regelmäßig auf der Straße beschimpft“
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Marion Kraft wuchs als Schwarzes Kind im rassistischen Nachkriegsdeutschland auf. Jetzt liegt ihr biografisch inspiriertes Romandebüt vor.

Kinder Schwarzer US-amerikanischer GIs und weißer deutscher Frauen in die USA zu schicken. Es gab auch Programme, mit denen Mütter überredet wurden, diese Kinder in Heime zu bringen oder zur Adoption freizugeben.

Ja, aber ich bin recht isoliert aufgewachsen, fast ohne nähere Kontakte zu Gleichaltrigen. Ich wurde regelmäßig auf der Straße beschimpft und von Lehrern diskriminiert. Ich bin allerdings sehr liebevoll bis zu ihrem Tod bei meiner Mutter, danach bei meiner Großmutter aufgewachsen, die das Schlimmste von mir fernhielt. Im Nachhinein wundere ich mich, wie relativ gut ich diese Zeit der Anfeindungen überstanden habe.

Marion Kraft, Jg. 1946, feministische afrodeutsche Autorin, Herausgeberin und Übersetzerin, wuchs in Gelsenkirchen und Mannheim auf. Von 1982 bis zur Pensionierung lehrte sie Literatur, Englisch und Frauenstudien an der Universität Bielefeld. 2015 gab sie den Band „Kinder der Befreiung. Transatlantische Erfahrungen und Perspektiven Schwarzer Deutscher der Nachkriegsgeneration“ heraus. Ich war schon früh ein rebellisches Kind und konnte mich auch körperlich gut wehren.

Andererseits habe ich mich in Fantasien, in Geschichten und Bücher gerettet. Ich kannte ihn nur kurz, dann wurde er in den Krieg nach Korea versetzt und meine Mutter verlor den Kontakt zu ihm. Ich habe auch später nicht nach ihm gesucht, weil es angesichts der wenigen Informationen, die ich hatte, aussichtslos schien. Hamburger Lesefrühstück mit Marion Kraft aus „Wechselwelten“ : 23.5.

, Hotel Wedina, Gurlittstr. 23. Frühstücksbuffet ab 11 Uhr, Lesung ab 12 Uhr. Eintritt incl. Buttet 25 Euro.

Anmeldung erbeten: lesung@lit-hamburg.deAls junge Erwachsene habe ich mich zunächst langsam an meine afroamerikanischen Wurzeln herangearbeitet. Dazu musste ich mir erst mal die Geschichte von, die nicht in der Schule gelehrt wurde, aneignen. Das interessierte mich aber eher aus gesellschaftspolitischen Gründen. Im Übrigen hätte ich meine Wurzeln wohl so wenig gefunden wie die meisten afroamerikanischen Menschen.

Denn die Namen ihrer versklavten Vorfahren waren nicht dokumentiert. Als ich mich mit der Geschichte afroamerikanischer Frauen befasste – als Studentin verkehrte ich hier und in den USA in feministischen Kreisen –, merkte ich, dass Rassismus in derAll diese Praktiken der Unterdrückung von Frauen sind letztlich die Folge des weltweit herrschenden Patriarchatstaz: All dies haben Sie in vielen Publikationen behandelt. Warum jetzt noch ein Roman über ein Schwarzes Mädchen im Nachkriegsdeutschland?

Diese Geschichte, die autobiografische Züge trägt, wollte ich schon lange erzählen. Und anders als es in meiner politischen Publikation „Kinder der Befreiung“ möglich war, wollte ich jetzt Menschen aus Fleisch und Blut zeigen, die am Rande der Gesellschaft stehen und sich dennoch behaupten – wie die Protagonistin und ihre Familie. Wobei ich mein Buch nicht nur als antirassistisch, sondern auch als Antikriegsroman verstehe. Er beginnt mit dem Ende es Faschismus und des Zweiten Weltkriegs.

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