Hewlett Packard Enterprise hebt ihre Prognosen im Netzwerkgeschäft nach einem Milliardenauftrag an. Der Konzern tritt mit einem neuen Produkt zunehmend in Konkurrenz zu Nvidia.
Server-Riese HPE wird auch im Netzwerkgeschäft zum KI-ProfiteurFür den Server-Konzern Hewlett Packard Enterprise ist sein Investorentag zu einem vollen Erfolg geworden. Die Aktie des texanischen Unternehmens stieg im Handelsverlauf an der Wall Street am Mittwoch zeitweise um fast 7% und beendete die Sitzung mit einem Rekordhoch von 63,89 Dollar, nachdem das Management seine Prognose für 2027 angehoben und einen Milliardenauftrag vermeldet hatte.
Im frühen New Yorker Donnerstagshandel gab der Titel, der im bisherigen Jahresverlauf nahezu 160% an Wert gewonnen hat, zunächst nach, Analysten verwiesen auf Gewinnmitnahmen. In den vergangenen Monaten hat sich HPE als großer Hardware-Profiteur des Booms um Künstliche Intelligenz herauskristallisiert. Für das neue Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen im Netzwerkgeschäft nun mit einem Umsatzwachstum im oberen Zehner- bis niedrigen Zwanziger-Prozentbereich, nachdem es zuvor eine Verbesserung um 14 bis 17% in Aussicht gestellt hatte.
Bei Networking- und Routing-Dienstleistungen für Rechenzentren und dem Campus-and-Branch-Geschäft mit Universitäten und Unternehmenszweigstellen will das Unternehmen über die kommenden drei Jahre schneller wachsen als der Markt und sich so neue Anteile sichern. Die operative Marge soll sich zwischen 2027 und 2029 im mittleren bis hohen Zwanziger-Bereich halten. Ebenfalls größeren Schwung soll die Integration des Netzwerkausrüsters Juniper bringen – HPE schloss die 14 Mrd. Dollar schwere Übernahme nach einer längeren Hängepartie mit den US-Kartellbehörden im Sommer 2025 ab.
Die Akquisition ermöglicht nicht nur Kostensynergien im Volumen von mehreren 100 Mill. Dollar, sondern auch „überproportionale Erlössteigerungen“, wie CEO Antonio Neri gegenüber der Börsen-Zeitung betonte. picture alliance / AP Photo/David Becker | David Becker Das Unternehmen erreichte laut dem Vorstandschef schon im ersten Quartal 2026 alle Meilensteine bei der Integration von Juniper, darunter auch die Eingliederung des Personals und der Vertriebsstrukturen. CFO Marie Myers betont überdies, dass sich die Kostensynergien schneller materialisierten als zunächst gedacht.
HPE will infolge des Juniper-Deals bis Ende des Geschäftsjahres 2028 nun jährliche Einsparungen von 800 Mill. Dollar erzielen, das sind 200 Mill. Dollar mehr als bislang kommuniziert. Beim Investorentag führte Rami Rahim, der das Netzwerkgeschäft von HPE leitet, eine ausgeweitete Kooperation mit Oracle als Beleg für die Potenziale des fusionierten Unternehmens an.
Die Netzwerklösungen der 2015 von HP abgespaltenen Firma sollen dabei helfen, die globale KI-Infrastruktur des einst vor allem im Datenbankgeschäft dominanten Cloud-Anbieters zu skalieren, wie die Unternehmen Anfang September verkündeten. Oracle habe bei HPE Networking „in erster Linie die Fähigkeit gesehen, mit ihren extrem schnell wachsenden Anforderungen Schritt zu halten“, sagte Rahim. Der Manager betonte, dass eine gewisse Kundenkonzentration unvermeidlich sei, da die Cloud-Konzerne heute den Großteil der Investitionen generierten.
Der Oracle-Auftrag, dessen monetären Gesamtwert die Unternehmen bisher nicht offenlegen, solle aber kein Einzelfall bleiben. Analysten zeigten sich überrascht darüber, dass HPE nur wenige Wochen nach der jüngsten Quartalsveröffentlichung schon wieder den Ausblick anhebt. Rahim verwies zur Begründung auf einen neuen Großauftrag des Infrastrukturunternehmens Vultr. Dieses zahlt 1,2 Mrd.
Dollar für einen gemeinsam mit AMD entwickelten Rechnerschrank für das Super Computing. Mit dem Produkt tritt HPE in Konkurrenz zur von Nvidia entwickelten KI-Architektur. Rahim stellte den steigenden Wettbewerbsdruck nicht in Abrede, dieser heize den Investitionsbedarf bei Chips und Silizium an. Engpässe in der Lieferkette blieben folglich der größte Unsicherheitsfaktor.
Die Verfügbarkeit von Komponenten begrenze das Wachstum im Netzwerkgeschäft im laufenden und, wenn auch weniger stark, im kommenden Jahr.
„Ehrlich gesagt haben wir, mich eingeschlossen, unterschätzt, wie explosiv der Markt wächst“, sagte Rahim. HPE habe ihre Abnahmeverpflichtungen gegenüber Zulieferern im Quartalsvergleich verdoppelt und im Jahresvergleich mehr als vervierfacht. Konzernchef Neri kümmere sich persönlich um die Sicherung von Komponenten, „und deshalb bin ich so zuversichtlich, dass wir die Prognose für das kommende Jahr erfüllen“, sagte Rahim. Die Mega-Finanzierungsrunden von KI-Entwicklern wirken sich laut Dante La Ruffa auch auf den Venture-Markt aus.
Der Aquiline-Stratege rechnet mit hartnäckigeren Fragen zur Return-Kalkulation von Unternehmen. Der US-Whiskeyhersteller Sazerac beißt mit seinem rund 53 Mill. Euro schweren Übernahmeangebot für Berentzen bei einem Großaktionär auf Granit. Mit dem Preis werde der niedersächsische Apfelkorn-Hersteller unterbewertet, findet die Schweizer Pensionskasse Aevum.
Bis zu 750 Mill. Euro ist es dem Bad Homburger Gesundheitskonzern Fresenius die Komplettübernahme seiner spanischen Biosimilar-Tochter mAbxience wert. Die Jahresziele bleiben davon unberührt. Die milliardenschwere Übernahme von TK Elevator dürfte Kone zu Zugeständnissen zwingen: Für die EU-Freigabe steht offenbar ein Verkauf großer Teile des Europa-Geschäfts an, berichten Insider,Die Unternehmen in Dax und MDax arbeiten weiterhin mit Startups zusammen, straffen jedoch die Zahl ihrer Programme.
Zudem setzen sie auf weniger betreuungsintensive Formate: An die Stelle von Inkubatoren und Acceleratoren rücken Kapitalbeteiligungen. Das britisch-amerikanische Startup Elevenlabs, das mit KI erzeugte Audioinhalte so menschlich wie möglich klingen lassen will, hat seine Bewertung in rund acht Monaten auf 22 Mrd. Dollar verdoppelt.
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