(+) So wehrt sich Kaars gegen den Social-Media-Hass

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St. Paulis Stürmer erlebte nach vergebenen Chancen viel Häme. Was ihm die Ajax-Schule für solche Momente mitgab.

Martijn Kaars spricht im MOPO-Interview über Kritik in sozialen Medien, seine harte Ajax-Ausbildung – und Pläne für die Zeit nach der Karriere. Dank der Ausbildung bei einem Top-Klub wie Ajax Amsterdam hat St. Paulis Martijn Kaars die Häme, die ihm bei Social Media entgegenschlug, prima weggesteckt.

Im MOPO-Interview erklärt er dies und spricht zudem unter anderem über seine Pläne nach Karriere-Ende. MOPO: Herr Kaars, Ihr Kollege Louis Oppie hat zugegeben, dass es komisch gewesen wäre, mitten in der Saison eine Woche frei zu haben. Wie haben Sie das empfunden, wie haben Sie die Zeit genutzt? Ja, eine Woche ist lang für uns, weil das ungewohnt ist.

Ich bin nach Hause gefahren und habe die ganze Woche mit Freunden und Familie verbracht. Ich bin viel bei meinem ersten Verein, einem Amateur-Fußball-Klub in Monnikendam. Dort engagiere ich mich mit anderen Leuten, um den Verein ein bisschen zu verbessern. Wir haben letzte Woche zum Beispiel ein paar Sachen aufgeräumt und Training gegeben..

Aber ich möchte nach meiner Profi-Zeit dort noch für ein paar Jahre mit meinen Freunden zusammenspielen. Haben Sie sich denn alle bei Bier und Bratwurst zum Fußballgucken verabredet? Niederlande gegen Deutschland? Oder sind Sie da eher wie Ihr Ex-Kollege Hauke Wahl, der in seiner Freizeit ungern Spiele schaut?

Ja, eher so. Ich habe ein bisschen was vom Spiel der Niederlande gegen Deutschland geguckt. Und auch bei Niederlande gegen Serbien habe ich mal reingeschaut, das war aber ein bisschen Zufall. Da war ich bei Freunden und die haben den Fernseher angemacht.

Ansonsten schaue ich nur Spiele von meinen Freunden in der 1. oder 2. Liga in Holland. Wo Sie unter anderem bei Ajax Amsterdam ausgebildet wurden. Lernt man in der berühmten Fußballschule nur den Sport oder auch alles darüber hinaus, was man braucht, um sich im Profi-Bereich behaupten zu können?

Man bekommt dort alles gezeigt. Auch in Bezug auf Ernährung, Kraft und Erholung. Und du lernst auch ein bisschen die Mentalität, um mit Rückschlägen umzugehen. Die Ajax-Schule ist hart.

Ja, vielleicht war das so, vielleicht hat das geholfen. Ich habe sowas auch schon bei Ajax erlebt und in den Jahren danach ebenfalls. Ich bin mittlerweile aber auch keine 18 mehr, sondern 27. Sicher.

Aber wenn sich die Leute auf einen stürzen und sich lustig und alles schlecht machen, ist der Umgang damit immer schwer. Ob mit 18, 27 oder Mitte 50. Stimmt. Aber ich bin nicht viel in den sozialen Medien unterwegs.

Klar habe ich gehört, was da passiert ist. Aber ich glaube, es wäre blöd, da zu viel Zeit zu investieren. Natürlich hätte ich gern mehr Tore erzielt, mehr Chancen verwertet, aber am Ende geht es darum, dass das Team gewinnt. Dennoch hat man Ihnen nach dem Treffer in Cottbus schon angemerkt, dass da Lasten von Ihren Schultern gefallen sind.

Ein Tor zu machen, ist natürlich immer besonders. Und wir haben ja 70 Minuten mit zehn Leuten gespielt. Dann noch das 1:1 zu machen … Der Moment im Spiel ist etwas Besonderes, aber für mich war es nicht so, dass ich nach Monaten endlich mal wieder ein Tor gemacht habe. Ich habe sechsmal getroffen in der Vorbereitung und einmal in Kiel.

Aber klar, das Tor in Cottbus war sehr wichtig, jeder Punkt zählt für uns. Darüber habe ich mich natürlich auch sehr gefreut. Vermutlich auch in dem Kontext, dass inzwischen die richtigen Ergebnisse kommen mit dem Sieg gegen Wolfsburg und dem Remis in Unterzahl in Cottbus. Ich habe schon oft gesagt, dass wir Zeit brauchen.

Wir haben so viele neue Spieler, neue Coaches, so viel ist neu in einer neuen Liga. Wir wussten, dass es besser wird, wenn wir Zeit bekommen. Das sieht man jetzt. Das ist keine Überraschung für uns.

St. Pauli-Profi nutzt Mini-Pause für Veränderung am Körper – und denkt an Blessin Was fehlt jetzt noch? Wo kann man noch an einer Schraube ein bisschen drehen, damit es noch einen Ticken besser wird? Natürlich an den Details und auch wie wir Fußball spielen. Taktisch müssen wir uns auch noch verbessern, glaube ich.

Aber das trainieren wir auch jeden Tag. Und Sie können es am Samstag im Wettkampf einsetzen, wenn es im Test gegen Borussia Mönchengladbach geht mit Ihrem alten Trainer Alexander Blessin. Freuen Sie sich drauf? Klar freue ich mich drauf.

Es ist ein interessantes Spiel gegen einen starken Gegner. Und ich freue mich natürlich auch darauf, Alex wiederzusehen. Liebe Leserinnen und Leser, wir freuen uns über Ihren Beitrag und einen respektvollen Austausch. Um Kommentare verfassen zu können, benötigen Sie ein MOPO+ Abo.

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