Mehr als 45.000 Solaranlagen für Privathaushalte hat Energiekonzepte Deutschland installiert. Nun ist das Unternehmen aus Leipzig pleite. Wie es weitergeht, ist unklar.
aus Leipzig muss Insolvenz anmelden. Dies bestätigten mit den Vorgängen vertraute Kreise dem Handelsblatt. Demnach sollen für sieben Gesellschaften der Gruppe entsprechende Anträge eingereicht werden.
Die Anträge würden am Freitag gestellt, spätestens aber am kommenden Montag. Der Eigentümer von EKD, das Londoner Investmenthaus Pemberton, teilte dem Handelsblatt am Donnerstag mit, dass sein Investitionskomitee entschieden habe, „keine weiteren Finanzierungsmittel bereitzustellen“. Pemberton hatte EKD im Jahr 2025 übernommen und versucht, eine Sanierung zu unterstützen. Finanzielle Hilfen, eine neue Führungsmannschaft und ein Programm zur operativen Umstrukturierung hätten das Ruder jedoch nicht herumreißen können, teilte Pemberton mit.
„Angesichts des anhaltend starken Marktrückgangs wurde kürzlich deutlich, dass das Geschäftsmodell nicht mehr tragfähig ist“, schrieb ein Sprecher. Infolgedessen habe sich Pemberton entschlossen, die weitere Finanzierung zu stoppen – „im Einklang mit seiner Verpflichtung, die Renditen und das Kapital der Investoren zu schützen“. Nach eigenen Angaben hat EKD mehr als 45.000 Solaranlagen auf deutschen Dächern installiert. Das Unternehmen wurde 2018 gegründet und wollte vom damals boomenden Solarmarkt profitieren.
Zuletzt war es auf 15 Standorte in Deutschland angewachsen und hatte rund 1000 Solaranlagen pro Monat installiert. Vor drei Jahren schien EKD auf dem Weg in eine neue Liga zu sein. Zwischen 700 und 800 Millionen Euro Umsatz erwarteten Experten für den Anbieter von Solaranlagen für Privathaushalte im Jahr 2023. Im Jahr darauf könne eine Verdoppelung möglich werden, hieß es.
Ein Unternehmenswert von mehr als zwei Milliarden Euro stand im Raum.galt EKD als Nummer drei am europäischen Markt. Es wurden Vergleiche mit dem bekannteren Konkurrenten Enpal laut, dem damals mit 2,25 Milliarden Euro bewerteten Marktführer bei Solaranlagen für Privathaushalte. Die Bilanzdaten sprachen bald eine andere Sprache. 2024 wies die EKD Holding bei einem Umsatz von 1,5 Milliarden Euro einen Verlust von 40,4 Millionen Euro aus. Der Bilanzverlust summierte sich aufgrund von zwei ebenfalls verlustreichen Vorjahren auf 111 Millionen Euro.
Aktuellere Geschäftszahlen sind im Unternehmensregister nicht hinterlegt. Im November 2025 kündigte EKD überraschend 86 Mitarbeitern. Verspätete Finanzinformationen und Kundenbeschwerden befeuerten in den kommenden Monaten Spekulationen über eine Schieflage und eine mögliche Insolvenz. Dem trat EKD vehement entgegen: Das Unternehmen sei „nahezu schuldenfrei, die Bilanz spürbar gestärkt und die Grundlage für stabiles Wachstum gelegt“, teilte es auf der eigenen Homepage unter der Überschrift „Faktencheck“ mit.
Für Kunden und Partner bedeute dies „Sicherheit, Kontinuität und eine klare Zukunftsperspektive“. Zuletzt aktualisiert wurde der Beitrag am 10. August. Rund 340 Mitarbeiter sind betroffen.
Die Belegschaft wurde am Mittwoch auf einer außerordentlichen Mitarbeiterversammlung über die Situation informiert, erfuhr das Handelsblatt. Dabei soll dem Personal auch mitgeteilt worden sein, dass die Zahlung der Gehälter vorerst über das Insolvenzgeld gesichert sei. Die Septembergehälter sollen demnach in den kommenden Tagen fließen. Sie konnten bisher noch nicht ausgezahlt werden.
Auch Tankkarten für Firmenfahrzeuge funktionierten Insidern zufolge zuletzt nicht mehr. Der Geschäftsbetrieb soll vorerst in vollem Umfang weiterlaufen, teilte ein mit den Vorgängen vertrauter Insider dem Handelsblatt mit. Demnach sollen laufende Projekte abgeschlossen und Leistungen für schon installierte Anlagen weiter erbracht werden. Ob und in welchem Umfang der Geschäftsbetrieb von EKD auch langfristig fortgeführt werden könne, sei dagegen noch offen.
Derzeit sollen darüber Verhandlungen mit einem Interessenten laufen. Möglicherweise könnte es im Rahmen des Insolvenzverfahrens auch zu einem Verkauf kommen. Zuletzt musste EKD von Pemberton monatlich mit einem Millionenbetrag unterstützt werden. Insgesamt war in Medien bisweilen sogar von bis zu 400 Millionen Euro die Rede, die Pemberton dem Unternehmen zur Verfügung gestellt haben könnte, bevor im Zuge der Übernahme Verbindlichkeiten in Eigenkapital umgewandelt worden seien.
Aus mit der Finanzierung vertrauten Kreisen verlautete indes, dass der tatsächliche Betrag weit geringer ausfallen soll. Beobachter erwarten, dass das Amtsgericht Leipzig in den kommenden Tagen einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestimmen wird, der den Antrag und eine etwaige dauerhafte Weiterführung des Geschäfts prüfen muss. Energiekonzepte Deutschland wird für Verkauf vorbereitet – Bewertung von mehr als zwei Milliarden möglich
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