Eine Überlastung des Stromnetzes im Landkreis ist denkbar. Sagen zumindest die Stadtwerke München. Die Kreisverwaltung prüft das Szenario eines Stromausfalls.
– Der Herbst steht vor der Tür und der Winter naht. Mit den tiefen Temperaturen kommen die Sorgen vor frostigen Wohnzimmern und stillgelegten Industriemaschinen – die Angst vor leeren Gastanks geht um in Deutschland. Viele Bürger haben deshalb auf Elektroheizungen umgestellt.
Nun aber warnen Experten: Das Stromnetz könnte im Winter an seine Grenzen geraten. Das Landratsamt in München prüft wie andere Kreisverwaltungen, was im Falle eines Strom-Blackouts zu tun ist.Bereits vor einem Jahr hat das Landratsamt damit begonnen, sich mit einem möglichen Stromausfall auseinanderzusetzen. Das teilte eine Sprecherin der Behörde auf Nachfrage mit.
Anlass für die Analyse war nicht die Energiekrise 2022, sondern ein Stromausfall in Berlin 2019. Am 19. Februar gingen damals im Stadtteil Köpenick die Lichter aus – für über 30 Stunden. Rund 30 000 Haushalte waren ohne Strom. Das soll nicht wieder passieren, nicht in Berlin und nicht in Brunnthal.Die Analyse soll auf den Ernstfall vorbereiten, das Ergebnis werde derzeit ausgewertet. Erste Lösungen aus dem Papier verrät das Landratsamt nicht.
Die Kreisverwaltung verfüge bereits über einen Katastrophenschutzplan für einen Stromausfall. In diese Planung würden die Erkenntnisse aus der „Impact Analyse“ eingearbeitet – und auf die aktuelle Energiekrise, allen voran der Gasmangel, angepasst. Wichtig sei, betont die Behörde, dass im Ernstfall „vorübergehend eine autarke Notfallversorgung“ sichergestellt sei.
Wann diese Notfallversorgung einsatzbereit ist und mit welchen Energieträgern sie funktioniert, darüber schweigt das Landratsamt. Auch die Bekanntgabe von Details aus der Katastrophenschutzplanung verweigert es; es handle sich „um interne Unterlagen“, so die Sprecherin. In ein paar Monaten könnten die Lichter erlöschen, das Landratsamt aber lässt ihr Bürger im Umgang damit bisher im Dunkeln.