Spanien: Zehntausende Menschen protestieren gegen Wohnungsnot

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Spanien: Zehntausende Menschen protestieren gegen Wohnungsnot
Spanien, Madrid, Pedro Sánchez

Sie fordern besseren Mieterschutz und bezahlbaren Wohnraum: In Spanien sind erneut viele Menschen auf die Straße gegangen. Zuvor war die Regierung im Parlament mit zwei Dekreten gescheitert.

und Valencia für das Recht auf menschenwürdigen Wohnraum sowie einen besseren Schutz für Mieter. Insgesamt waren den Angaben zufolge Proteste in mehr als 50 Städten angekündigt worden.

In Madrid zogen mehrere Demonstrationszüge durch das Stadtzentrum. Auf einem großen Transparent stand »Auf zum Generalstreik«. Nach Behördenangaben beteiligten sich allein in der Hauptstadt 70.000 Menschen an den Protesten, die Organisatoren sprachen von 500.000. Die Sprecherin des Mieterverbands von Madrid, Valeria Racu, sagte: »Die Macht ist zurück auf der Straße.

« Mit Blick auf Spekulationen über vorgezogene Parlamentswahlen fügte sie hinzu: »Dies ist eine Warnung an alle. Wir werden keine weiteren vier Jahre dulden, ohne das Problem in unserem Land anzugehen. Das wird so lange weitergehen, bis sich alles ändert.

« Racu forderte in ihrer Erklärung aus Protest gegen die Wohnungskrise einen Generalstreik. Eine geplante Kundgebung in Barcelona wurde wegen einer Unwetterwarnung verschoben. Bei dem Protest in Valencia kam es nach RTVE-Angaben vereinzelt zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten. Die Polizei setzte demnach Gummigeschosse ein, um die Menge aufzulösen.

, mit denen sie gegen steigende Mieten und Zwangsräumungen vorgehen wollte. In den Tagen zuvor hatte es nach der aufsehenerregenden Zwangsräumung einer 87-Jährigen in Madrid Proteste mit Zehntausenden Menschen in ganz Spanien für das Recht auf WohnenDie Rentnerin Maricarmen Abascal hatte seit sieben Jahrzehnten in ihrer Madrider Wohnung gelebt. Nach Angaben des Mieterverbands hatte ein Investor ihre Miete um 275 Prozent auf 2650 Euro erhöht. Inzwischen wurde eine Einigung über ihre Rückkehr in die Wohnung erzielt.

Wohnraummangel und stark gestiegene Preise zählen in Spanien seit Jahren zu den brennendsten sozialen Problemen. Laut dem Immobilienportal Idealista haben sich die Durchschnittsmieten binnen zehn Jahren fast verdoppelt; die Angebotspreise für Wohnimmobilien stiegen demnach um rund 90 Prozent. Die spanische Zentralbank schätzt, dass landesweit mehr als 700.000 Wohnungen fehlen. Mit dem Scheitern der zwei Mietdekrete ist die Regierung von Sánchez in eine schwere Krise geschlittert.

Sie kann kaum noch Initiativen durchs Parlament bringen, seit ihr die konservative katalanische Separatistenpartei Junts mit sieben Abgeordneten vor knapp einem Jahr die Gefolgschaft aufkündigte.berichtete unter Berufung auf das Umfeld von Sánchez, der Politiker wolle an diesem Wochenende das Ausmaß des Unmuts in der Bevölkerung über das Scheitern der Dekrete am Widerstand der rechten Parteien sowie der landesweiten Proteste ausloten und anschließend entscheiden, ob er Neuwahlen ansetze. Haben Sie einen Fehler im Text gefunden, auf den Sie uns hinweisen wollen?

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