Mit nur vier Feldspielern auf der Bank wächst St. Pauli über sich hinaus. Ein Traumtor sorgt für den verdienten Lohn.
Die Kiezkicker verdienen sich ein Unentschieden gegen Borussia Mönchengladbach. Jones gleicht die Führung von Kleindienst aus. Auch ohne eine komplette Elf hat der FC St. Pauli seinen Aufwärtstrend bestätigt und im Duell dem Ex-Coach die Stirn geboten: Gegen Alexander Blessins Erstliga-Schlusslicht Borussia Mönchengladbach erreichte eine Rumpftruppe des Kiezklubs.
Vor 17.859 Fans, die später noch auf dem Südkurvenplatz eine Party mit Live-Musik feiern konnten, egalisierte Ricky-Jade Jones mit einem Traumtor den Rückstand durch Tim Kleindienst. Eine ganze Reihe von Ausfällen durch Verletzungen war im Vorfeld ebenso klar wie die Abwesenheit der Nationalspieler Connor Metcalfe, Eric Smith, Abdoulie Ceesay und Dimitar Mitov.
Kurzfristig gesellten sich auch noch die erkrankten Taichi Hara und Scott Banks dazu, sodass am Ende nur vier Feldspieler auf der Bank Platz nahmen. In der Anfangsphase wurde sehr offensichtlich, dass St. Pauli in dieser Konstellation noch nie auf dem Platz gestanden hatte. Zu den logischen Defiziten in den Automatismen gesellten sich einige individuelle Fehler, sodass Gladbach das deutlich ballsicherere und zielstrebigere Team stellte.
„Es gab ein paar Sachen, mit denen wir nicht zufrieden sein können“, merkte Kapitän David Nemeth kritisch an. „Es war gar nicht so, dass die uns jetzt ausgespielt haben oder so, sondern wir haben einfach mehr individuelle Fehler gemacht. “ Die Gäste-Führung war entsprechend vermeidbar. War Tim Kleindienst zunächst noch aus wenigen Metern an Ben Voll gescheitert , landete der folgende Eckball auf dem Kopf des Borussia-Kapitäns und von dort am Querbalken . Kurz darauf folgte die nächste Ecke, es war eine Kopie der vorigen, nur diesmal erfolgreicher. Kleindienst kam erneut relativ unbedrängt zum Kopfball, den er jetzt versenkte . Aber von diesem Moment an waren kurioserweise vor allem die Hausherren im Spiel. Sie gewannen zusehends an Selbstvertrauen, erarbeiteten sich fünf Eckbälle in Folge, die erste Chance durch einen Kopfball von Sam Klein und traten in den zehn Minuten vor der Pause mächtig aufs Gaspedal.
Torhüter Moritz Nicolas verhinderte gegen Louis Oppie den Ausgleich , den schließlich Martijn Kaars hätte erzielen müssen. Ein weiterer sehr ansehnlicher Angriff über Matias Rasmussen und Oppie landete beim Niederländer, der zentral aus wenigen Minuten das Ziel verfehlte .
„Ganz schön bekriegt“: St. Pauli-Trainer Rapp über seine enge Beziehung zu Blessin Genauso ging es nach dem Wechsel weiter. Youssoupha Niang setzte sich gegen zwei Gladbacher durch, legte ab für Sam Klein, dessen abgefälschter 18-Meter-Knaller an die Querlatte klatschte .
Die darauffolgende Ecke führte St. Pauli kurz aus, Joel Chima Fujita kam zum Abschluss und zielte knapp vorbei.
„Wir haben uns ab Mitte der ersten Halbzeit richtig reingekämpft, hatten dann mehr vom Spiel. Die zweite Halbzeit ging an uns“, befand Coach Marcel Rapp. Und das auch ergebnistechnisch, weil der hochverdiente Ausgleich noch gelang. Und wie!
Zunächst verhinderte Lars Ritzka das 0:2, klärte per Kopf auf der Linie einen Schuss von Fritz Fleck. Die Kugel kam zu Kaars, der einen herrlichen Pass auf den eingewechselten Ricky-Jade Jones spielte. Und der Engländer schlenzte das Spielgerät mit dem ersten Kontakt und viel Gefühl über Gladbachs Torhüter Daniel Batz hinweg in die Maschen .
Dabei blieb es bis zum Ende. Rapp war „sehr zufrieden“, aber auch keineswegs überrascht davon, dass seine Schützlinge sich so präsentierten.
„Natürlich bin ich schon ein wenig stolz darauf, wie wir nach dem 0:1 zurückgekommen sind. Aber das entspricht auch dem, wie ich die Jungs wahrnehme“, sagte er achselzuckend.
„Das Spiel heute bestätigt mich darin. “ Selbstverständlich sei so ein Auftritt dennoch nicht. Das empfand auch David Nemeth so.
„Wir haben gesehen, dass jeder von Anfang an spielen kann“, lobte der Österreicher seine Kollegen und verriet: „Es gibt der Mannschaft Selbstvertrauen, wenn man merkt, wer spielt, wer hereinkommt und wie viel neue Energie hineingebracht wird. “Liebe Leserinnen und Leser, wir freuen uns über Ihren Beitrag und einen respektvollen Austausch. Um Kommentare verfassen zu können, benötigen Sie ein MOPO+ Abo. Wie der Kommentarbereich funktioniert, Liebe Leserinnen und Leser, wir freuen uns über Ihren Beitrag und einen respektvollen Austausch.
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