Kluge Kinder hinterfragen Regeln, diskutieren viel und langweilen sich schnell. Welche Verhaltensweisen noch auf hohe Intelligenz hindeuten, liest du hier.
© AdobeStock/ natapetrovichKluge Kinder hinterfragen Regeln, diskutieren viel und langweilen sich schnell. Welche Verhaltensweisen noch auf hohe Intelligenz hindeuten, liest du hier. Hast du eines dieser Kinder, das dir schon vor dem ersten Kaffee 20 existenzielle Fragen stellt?
Das jede noch so kleine Grenze oder Regel hinterfragt, jedes Argument auseinandernimmt und immer eine noch bessere Idee hat? Manchmal ganz schön anstrengend, oder? Die gute Nachricht ist aber, dass diese zum Teil nervigen Eigenschaften deines Kindes zwei Dinge bedeuten. Zum einen sind sie deutliche Anzeichen dafür, dass dein Kind sehr klug ist.
Zum anderen sind das genau die Eigenschaften, die später in seinem Leben für Erfolg sorgen werden. Überrascht? Besonders intelligente Kinder tun sich sehr schwer mit Regeln. Denn sie wollen erst einmal verstehen, warum sie aufgestellt wurden und welchen Zweck sie haben.
Eigentlich eine durchaus positive Eigenschaft, denn sie zeigt, dass das Kind zu kritischem Denken in der Lage ist. Allerdings fühlen sich besonders Erwachsene in ihrer Autorität angezweifelt, wenn ein Kind ihre Entscheidungen oder Regeln hinterfragt. Alle Kinder wollen ab einem gewissen Alter Dinge selbst entscheiden, ausprobieren und gestalten. Besonders intensiv ist diese Phase bei sehr klugen Kindern.
Sie fügen sich seltener, sind schneller frustriert und widersprechen deutlich vehementer als Altersgenossen.3. Sie haben ein sehr feines Radar für Ungerechtigkeiten Alles, was in ihren Augen nicht fair ist, und dabei muss es nicht einmal um einen eigenen Nachteil gehen, stellen kluge Kinder infrage. Was moralisch sehr bewundernswert ist, kann Eltern und Bekannte an den Rand der Verzweiflung treiben. Da kann man sich schon mal dabei erwischen, die Nudelportionen für die Kinder mit einer Küchenwaage aufs Gramm genau abzuwiegen.
Sehr aufgeweckte oder intelligente Kinder sind oft auch besonders emotional, manchmal sogar Sie denken weit und tief, fühlen intensiv und reagieren auf Reize stärker. All das kann schneller zu Konflikten in der Familie oder in der Schule führen, weil Erwachsene ihnen gern unterstellen, sie würden übertreiben. Kluge Kinder sind rein intellektuell oft weiter als ihre Altersgenossen, ihre Emotionen aber hängen dem oft weit hinterher. Sie können einem also fast alles erklären, aber sie schaffen es nicht, alles auszuhalten.
Oft reagieren sie besonders impulsiv. Das kann schnell zu Widersprüchen führen. Es stellt viele präzise Fragen. Es reagiert ‚über’empfindlich auf vermeintliche Kleinigkeiten.
Es hat einen starken Gerechtigkeitssinn. Warum anstrengend sein ein gutes Zeichen ist Kluge Kinder erzeugen immer auch ein bisschen mehr Reibung, zu Hause, oder in der Schule.
Jedoch nicht, weil sie Ärger machen wollen, sondern weil ihr Gehirn so schnell arbeitet. Oft denken sie viel schneller als Menschen auf sie reagieren können. All die Fragen, Diskussionen und Intensität, die ein kluges Kind an den Tag legt, werden ihm aber im späteren Leben helfen. Was Eltern und andere Erwachsene also heute wahnsinnig macht, macht das Kind morgen sehr wahrscheinlich stark.
Es gibt nicht den einen Tipp, den Eltern anwenden können und schon herrscht zu Hause immer heile Welt. Mal abgesehen davon, dass das alles andere als normal wäre, sind Kinder dafür einfach zu verschieden. Probiert also aus, was für euch am besten passt. Kluge Kinder suchen gern nach dem Sinn und der Sinnhaftigkeit von Regeln.
Erkläre deshalb nachvollziehbar, worum es dir genau geht. Und vermeide unbedingt den schlimmsten aller Elternsätze: „2. Schaffe deinem Kind und dir Freiräume Je autonomer dein Kind entscheiden kann, umso weniger Konflikte werdet ihr haben. Hier ist natürlich ein bisschen Fingerspitzengefühl gefragt und das Alter des Kindes zu berücksichtigen.
Viele Diskussionen spart man sich aber, wenn man eine Vorauswahl trifft, aus der das Kind wiederum ganz alleine seine liebste Option wählt. Das kann sich als richtige Win-win-Situation entpuppen. Vermutlich hat dein Kind einen riesigen Wissensdurst. Gib ihm also Aufgaben, die seinen Kopf zum Qualmen bringen.
Lass dir zum Beispiel mal Dinge von ihm erklären, indem du die Fragen stellst. Drück ihm hier und da ein Wissensmagazin in die Hand oder macht regelmäßige Ausflug in die Bibliothek. Kluge Kinder brauchen Nahrung für den Kopf. Statt dich darüber zu wundern, dass scheinbare Kleinigkeiten dein Kind völlig aus der Bahn werfen können, erkenne seine Gefühle an, spiegel sie vielleicht.
Zeig ihm, dass du da bist, wenn Dinge ihm zu viel, zu laut, zu schwer werden. Was du aus dem Verhalten deines Kindes lernst Kinder, die alles wissen wollen und gleichzeitig alle und alles infrage stellen, können anstrengend, ja, sogar nervig sein. Aber das Problem sind nicht die Kinder, sondern wir Erwachsenen.
Wir fühlen uns verunsichert, wenn das Kind uns Löcher in den Bauch fragt, wir verlieren die Nerven, wenn die hundertste Frage zum selben Thema kommt und wir glauben, keine Zeit zu haben, um alles immer kleinteilig zu erklären. Wenn du also mal wieder glaubst, dein Kind sei ‚zu viel‘, erinnere dich daran: Seine Neugier, seine Energie und sein Gerechtigkeitssinn sind es, die es später zu einem verantwortungsbewussten, kreativen, empathischen und selbstständigen Menschen machen werden. Kurz gesagt, kluge Kinder nerven manchmal.
Aber sie sind genau die Kinder, die die Welt dringend braucht. Und du bist die Person, die ihnen hilft, aus all dieser Intensität etwas Großartiges zu machen.
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