Die Hitze der vergangenen Wochen hat wahrscheinlich zu einer deutlichen Übersterblichkeit in Deutschland geführt.
Das geht aus einer Hochrechnung hervor, die das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden veröffentlichte.
Insgesamt wurden demnach 85 285 Todesfälle gezählt. Das sind 9130 mehr als der Durchschnittswert der letzten Jahre. Dabei seien, wie bereits im Juni, die Sterbefallzahlen vor allem in Phasen sehr heißer Temperaturen erhöht gewesen, hieß es. So lagen sie den Angaben zufolge in den Kalenderwochen 28, 29 und 30 mit einem jeweiligen Plus von 16 Prozent, 24 Prozent und 14 Prozent deutlich über den Vergleichswerten."Dass im Zuge von Hitzewellen die Sterbefallzahlen ansteigen, ist ein bekannter Effekt, der bereits in den Vorjahren beobachtet wurde", erklärten die Statistiker."In diesem Jahr sind jedoch bereits bis Ende Juli außergewöhnlich viele Wochen von diesem Effekt betroffen.
Das Bundesamt betrachtet in seiner monatlichen Statistik auch immer die Corona-Todesfälle: Ein Vergleich der gesamten Sterbefälle mit der Zahl der beim Robert Koch-Institut gemeldeten Covid-19-Todesfälle ist dem Statistikamt zufolge nur bis einschließlich der 28. Kalenderwoche möglich. Den Angaben zufolge wurden beim RKI bislang 508 Corona-Todesopfer mit Sterbedatum in dieser Woche gemeldet. Die gesamten Sterbefallzahlen lagen in der 28. Kalenderwoche um 2 525 Fälle über dem mittleren Wert der vier Vorjahre. Während die Coronazahlen von Anfang April bis Mitte Juni zurückgegangen seien, hätten sie seitdem wieder leicht zugelegt.