Steuerzahlerbund: Regierungsterminal am Flughafen BER braucht „ein Stoppschild“

Deutschland Nachrichten Nachrichten

Steuerzahlerbund: Regierungsterminal am Flughafen BER braucht „ein Stoppschild“
Deutschland Neuesten Nachrichten, Deutschland Schlagzeilen

Wegen hoher Kosten beim Regierungsflughafen BER und Schloss Bellevue wird der Umgang mit Steuergeld und Transparenz kritisiert.

Stark steigende Kosten für den Regierungsflughafen am BER oder die teure Komplettrenovierung von Schloss Bellevue – dies sind aus Sicht des Bundes der Steuerzahler besonders augenfällige Beispiele für den sorglosen Umgang staatlicher Stellen mit Steuergeld, die sie in ihrem neuen „Schwarzbuch“ aufführen.

Der Bund der Steuerzahler moniert, dass aus einem Projekt, das einst einige Hundert Millionen Euro kosten sollte, inzwischen ein üppig dimensioniertes Milliardenvorhaben geworden sei. Das „Prestigeprojekt“ am Airport BER in Brandenburg brauche dringend „ein Stoppschild“, fordert der Verein – und listet auf, dass das Gelände von etwa 30 auf knapp 60 Hektar nahezu verdoppelt werden soll.

„Zum künftigen Regierungsflughafen gehören nunmehr Stabsgebäude, Hangars, Wachgebäude, Betriebsgebäude, Abstellpositionen für Luftfahrzeuge, Rollwege und eine Unterflurbetankungsanlage. “ Auch umfasse die Flugbereitschaft inzwischen 1.170 militärische und zivile Dienstposten, die alle dort Quartier beziehen sollen. Hintergrund ist laut dem Steuerzahlerbund unter anderem die geplante vollständige Verlegung der Flugbereitschaft von Köln-Wahn nach Schönefeld sowie mehr und größere Flugzeuge.

Jedoch: Dass die Regierungsflieger der Bundeswehr immer noch instehen, führt seit Jahren zu vielen teuren, unnötigen und umweltschädlichen Leerflügen: So wurden etwa laut Ministerium im ersten Halbjahr rund die Hälfte der Flüge ohne Passagiere absolviert. Die Bundesregierung äußerte sich bislang nicht zur Kritik. Alles werde auf links gedreht bei der Generalsanierung am Sitz des Bundespräsidenten, und Schloss Bellevue „wird also quasi neu“ – so lautet die Kritik des Bundes der Steuerzahler.

„Geld spielt keine Rolle, die Kalkulation summiert sich über vier Teilbaumaßnahmen hinweg und inklusive eines aus 250 Wagnispositionen zusammengesetzten Risikopuffers auf 860 Millionen Euro“, rügt der Verein. Auch das Präsidialamt habe aber die Haushaltsgrundsätze der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit zu beachten, heißt es weiter. Vom Bundespräsidialamt gab es bislang keine Stellungnahme zur Kritik des Bundes der Steuerzahler.

Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE ZentralredaktionWir haben Ihnen eine E-Mail geschickt Öffnen Sie nun Ihr E-Mail-Postfach - hier finden Sie eine E-Mail von uns. Bestätigen Sie Ihre Anmeldung zum Newsletter, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken. Mit dieser E-Mail-Adresse haben Sie den Newsletter „Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion“ bereits abonniert. Eine Übersicht all unserer Newsletter finden Siemuss daher nicht gleich zum Milliarden-Projekt werden!

“, heißt es vom Bund der Steuerzahler. Geplant sei eine vollständige Erneuerung von Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektroinstallation, Aufzügen sowie Sicherheits- und Regelungstechnik. Neu hinzugekommen sind laut „Schwarzbuch“ nun eine geothermische Wärme- und Kälteversorgung der gesamten Liegenschaft, Photovoltaik auf den Dächern, eine unterirdische Technikzentrale sowie Infrastruktur und Logistik für eine separate Post- und Warenanlieferung mit Sicherheitsschleuse. Weiterer Kritikpunkt: Auch eine 1.300 Meter lange Zaunanlage soll erneuert und mit neuer Videoüberwachung versehen werden.

Das koste rund 18.400 Euro pro laufendem Meter. Der Bund der Steuerzahler ist ein privater Verein, der sich politisch unter anderem für eine effiziente Verwendung von Steuergeld und solide Staatsfinanzen einsetzt, also die Neuverschuldung und Ausgaben des Bundes hinterfragt. Er lobbyiert dafür im Bundestag und mit öffentlichkeitswirksam inszenierten Aktionen. Der Steuerzahlerbund betont, er sei parteipolitisch neutral.

Das Schwarzbuch ist umstritten. Es wird kritisiert, es liste lediglich spektakuläre Einzelfälle auf, verschweige aber oft deren Kontext und zeichne kein repräsentatives Gesamtbild der Steuerverschwendung. Behörden und Kommunen, die darin genannt werden, wehren sich häufig gegen die Vorwürfe und begründen ihre Finanzentscheidungen. Sie haben vermutlich einen Ad-Blocker aktiviert.

Aus diesem Grund können die Funktionen des Podcast-Players eingeschränkt sein. Bitte deaktivieren Sie den Ad-Blocker, um den Podcast hören zu können.

Rubbel die nächste Story frei

0% freigerubbelt · 100 Pkt.
Wir haben diese Nachrichten zusammengefasst, damit Sie sie schnell lesen können. Wenn Sie sich für die Nachrichten interessieren, können Sie den vollständigen Text hier lesen. Weiterlesen:

morgenpost /  🏆 64. in DE

 

Deutschland Neuesten Nachrichten, Deutschland Schlagzeilen

Similar News: Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.

+++ 04:43 Berliner Flughafen BER bekommt neues System zur Drohnensichtung ++++++ 04:43 Berliner Flughafen BER bekommt neues System zur Drohnensichtung +++Berlin, Washington, Brüssel - überall. ntv berichtet von allen wichtigen Schauplätzen der Innen- und Außenpolitik.
Weiterlesen »

Luftfahrt: Neues System zur Drohnenerkennung am Berliner Flughafen BERLuftfahrt: Neues System zur Drohnenerkennung am Berliner Flughafen BERDrohnenalarm gibt es am Hauptstadtflughafen BER inzwischen regelmäßig. Solche Flugobjekte sollen künftig schneller erkannt werden. Die Deutsche Flugsicherung zieht jetzt Konsequenzen.
Weiterlesen »

Neues System zur Drohnenerkennung am Berliner Flughafen BERNeues System zur Drohnenerkennung am Berliner Flughafen BERAm Flughafen BER erkennt ein neues System Drohnen im An- und Abflugbereich frühzeitig und erhöht die Sicherheit des Luftverkehrs.
Weiterlesen »

Nach 28 Sichtungen: Flughafen BER rüstet gegen Drohnengefahr aufNach 28 Sichtungen: Flughafen BER rüstet gegen Drohnengefahr aufImmer häufiger werden Drohnen am Flughafen BER gesichtet. Ein neues Erkennungssystem soll nun die Sicherheit des Luftverkehrs verbessern.
Weiterlesen »