Naturfarben und weiche Wollen dominieren die aktuelle Stricksaison. Eine Strick-Expertin gibt Tipps für Anfänger – und wir zeigen die Strick-Treffs in OWL.
Naturfarben und weiche Wollen dominieren die aktuelle Stricksaison. Eine Strick-Expertin hat Tipps für Anfänger und wir zeigen, wie Sie sich mit der wachsenden Strick-Community vernetzen.
Ilona Riesen verkauft in ihrem Wollladen "Narvamante ArtStudio" in Bielefeld Jöllenbeck nachhaltige und natürliche Garne und Wolle. | © Pauline Maus Stricken und Häkeln ist längst nicht mehr nur ein Hobby der älteren Generation. Was früher als verstaubt galt, erlebt seit einigen Jahren ein bemerkenswertes Comeback – und zwar generationsübergreifend. Auch immer mehr junge Menschen entdecken Handarbeit und Do-it-Yourself-Projekte für sich.
Das beobachtet auch Ilona Riesen, die neben ihrem Wollgeschäft „Narvamante ArtStudio“ in Bielefeld-Theesen auch einen eigenen Video-Podcast auf YouTube betreibt. Der Reiz des Strickens und Häkelns liegt laut Riesen aber nicht nur im Selbstgemachten, sondern auch in der Entschleunigung des Alltags und dem Austausch bei Strick-Treffs oder im Internet. Riesen selbst produziert regelmäßig einenund tauscht sich so mit der Community aus.
Außerdem sei das Tragen der fertigen Unikate auch eine Form des Selbstausdrucks. Wer selbst strickt, weiß genau, was in seinem Kleiderschrank hängt – und trägt es mit Stolz. Doch auch die Strick- und Häkelwelt folgt modischen Trends. Wir klären auf, was in der Herbst- und Wintersaison 2026 angesagt ist, wie Anfänger am besten einsteigen können und wo Sie sich in Ostwestfalen-Lippe mit anderen Häkel- und Strickbegeisterten vernetzen können.
„Die Strickwelt geht Hand in Hand mit der Mode“, erklärt Riesen. Angepasst an Designs auf den Laufstegen würden auch schnell passende Strickanleitungen entstehen. Manch ein Designer orientiere sich aber auch an Stücken aus dem Strickkosmos. Von warmen Naturtönen bis hin zu knalligem Gelb: Die Trendfarben zum Stricken und Häkeln.
| © Pauline Maus Braun, Beige und Gelb – diese Farben sind in unterschiedlichen Nuancen in diesem Jahr angesagt.
„Braun ist das neue Schwarz“, sagt Riesen und erklärt, dass besonders die schwarze Wolle in der dunklen Jahreszeit schwer zu verarbeiten sei, da sich Maschen nicht gut erkennen ließen. Bei den nun angesagten helleren Brauntönen sei dies kein Problem mehr.
„Auch Schokobraun ist bereits seit vergangenem Jahr sehr nachgefragt. “ Etwas heller wird’s mit den weiterhin angesagten Beige- und Naturtönen. „Der Trend geht hin zu schlichten Farben und Designs“, weiß die Strick-Expertin. Helle und leuchtende Gelbtöne sowie helle Grüntöne seien ein kleiner Farbtouch unter den sonst sehr schlichten Trendfarben.
Bei der Art der Wolle gilt das Motto „weich und kuschelig“. Die Expertin setzt dabei auf natürliche und nachhaltige Wolle und Garne. Sie empfiehlt unter anderem Schurwolle mit einem Anteil von Baby-Alpaka, die neben dem Hauptfaden auch etwas fein ausgefranst wirkt.
„Die Wolle ist besonders weich und ist gestrickt etwas bauschiger. “ Auch weiche Seide liege im Trend – bei Riesen gibt es die unter Beachtung des Tierwohls. Die Raupen werden bei der Produktion nicht wie üblich ausgekocht, sondern dürfen zunächst schlüpfen, erst danach wird der Kokon zu dem feinen Faden verarbeitet. Es muss nicht immer die schnöde Wollsocke sein, das zeigen die aktuellen Trends in Sachen Form und Konstruktion.
Ein Klassiker, der schon seit ein paar Jahren im Trend ist: Der Sophie-Scarf – ein kleiner Schal. Das Muster stammt von Designerinkönne auch als größeres Tuch gestrickt werden.
„Er ist für Anfänger und einen schmalen Geldbeutel perfekt“, sagt Riesen – die Anleitung sei einfach umzusetzen und für den kleinen Schal werde nur ein Wollknäuel benötigt. Skandinavien gilt als das Mekka für Wolltrends. Dort werden derzeit einfache, gerade Schnitte designt.
„Besonders aus Dänemark und Norwegen kommt dieser Hygge-Trend, der sich schon ein bisschen länger hält“, weiß Riesen. Ebenfalls angesagt seien Basic-Teile – „Selbstgestricktes, das man einfach und mit vielem kombinieren kann“, sagt Riesen. Sie nennt unter anderem Oberteile im Cropped-Stil, die hervorragend zur High-Waist-Jeans getragen werden könnten.
Gehäkelte Kopftücher lassen sich ebenfalls gut als Zierde im Haar oder um die Hüfte tragen und lösen das klassische Stirnband ab – auch wenn die luftigen Kopftücher im Winter wohl kaum die Ohren wärmen. Diese Art von gehäkelten Kopftüchern liegt laut der Strick-Expertin aus Bielefeld im Trend. Sie kombiniert die Tücher gerne mit einer Jeanshose. | © Pauline Maus Ein weiterer Trend, den Riesen in der Strick- und Häkelwelt beobachtet: „Verniedlichung“.
Damit meint sie kleine und auch große Stofftiere – beispielsweise mit Latzhose, Hut oder anderen Kleidungsstücken – die aktuell überall in ihrer Strickcommunity auftauchen.
„Diese Kuscheltiere sind nicht unbedingt nur für Kinder“, meint Riesen. In einer unsicheren Welt würden die Menschen vielleicht etwas suchen, woran sie sich festhalten können, erklärt sie sich den Trend. Wer etwas für sich erarbeitet, behält die Vorfreude auf das fertige Stück und führt sich dann die eigene Selbstwirksamkeit vor Augen. Vor Ort können meist unterschiedliche Nadeln und Garne ausgetestet und angefasst werden.
Ob es die Nadel aus Metall, Bambus oder Carbon sein soll, testet am besten jeder selbst.
„Wer bei null startet, sollte sich die Kniffe am besten zeigen lassen“, rät Riesen. Am einfachsten sei dies mit jemandem, der neben einem sitzt.
„Vielleicht strickt ja schon jemand aus der Familie oder dem Freundeskreis. “ Alternativ gebe es auch viele Schritt-für-Schritt-Anleitungen auf YouTube. Colorwork – also mehrfarbiger Strick – und komplizierte Muster sollten Anfänger zunächst meiden. Einfacher seien beispielsweise der Sophie-Scarf, Stirnbänder, Mützen oder ein glatter Pullover.
„Als motivierter Anfänger kann man einen einfachen Pullover auch in ein bis zwei Wochen fertigstellen“, schätzt die Expertin. Wie groß die Strick- und Häkel-Community mittlerweile in OWL ist, zeigt die Fülle an Veranstaltungen und Treffs rund um das Handarbeitsthema. Wir haben eine Auswahl der Stricktreffs in OWL für Sie zusammengestellt:Samstags von 14 bis 17 Uhr, jeden 2. und 4. Samstag im Monat bei „Gezeiten“, alle anderen Samstage bei Goeken Außerdem finden am 20. und 21.
März 2027 erneut die Bielefelder Wolltage statt. Im Assapheum, Bethelplatz 1, 33617 Bielefeld, finden Handarbeitsfans dann alles rund um Wolle, Garn, Nadeln sowie weiteres Zubehör und den Austausch mit Gleichgesinnten. Die Tipps und Tricks der Bünder Expertin.dreht sich in mehreren Geschäften alles ums Stricken und Häkeln. Doris Utermöhle von „Filati“ und Dagmar Meier vom „Wollerödel“ in Paderbornist als Autorin und Designerin für Handstrick tätig.
Unter dem Namen „knittygitti“ teilt sie ihre Werke auf InstagramIlona Riesen verkauft in ihrem Wollgeschäft alles rund ums Stricken – von Wolle, über Nadeln und Anleitungen bis hin zu Projekttaschen. Dabei setzt sie auf natürliche und nachhaltige Produkte. Derzeit ist das Geschäft noch in Bielefeld-Theesen, Jöllenbecker Straße 423, zu finden. Ab dem 1.
November ist sie in größeren Räumlichkeiten in Jöllenbeck, Beckendorfstraße 26, vertreten. Die Öffnungszeiten werden auf
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