Tag der Deutschen Einheit: De Maizière nennt Einheit ein Wunder

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Tag der Deutschen Einheit: De Maizière nennt Einheit ein Wunder
Tag Der Deutschen Einheit, Thomas De Maizière, Sachsen

Thomas de Maizière bezeichnet die deutsche Einheit bei der Feierstunde im sächsischen Landtag als Wunder und spricht über die innere Einheit und die neue ostdeutsche Generation.

Mit Gedenkveranstaltungen, Konzerten und Gottesdiensten ist in Sachsen der Tag der Deutschen Einheit gefeilt worden. Bei der traditionellen Feierstunde im sächsischen Landtag in Dresden sagte der ehemalige Bundesinnenminister Thomas de Maizière, die deutsche Einheit bleibe für ihn ein Glücksfall der Geschichte. Der 3. Oktober 1990 markiert den Tag, an dem der Einigungsvertrag zwischen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland in Kraft trat und die staatliche Einheit nach über 40 Jahren Teilung wiederhergestellt wurde.

De Maizière: Einheit als historisches Wunder

De Maizière (CDU), der auch in Sachsen mehrere Ministerposten innehatte, betonte in seiner Rede: Die deutsche Einheit aus eigenem politischem Willen, im Einvernehmen mit allen Nachbarn, der Sowjetunion und mit Unterstützung der USA friedlich herbeigeführt zu haben, sei nicht nur eine große staatspolitische und historische Leistung aller Beteiligten, sondern für ihn wirklich ein Wunder. Dennoch räumte er ein, dass es im insgesamt erfolgreichen Einigungsprozess auch einige Fehler gegeben habe.

Innere Einheit und Ostdeutsche im Fokus

Zwar sei die staatliche Einheit vollendet, aber nicht die innere Einheit, erläuterte de Maizière. Das könne auch gar nicht anders sein, denn innere Einheit könne man nicht vollenden. Viele Westdeutsche erwarteten, dass die Ostdeutschen irgendwie so werden wie sie. Wer Augenhöhe fordere, befinde sich schon nicht auf Augenhöhe, so de Maizière. Es brauche mehr Zusammenhalt.

Er verwies auf eine neue Generation, die als Kinder oder Jugendliche in der DDR sozialisiert wurde, aber im vereinten Deutschland ausgebildet und das Erwachsenwerden erlebt habe. Das sei eine zunehmend selbstbewusste Generation, die nach und nach Führungspositionen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft besetze. Sie sei stolz darauf, sich als ostdeutsch zu bezeichnen, aber das sei nicht spalterisch oder abgrenzend gemeint. Sie fordere nicht Augenhöhe ein, sondern lebe sie. Die Menschen erwarteten keine Anerkennung der Lebensleistung durch die Westdeutschen, sondern zeigten, dass sie in vielem besser, stärker und auch ein Stück härter seien. Sie sind ostdeutsche Deutsche. Ich freue mich auf diese Generation. Das ist Zusammenhalt trotz Unterschiedlichkeiten.

Patriotische Haltung und globale Verantwortung

Der Festredner betonte, dass der Tag der Deutschen Einheit nicht allein den Deutschen gehöre. Deutschland sei auf die Welt verwiesen; historisch, geografisch, politisch, kulturell, ökonomisch. Wir können alleine wenig ausrichten. Und auch nicht alleine unseren Wohlstand erhalten und die sozialen Sicherungssysteme finanzieren. Es liege im nationalen Interesse, auf die Welt zu schauen und eine starke Rolle in der EU, in der Nato und in der Welt wahrzunehmen. Das sei für ihn eine patriotische Haltung. Schwarz-rot-gold ist die Farbe der Freiheit und der Verantwortung.

Zuvor hatte Landtagspräsident Alexander Dierks (CDU) zum Zusammenhalt aufgerufen. Der 3. Oktober erinnere daran, welch großer Wert in Freiheit und Demokratie stecke. Die zentrale deutsche Einheitsfeier fand in diesem Jahr in Bremen statt. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) betonte, dass der Tag der Deutschen Einheit verbinde. Wir sind heute von Freunden umgeben, die Europäische Union habe Sicherheit und Wohlstand gegeben. Nun müsse das Positive, das Verbindende herausgestellt werden. Wir müssen die Weichen auf Wachstum stellen.

Historischer Hintergrund des 3. Oktober

Am 3. Oktober 1990 trat der Einigungsvertrag zwischen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland in Kraft. Mit ihm war die staatliche Einheit Deutschlands nach mehr als 40 Jahren der Teilung wiederhergestellt. Berlin wurde zur Hauptstadt des vereinigten Deutschlands, der 3. Oktober als deutscher Nationalfeiertag festgelegt. Der 3. Oktober ist der einzige bundesrechtlich festgelegte Feiertag, alle anderen sind Sache der Bundesländer. Zuvor war in Westdeutschland der 17. Juni als Tag der Deutschen Einheit begangen worden - zur Erinnerung an den Aufstand in der DDR am 17. Juni 1953.

Der Tag des Falls der Berliner Mauer wäre ein naheliegendes Datum für den Tag der Deutschen Einheit gewesen. Doch an diesem Tag wird auch an die Novemberpogrome rund um den 9. November 1938 gedacht, bei denen die Nationalsozialisten Jüdinnen und Juden verfolgten, ihre Synagogen, Geschäfte und Wohnhäuser zerstörten und verwüsteten. Damit wurde die systematische Verfolgung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung intensiver. Ein nationaler Feiertag mit festlichem Charakter hätte diesen dunklen Jahrestag überlagern können.

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