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„Tatort“ gestern am Sonntag: Nie war Wotan Wilke Möhring besser als in diesem erschütternden Thriller (Kritik)

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„Tatort“ gestern am Sonntag: Nie war Wotan Wilke Möhring besser als in diesem erschütternden Thriller (Kritik)
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Nach dem Tod seiner Partnerin Julia Grosz zieht sich Kommissar Falke ins Kloster zurück. Zur Ruhe kommt er dort aber nicht

„Tatort“ gestern am Sonntag: Nie war Wotan Wilke Möhring besser als in diesem erschütternden Thriller Nachdem seine Partnerin Julia Grosz den Serientod sterben musste, ermittelte Thorsten Falke im „Tatort: Schweigen“ vor zwei Jahren erstmals allein.

Warum sein Solo-Auftritt auch heute niemanden kalt lassen dürfte, erfahrt ihr in Mareks Kritik zum beklemmenden „Tatort: Schweigen“. Wenn du über diese Links einkaufst, erhalten wir eine Provision, die unsere redaktionelle Arbeit unterstützt. Der Preis für dich bleibt dabei unverändert. Diese Affiliate-Links sind durch ein Symbol gekennzeichnet.

. Einst als glaubwürdiger Gegenentwurf zum Kraftmeier Nick Tschiller verpflichtet, dauerte es allerdings überraschend lange, bis sich der viel beschäftige Kinostar in Deutschlands beliebtester Krimi-Reihe etablieren konnte. Wirklich ins kollektive Gedächtnis der Fernsehnation gebrannt haben sich erst seine jüngeren Einsätze an der Seite seiner kongenialen Partnerin Franziska Weisz, die sich im Januar 2024 auf die denkbar dramatischste Weise von ihrer Rolle verabschieden musste.

Bevor ihre Kommissarin auf offener Straße erstochen wurde, bekamen wir es mit immerhin dem bislang besten Krimi zu tun, den der NDR in den letzten Jahren in Auftrag gab.als Erinnerungsfetzen eingeblendet werden, ist ein so respektabler wie willkommener Schachzug im Drehbuch von Stefan Dähnert. Warum die über Jahrzehnte im Kloster totgeschwiegenen Missbrauchsfälle ausgerechnet dann ans Licht kommen, wenn sich der Kommissar in seiner Trauer dorthin zurückzieht, ist hingegen nur ein müder dramaturgischer Kniff, den der ansonsten überzeugende Krimi gar nicht nötig gehabt hätte.

Am Ende der 90 Minuten spielt das aber keine Rolle. Um Abstand zu gewinnen und den Tod seiner Partnerin zu verarbeiten, nimmt sich Thorsten Falke eine Auszeit im Kloster, wo er sich schnell mit seinem Zimmergenossen Daniel anfreundet. Beim eingeschmuggelten Schnaps sagen sich beide dann eines Abends Lebewohl, doch am nächsten Morgen sieht sich der Kommissar gezwungen, seine Abreise zu verschieben.

Der Pastor der Gemeinde kam in der Nacht bei einem Brand in seinem Wohnwagen ums Leben, zuvor wurde er lebensgefährlich mit einem Messer verletzt. Beim Durchsuchen seines Nachlasses stößt Thorsten Falke auf kinderpornografische Bilder, was die zuständige Ermittlerin Eve Pötter verstörend lapidar zur Kenntnis nimmt. Falke hakt nach und stößt auf ein Verbrechen, dessen Ausmaße ihn an den Rand seiner Belastbarkeit bringen. Das gilt auch für uns daheim an den Bildschirmen.

Sexueller Missbrauch durch geistliche Würdenträger ist leider keine schaurige Erfindung, die einen „Tatort“ zum Thriller erhebt, sondern traurige Realität. Umso wichtiger, dass sich das reichweitenstärkste Format unseres Landes mit diesem Thema beschäftigt. Auch wenn nicht jede Szene perfekt sitzt, so hat Lars Kraume unterm Strich einen glaubwürdigen und entsprechend erschütternden Krimi inszeniert und damit das Bestmögliche aus dem quotenstärksten Format am Sonntagabend herausgeholt.

Nie war Wotan Wilke Möhring in seiner Rolle besser als hier, stellvertretend für uns vor den Bildschirmen schreit er seine Wut über die Täter, aber auch all die schweigenden Mitwisser im Kloster heraus, seine Betroffenheit wirkt dabei zu keiner Zeit aufgesetzt, allein sein zerfurchtes Gesicht spricht Bände. Florian Lukas als Missbrauchsopfer, dessen Leben auch Jahrzehnte nach der Tat kein lebenswertes ist, steht dem in nichts nach und erweist sich ebenfalls als Idealbesetzung in einem „Tatort“, der den Finger in eine klaffende Wunde legt, die für viele Betroffene sicher niemals zu heilen ist.wiederholt wird, ist vielleicht nicht der raffinierteste Thriller, der in letzter Zeit an einem Sonntagabend ausgestrahlt wurde, aber mit Sicherheit einer der wichtigsten.

Mai 2026 um 20:15 Uhr in der ARD und ist jetzt für sechs Monate in der Mediathek als Wiederholung im Stream verfügbar. Die Sommerpause ohne frische Krimis dauert noch bis Mitte September.

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