Tausende vom Land angeschaffte Laptops und Tablets für Lehrkräfte in Schleswig-Holstein bleiben ungenutzt. Die SPD spricht von Steuerverschwendung und die Strategie zur Digitalisierung an Schulen sorgt für Kritik.
werden tausende vom Land angeschaffte Laptops und Tablets für Lehrkräfte nicht genutzt. Das geht aus einer Kleinen Anfrage der SPD im Landtag hervor. Laut Zahlen des Bildung sministeriums, über die zuerst die LN berichteten, wurden seit 2021 34.900 Geräte verteilt, aber nur 31.120 eingeschaltet.
Im vergangenen Jahr waren demnach sogar nur etwa 24.000 im Einsatz. Der bildungspolitische Sprecher der SPD, Martin Habersaat, spricht von verschwendeten Steuergeldern. Martin Habersaat, der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, wirft der Landesregierung Steuerverschwendung vor. Die Landesregierung muss dringend ihr Management professionalisieren und muss dringend damit aufhören Millionenbeträge für Dinge auszugeben, die niemand braucht und auf der anderen Seite muss sie dann eben die Millionen auch dahin stecken, wo sie gebraucht werden.
Die SPD möchte, dass das Land prüft, ob in diesem Jahr tatsächlich neue Geräte benötigt werden. Denn diese sollen alle fünf Jahre ausgetauscht werden. Habersaat fände es außerdem sinnvoll, wenn Schülerinnen und Schüler mit den Geräten arbeiten können, da dies für viele eine erhebliche finanzielle Herausforderung darstellt. Der Bund der Steuerzahler hält moderne Digitalisierungstechnik an Schulen für notwendig, kritisiert jedoch, dass viele Ausgaben nicht am tatsächlichen Bedarf orientiert waren.
Geschäftsführer Rainer Kersten fordert deshalb ein einheitliches Digitalisierungskonzept für den gesamten Schulbereich. Wir brauchen ein leistungsfähiges WLAN-System an den Schulen und wir brauchen die dazu passenden Endgeräte, die dann aber auch in der Lage sind, die Smartboards und anderen Endgeräte, die es in der Schule bereits gibt, zu bedienen. Und wir brauchen dafür eine Kommunikationsplattform, auf der Eltern, Schüler und Lehrer unterwegs sein können. Rainer Kersten, der Geschäftsführer vom Bund der Steuerzahler, sagt, dass die Schulen ein einheiltiches Digitalisierungskonzept brauchen.
Die Lebenswelt von Schülerinnen, Schülern, Eltern und Lehrkräften findet ihm zufolge stark auf großen digitalen Plattformen statt, die auf den Tablets des Landes teilweise nicht mehr erlaubt seien. Dadurch sei es für Lehrkräfte schwieriger, die Lernenden in ihrem Alltag abzuholen und an ihre Mediennutzung anzuknüpfen. Schleswig-Holstein verfolge zwar das Ziel, unabhängiger von amerikanischen Technologiekonzernen zu werden, doch die praktische Umsetzung sei komplex und erfordere in der Übergangszeit pragmatische Kompromisse.
Das schleswig-holsteinische Bildungsministerium erklärte, die Geräte seien für den digitalen Unterricht angeschafft und von Lehrkräften bestellt worden. Einige Laptops würden aber auch als Reserve für neue oder vertretende Lehrkräfte bereitgehalten. Tobias von der Heide, Staatssekretär im Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, sagte aber auch, dass es mit Sicherheit Geräte gebe, die noch nicht in den Einsatz gekommen sind, und das müsse man miteinander besprechen.
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