Schülerinnen fordern: Schluss mit sexualisierten Darstellungen von Schuluniformen.
Eine Gruppe Schülerinnen in England fordern die Abschaffung von Schuluniformen in Pornos, da es sie unfreiwillig sexualisiere. Was die Frage aufwirft: Warum sind"Schulmädchen" ein so verbreiteter Fetisch?
Watson hakt nach. Kleines Experiment: Wer auf Google erstmal nach"Schulmädchen" sucht und dann"Schuljunge" eingibt, wird einen eklatanten Unterschied feststellen. Kostümierte Frauen in Minirock, High Heels und Zöpfchen vs. männliche Kinder mit Ranzen. Die Sexualisierung von Frauen beginnt früh, sehr früh.
Gleichzeitig hat die Darstellung von Keuschheit, Naivität und Jugend offenbar eine große Anziehungskraft, sodass sie in der Erotikbranche immer wieder auftaucht.pornografischer Titel wurde 2021 durchgeführt. Dabei verglichen britische Forscher:innen die Startseiten der drei meistbesuchten Pornoseiten und codierten 1,7 Prozent als ausbeuterisch. Innerhalb dieser Kategorie war"schoolgirl" mit 17,6 Prozent das häufigste Einzelwort, gefolgt von"girl" und"teen" .
Forscherin Clare McGlynn resümiert, das Teen-Genre sei keine Nische:"Dabei ist"Schulmädchen" Etikettenschwindel, denn sowohl in Deutschland als auch in UK liegt das legale Mindestalter für Porno-Darsteller:innen bei 18 Jahren. Wie also wird die Jugend suggeriert? Das untersuchte eineSie schlüsselt auf, dass dafür sowohl visuelle und sprachliche Codes als auch Verhaltensweisen verwendet werden.
Ganz oben dabei? Die Schuluniform. Aber auch Kniestrümpfe, Zöpfe und Klassenräume. Die Schuluniform ist dabei ein billiges und klar erkennbares Alterssignal in der Pornoindustrie, um bei volljährigen Darstellerinnen Minderjährigkeit zu suggerieren.
Gleichzeitig wird damit ein Kleidungsstück sexuell konnotiert, das echte Teenager im Alltag tragen müssen. -Petition gestartet, die über 8000-mal unterzeichnet wurde. Darin verlangen sie, Schuluniformen aus Pornos zu verbannen, da dieses Kostüm"Kinder und junge Menschen sexualisiert".
In Großbritannien ist es zwar verboten, in Pornos Minderjährigkeit vorzugaukeln, allerdings gilt zwischen 16 und 18 Jahren eine"Grauzone", welche die Schülerinnen mit dem Verbot verkleinern möchten.unter 1.004 Mädchen und Frauen zwischen 14 bis 21 Jahren ergab, dass 35 Prozent Catcalling, Hinterherpfeifen oder Angrapschen erlebten, während sie Schuluniform trugen. Jede Siebte wurde verfolgt, acht Prozent ohne Einverständnis fotografiert oder gefilmt, auch unter den Schulrock. Ob die Uniform selbst sexuelle Belästigung befeuert, lässt sich nicht seriös beantworten.
Doch, dass die Schülerinnen erotische Verknüpfung angesichts solcher Erfahrungen nicht wollen, sei"total verständlich und nachvollziehbar", findet Sexologin Holzfurtner.
"Für Schülerinnen ist die Schuluniform kein erotisches Kostüm, sondern ein Teil ihres Alltags", sagt sie. In vielen Ländern ist es Pflicht, sie zu tragen, auch Details wie die Rocklänge sind oft durch die Schulleitung vorgeschrieben. Findet eine"Fremdsexualisierung" statt, können Mädchen dieser nicht ausweichen: "Sie werden von anderen durch eine sexuelle Linse betrachtet, unabhängig davon, ob sie sich selbst sexuell präsentieren möchten.
" Ebenjene Unfreiwilligkeit untergräbt die"sexuelle Selbstbestimmung" von Menschen, erklärt Holzfurtner weiter. Selbstbestimmt zu sein bedeute auch,"nicht gegen den eigenen Willen sexualisiert oder auf sexuelle Attraktivität reduziert werden zu wollen.
"vor Gericht: Sie dürfen 2027 auch Hosen statt Röcken tragen. Ob die Petition der Bicester-Schülerinnen Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten. Doch schon die Tatsache, dass sie sich wehren, sei positiv, sagt Holzfurtner:"Dass die Schülerinnen diese Grenze formulieren, ist ein wichtiger Ausdruck ihrer Selbstbestimmung.
" Die Petiton könne dabei"ein Mittel sein, um auf ein gesellschaftliches Unbehagen aufmerksam zu machen und eine Debatte anzustoßen. "Doch warum ist das nötig? Was hat die Erotikbranche nur mit Schülerinnen? Sexologin Lea Holzfurtner erklärt, dass die"die Sexualisierung von Schulmädchen-Codes" keine Erfindung der Pornoindustrie wäre, sondern durch Filme, Märchen und gesellschaftliche Geschlechterrollen geprägt sei.
Kurzum: "Leider erotisieren wir Machgefälle! Der interessante Punkt ist dabei, dass Machtgefälle oft als Romantik, Leidenschaft, Schutz, Hingabe oder besondere Anziehung erzählt werden.
" Als Gesellschaft halten wir ungleiche Rollen also nicht nur für normal, sondern sogar für romantisch. Und die unwissende Schülerin, die von einer Autorität ins Liebesspiel eingeführt wird, trifft genau diesen Ton.
"Sexuelle Vorlieben entstehen nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel mit kulturellen Bildern, Medien und individuellen Erfahrungen", mahnt Holzfurtner. Die eigentliche Frage sei also," warum weibliche Unerfahrenheit, Passivität oder Unterordnung häufig als romantisch oder erotisch inszeniert werden.
" Das Spiel mit Machtgefällen folgt oft festen Geschlechternormen: Schülerin/Lehrer, Sekretärin/Chef, Krankenschwester/ Arzt. Solche Fantasien seien nicht grundsätzlich problematisch, sagt die Expertin:"sofern sie zwischen einwilligungsfähigen Erwachsenen stattfinden und keine tatsächlichen Grenzverletzungen beinhalten. Es wäre sex-negativ, Menschen allein aufgrund einer Fantasie zu beschämen.
"Wichtig sei jedoch die ethische Produktion von pornografischen Bildern und kritisches Hinterfragen. "Warum wird gesellschaftlich so häufig die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern als besonders erotisch erzählt, statt die aktive Lust beider Personen? ", fragt die Expertin. Dominanz, Unterwerfung und andere Machtfantasien aus der Sexualität zu verbannen, sei dafür gar nicht nötig.
Eine aufgeklärte Gesellschaft könne beides zulassen:"Erwachsene sollen ihre einvernehmliche Sexualität ohne Scham leben können, und junge Menschen sollen das Recht haben, sich nicht sexualisiert zu fühlen.
"Das Verbot von Schuluniformen in Pornos hält sie jedoch nicht für zielführend, da es die gesellschaftlichen Vorstellungen, die"Erotisierung von Jugendlichkeit, Unschuld oder weiblicher Unerfahrenheit", nicht beseitige:über zahlreiche kulturelle Kanäle, von Filmen und Werbung bis hin zu Literatur und sozialen Medien. Wenn wir nur die Darstellung im Pornos verbieten, ohne die zugrunde liegenden Geschlechter- und Sexualitätsbilder zu hinterfragen, behandeln wir eher ein Symptom als dessen kulturelle Ursachen.
" Sie wünscht sich, dass die Gesellschaft mehr lustvolle Geschichten erzählt, in denen nicht"Ungleichheit, Unerfahrenheit oder Machtgefälle" die Spannung erzeuge, sondern"gegenseitiges Begehren. " Eine breite gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Konsens sei zu fördern. Augenhöhe als Anturner statt Schulmädchen-Fantasien? § 184c StGB
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