Der THW Kiel hat eine enttäuschende Saison hinter sich und muss sich nun mit der Aufarbeitung einer Spielzeit mit Platz 6, 26 Minuspunkten und drei verpassten Saisonzielen auseinandersetzen. Besonders bitter ist, dass der Rekordmeister erstmals seit 33 Jahren die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb verpasst hat.
Die Saison ist vorbei. Die Krise bleibt. Beim THW Kiel läuft die schonungslose Aufarbeitung einer Spielzeit mit Platz 6 , 26 Minuspunkte n und drei verpassten Saison zielen.
Besonders bitter: Erstmals seit 33 Jahren verpasst der Rekordmeister die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb – ein sportlicher Schiffbruch, der tiefe Spuren hinterlässt. -Analyse der Saison. Mit dabei sind der Aufsichtsrat um den Vorsitzenden Kai Kruse, die Geschäftsführung mit Anja Niemann und Viktor Szilagyi sowie die sportlich Verantwortlichen um Trainer Filip Jicha. Die Termine für die Aufarbeitung standen nach SPORT BILD-Informationen bereits seit Wochen fest – noch bevor das enttäuschende Saisonende absehbar war.?
Welche Faktoren waren beeinflussbar – und welche nicht? Wie schwer wiegen Verletzungen, die den Rekordmeister immer wieder zu denkbar ungünstigen Zeitpunkten trafen? Und wie groß ist der Anteil von Trainer Filip Jicha, dessen Vertrag im Vorjahr bis 2028 verlängert wurde?
Ferner geht es um die Zukunft: Ist Jicha noch der richtige Mann für den Neustart? Wie intakt ist das Verhältnis zur Mannschaft? Reicht die Qualität des Kaders für den Angriff auf die Spitze? Und warum zeigte Kiel seine Klasse gegen Magdeburg oder Flensburg – aber viel zu selten über einen längeren Zeitraum?
Job-Garantien gibt es derzeit nicht.
„Hier geht es nicht um Filip Jicha oder Viktor Szilagyi oder Einzelne. Hier geht es darum, dass wir wieder in die Spur kommen“, erklärte Szilagyi bereits vor dem Saisonende. Der Österreicher macht deutlich: „Ganz, ganz vieles fehlt uns. Wir zeigen Schwäche, und in der Bundesliga darf man keine Schwäche zeigen.
Das werden wir sehr intensiv aufarbeiten.
“ Jicha macht deutlich, dass er bereit ist, den eingeschlagenen Kurs trotz der Rückschläge fortzusetzen: „Unsere Aufgabe ist es, diesen Umbruch weiter durchzuführen. Dass wir unsere Träume, unseren Weg, den wir vor zweieinhalb, drei Jahren angestoßen haben, weitergehen und wirklich schaffen, was wir uns vorgenommen haben.
“ Der THW startete mit schweren Hypotheken in die Saison. Gonzalo Perez de Vargas kam mit Kreuzbandriss aus Barcelona, Hendrik Pekeler fiel nach seinem Achillessehnenriss monatelang aus. Hinzu kamen Verletzungen und Reha-Rückschläge bei Emil Madsen und Elias Ellefsen á Skipagötu. Statt den geplanten Umbruch voranzutreiben, war Jicha über weite Strecken zum Reparieren gezwungen.
Doch die Probleme reichen tiefer. Es gab zu viele Aussetzer gegen Mannschaften wie Minden, Wetzlar, Eisenach oder Stuttgart, die auch mit dem dezimierten Kader nicht hätten passieren dürfen. Einsatz, Leidenschaft, Spielfreude – es fehlte viel. Entsprechend deutlich fielen zuletzt die Worte der Führungsspieler aus.
Kapitän Domagoj Duvnjak nach der Niederlage in Minden: „Für mich ist das wirklich peinlich. Ich schäme mich ohne Ende.
“ Hendrik Pekeler: „Wir haben den Charaktertest nicht bestanden. “Trainer Filip Jicha erklärte bei Dyn: „Die ganze Saison war eine sehr harte für uns. Wir haben Träume gehabt, die wir nicht verwirklichen konnten. Diese Saison hinterlässt Spuren.
Aber ich stelle mich vor meine Jungs und sage: Die Jungs, die wir jetzt zur Verfügung hatten, haben zum Großteil wirklich das geleistet, was in ihnen steckt. Wir alle wollten mehr, aber mehr war nicht drin.
“Auch Geschäftsführer Szilagyi weiß um die Schwere der Lage. Bereits Anfang Mai sagte er: „Wir schleppen einen riesengroßen Rucksack mit uns herum.
“ Diesen Ballast will der Klub der Mannschaft nehmen. Der THW-Kader erhält im Sommer u. a. mit Nationalspieler Julian Köster prominente Verstärkung. Doch reicht das? Oder braucht der Rekordmeister weitere Veränderungen auf dem Feld, auf der Bank?
Darüber wird jetzt intensiv beraten. Es sollen klare Entscheidungen getroffen werden – unabhängig von Personen und Befindlichkeiten. Das Wohl des THW Kiel steht über allem. Nach Platz 4, Platz 4 und nun Platz 6 ist klar: Der Rekordmeister muss gegensteuern.
Kiel will zurück an die Spitze. Die entscheidende Frage lautet: Mit welchem Personal?
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