Der TSV 1860 München hat den Kooperationsvertrag mit Investor Hasan Ismaik fristlos gekündigt. Grund sind ausgebliebene Millionen für die Drittliga-Lizenz. Der Verein tritt nun in der Regionalliga an und plant eine neue Spielbetriebsgesellschaft.
Der TSV 1860 München hat am späten Mittwochabend den Kooperationsvertrag mit dem Investor Hasan Ismaik fristlos gekündigt. Der Schritt erfolgte, nachdem Ismaik am 21. Mai plötzlich bereits genehmigte Darlehen in Höhe von 2,7 Millionen Euro gestrichen hatte, die für die Drittliga-Lizenz benötigt wurden.
Ohne diese Mittel war der Verein nicht in der Lage, die Lizenzauflagen zu erfüllen, und musste den Gang in die Regionalliga antreten. Präsident Gernot Mang und seine Mannschaft arbeiteten bis tief in die Nacht an der Kündigung, die am Donnerstag von Anwälten geprüft und um 19:15 Uhr verkündet wurde. Der Jordanier Ismaik, der über die vergangenen 15 Jahre rund 80 Millionen Euro investiert hatte, sieht sich nun mit einem faktischen Totalverlust konfrontiert.
Sein Investment ist derzeit so gut wie nichts mehr wert, da das Spielrecht nun beim eingetragenen Verein liegt. Mit der Kündigung des Kooperationsvertrags verliert die ausgegliederte KGaA, an der Ismaik 60 Prozent der Anteile hält, das wertvolle Spielrecht. Der TSV 1860 München e. V. wird daher in der kommenden Saison in der Regionalliga Bayern antreten, wie der Verein offiziell bestätigte.
Die Zulassung des Bayerischen Fußballverbandes liegt bereits vor. Der Verein betont, dass alle organisatorischen und formalrechtlichen Maßnahmen für die Saison 2026/27 ergriffen werden. Gleichzeitig wird an der Gründung einer neuen Spielbetriebsgesellschaft gearbeitet, um langfristig wieder höherklassig spielen zu können. In der Vergangenheit hatten sich bereits solvente Interessenten gemeldet, die Investitionen in Aussicht stellten, sobald die Ismaik-Frage geklärt sei.
Neben den strukturellen Veränderungen gibt es auch personelle Neuigkeiten. Ex-Bundesligastar Florian Niederlechner soll dem Verein erhalten bleiben.
Zudem ist eine Rückholaktion von Ex-Kapitän Jesper Verlaat geplant, dessen Drittligavertrag nicht verlängert worden war. Die Fans hoffen auf eine neue Ära, in der der Verein wieder sportlich und wirtschaftlich eigenständig agieren kann. Der Streit mit Ismaik hatte den Klub jahrelang gelähmt und zu zahlreichen Turbulenzen geführt. Mit der einseitigen Kündigung des Kooperationsvertrags ziehen die Löwen nun einen Schlussstrich.
Ob Ismaik rechtliche Schritte einleiten wird, bleibt abzuwarten. Der Verein zeigt sich jedoch entschlossen, den Neuanfang zu wagen und die Zukunft ohne den umstrittenen Investor zu gestalten. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie schnell die neuen Strukturen aufgebaut werden können und welche Unterstützung der Klub aus der Wirtschaft erhält
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